Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

Für Gestaltung und Inhalt dieser Regionalseiten sind ausschließlich die jeweiligen Regionalbotschafter verantwortlich. Die von den Regionalbotschaftern eingegebenen und heraufgeladenen Inhalte unterliegen grundsätzlich weder einer Kontrolle durch Feierabend, noch nimmt Feierabend hierauf Einfluss. Hiervon ausgenommen sind werbliche Einblendungen und Beiträge die von Feierabend direkt eingestellt wurden und als solche gekennzeichnet sind.

„Weihnacht´ wie es einmal war.

Ich wünsche euch in diesem Jahr
Mal Weihnacht´ wie es früher war.
Kein Hetzen zur Bescherung hin,
kein Schenken ohne Herz und Sinn.
Ich wünsch´ euch eine stille Nacht,
frostklirrend und mit weißer Pracht.
Ich wünsche euch ein kleines Stück,
von warmen Menschlichkeit zurück.
Ich wünsche euch in diesem Jahr.
´ne Weihnacht, wie es früher war.
Es war einmal, schon lang ist´s her,
da war so wenig – so viel mehr.“

1 - Damals als ich noch ein Kind war und noch im Elternhaus lebte war alles sehr bescheiden... die größte Freude war der geschmückte Weihnachtsbaum und ein paar Apfelsinen! Diesen Duft vom Tannenbaum und Apfelsinen habe ich noch immer in der Nase, wenn ich an Weihnachten aus meiner Kindheit denke.
Meine erste Erinnerung an Weihnachten geht ganz weit zurück, und zwar war das ein Heiliger Abend… meine Schwester und ich waren wie immer sehr aufgeregt, es hieß ja das Christkind soll den Abend bei uns vorbeikommen, natürlich nur wenn wir das ganze Jahr brav waren, werden wir auch was von Ihm bekommen... die Aufregung stieg und dann endlich, hörten wir ein Glöckchen klingeln und ins Zimmer kam ein in weiß gekleidetes Wesen mit langem goldenen Haar und ich glaube es hatte auch Flügel... meine Güte waren wir zwei aufgeregt! Wir sollten dann alle Gebete, Gedichte und Lieder die wir kannten vortragen - ich kann mich nicht mehr erinnern ob und wie ich überhaupt was von mir geben konnte... Natürlich mussten wir auch zugeben, dass wir nicht immer brav waren aber wir haben auch feierlich versprochen demnächst immer nur noch brav zu sein! Und als Belohnung gab es eine Schokolade und eine Apfelsine!!! Wer sich damals verkleidet hat ist für mich bis heute ein Rätsel geblieben... Da ja Heiliger Abend und auch Weihnachten nicht immer an Sonntagen fielen hieß das ja für uns: Eltern mussten früh morgens in die Fabrik zur Arbeit und wir Kinder zur Schule... es ist uns oft ziemlich schwer gefallen nach der Christmette und der schlaflosen Nacht den nächsten Tag noch ganz normal zu funktionieren, aber keiner hat sich beschwert und jeder von uns hat mit viel Freude am Fest teilgenommen.

2 - Später als ich selbst meine eigene Familie hatte, habe ich natürlich auch meinen Kindern diese Freude weitergeben versucht und das war nicht gerade einfach... mein Mann und ich unterrichteten am Gymnasium und mussten gut aufpassen, dass alles was zu dem Weihnachtsfest gehört ziemlich abgeschottet in unseren vier Wänden bleibt. Ein Kirchgang oder Gespräch über das Fest bzw. den Glauben in der Öffentlichkeit hätte uns die Stelle gekostet! Und trotzdem waren die Plätzchen gebacken, der Tannenbaum geschmückt und die Geschenke - meistens Klamotten und eine Kleinigkeit zum Spielen für die Kinder immer unter dem Baum...
3 + 4 Der Heilige Abend ist bei uns im ein Fastentag, also haben wir meistens einen Karpfen oder einen anderen Fisch zum Abendessen vorbereitet. Das Mittagessen war eher bescheiden da wir ja unseren Pflichten nachgehen mussten.

5 Erst nach der Christmette wurde festlich gegessen, meistens halt nur Plätzchen oder ein Stück vom Mohn- bzw. Nusshefeteigkuchen.

6 Auch heute noch, wenn ich bei einem meinen Kindern bin pflegen wir dieses Ritual - gehen zur Christmette und essen danach den Kuchen trinken ein Glas Wein und unterhalten uns bis in die Morgenstunden... Der Heilige Abend und der erste Weihnachtstag war bei uns ein Familienfest und man verbrachte diese zwei Tage im Familienkreis, erst den zweiten Weihnachtstag ging man zu Freunden oder lädt sie zu sich ein.
In der Adventszeit wurden die Vorbereitungen für das große Fest gemacht - natürlich erstmal die Wohnung geputzt und geplant wann und wo was besorgt werden muss, Grußkarten an alle weiterlebende liebe Menschen geschrieben und verschickt...

7 Natürlich spielte damals wie heute der hl. Nikolaus, hl. Lucia und die hl. Barbara in der Adventszeit eine große Rolle... Der Nikolaus hat mir und meiner Schwester fast immer eine Süßigkeit in den gründlich gesäuberten Stiefel den wir abends vor die Tür stellten, gesteckt. Manchmal war es leider nur gebündelte Sträucher vom Krampus! Bei meinen Kindern war das die Lucie die immer eine Kleinigkeit unter dem Kopfkissen für die Kleinen hinterlassen hat (wir lebten in Dalmatien und da war die Sitte, wie in Italien, dass die Lucie die Kinder beschenkt).

8 Am Barbara-Tag haben wir in einem runden Gefäß (einer Schale) Weizenkörner angefeuchtet und an einer hellen und warmen Stelle aufbewahrt, denn an Weihnachten war der Weizen schön gewachsen und grün… in die Mitte steckte man dann eine Kerze die bei den Hauptmahlzeiten in der Weihnachtszeit angezündet wurde. Nach dem Essen wurde die Kerzenflamme vom ältesten männlichen Familienmitglied mit einem Stückchen Brot das in Wein eingetaucht war tröpfchenweise gelöscht.
Jede Familie pflegte mehr oder weniger diese alte Rituale. Manche habe auch ich bis heute behalten und freue mich auch sehr, wenn ich merke, dass meine Kinder einige diesen Traditionen weiter pflegen...
Eines möchte ich noch kurz erzählen....

9 Ich habe mal als Kind Weihnachten bei Verwanden in einem Dorf im Norden Kroatiens mitfeiern dürfen. Ich und meine Schwester waren mit zwei Verwandten in unserem Alter bei dessen Großeltern in der Weihnachtszeit zu Besuch...

10 es war Heiligabend, der Tisch zum Abendbrot feierlich gedeckt da klopfte es an der Tür. Oma machte die Tür auf und Opa kam in die Stube mit einem Bündel Stroh. Es wurden einige Sätze, an die ich mich nicht mehr erinnern kann gewechselt - im christlichem Sinne wurden wahrscheinlich Wünsche für ein gesundes und fruchtbares Jahr ausgesprochen... und der Opa hat das Stroh auf dem Boden des Zimmers ausgebreitet.

11 Wir Kinder durften dann unten am Boden im Stroh spielen… Das war ja ein tolles Erlebnis… und zwar war in den Dörfern im Norden Kroatiens die Sitte außer dem Schmücken des Weihnachtsbaumes auch Stroh im Wohnraum auszubreiten.
12 Ins Haus brachte der Familienvater Stroh, das auf dem Boden der Stube verteilt wurde (als Symbol für die Geburt Jesu im Stall). Das Stroh wurde unter den Tisch gelegt und man sang Weihnachtslieder. Daraus wurden dann auch Kränze und kleine Bündel geflochten, diese symbolisierten Fruchtbarkeit und guten Ertrag an Früchten. Aus Stroh wurde auch oft ein Kreuz gemacht, auf den Tisch gelegt und mit einer weißen Tischdecke bedeckt.

13 Auf dem Stroh am Boden saß man den ganzen Abend und anschließend ging man zur Mitternachtsmesse. Oft schliefen die Kinder diese Nacht auch dort im Stroh! Das wurde dann am zweiten Weihnachtstag (am Tag des hl. Johannes) aus dem Haus getragen und um die Obstbäume (für eine reiche Ernte im nächsten Jahr) verstreut.

So, das waren einige Erinnerungen aus meiner alten Heimat - aus Kroatien. Natürlich wie jeder in unserem Alter, denke ich gerne daran und bin auch froh dass ich sie mit euch heute teilen durfte…

Artikel Teilen

 

Artikel bewerten
5 Sterne (2 Bewertungen)

Nutze die Sterne, um eine Bewertung abzugeben:


2 2 Artikel kommentieren
Regional > Westerwald > 28 Vorträge Weihnachten 2019 > 03 ElisaM