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Das Geschenk

Heilig Abend.
Es war kurz nach meiner Scheidung.
1999, als ich eine kleine Wohnung gefunden hatte und mein Leben neu einrichten konnte. In der Mitte meines Lebens wollte ich noch einmal neu anfangen und die nicht gute Ehe abschließen.
Mit wenig, aber glücklich suchte ich eine Arbeit.

Der Vater einer Freundin meiner Tochter arbeitete in einer Spielhalle und dort suchte man eine Aushilfe. Das war zwar nicht das was ich suchte, doch vorübergehend ein kleiner Nebenverdienst. Ich stellte mich vor und bekam den Job.

Die zwei Rentnerkollegen waren die nettesten Mitarbeiter, die man sich vorstellen konnte. Sie hatten Familie und arbeiteten nicht gern an den Wochenenden und Feiertagen. Mir war es egal, denn ich hatte in der Hinsicht keine Verpflichtungen. Die Kinder hatten ihre Familien und von dem Mann hatte ich mich getrennt. So übernahm ich gerne auch in einem Jahr den Heiligen Abend.

Als ich meinen Dienst anfing und die Kunden zufrieden mit Kaffee und Wechselgeld ihrem Vergnügen nachgingen, kam ein, so konnte man erkennen, ein Obdachloser zur Tür herein und fragte, ob er wohl einmal die Toilette benutzen konnte.

„Warum nicht?“, fragte ich.
Weil die Kollegen ihn immer hinaus schickten, meinte er.Doch ich sah darin keinen Grund und gewährte ihm den Toilettenbesuch.
Nach einiger Zeit kam er mit seinen Plastiktüten zu mir herum und bedankte sich herzlich. Er hatte so traurige Augen und ich konnte erkennen, dass er sich nicht gut fühlte.
Ich fragte ihn, ob er einen Kaffee trinken wollte und er meinte, ob der Chef denn nichts dagegen hatte. Doch der war weit weg, dachte ich mir und schenkte ihm eine Tasse Kaffee ein.
Es wurden zwei Kaffee und während er sich Hände an der Tasse wärmte sah er auch nicht mehr so ganz traurig aus. Überschwänglich bedankte er sich und ging zur Tür heraus. Gern hätte ich mich noch mit ihm unterhalten, doch ich musste auch meine Arbeit machen. Noch lange habe ich daran gedacht, was er wohl an Heiligabend so machen würde...

Es war Silvester und ich hatte wieder Dienst.
Als es draußen dämmerte ging die Tür auf und der Obdachlose schaute um die Ecke, sah mich und kam lächelnd auf mich zu.
„Ich bin Fritz und habe Ihnen was mitgebracht.“, sagte er.

In zerknittertem Weihnachtspapier mit einem Gummiring umwickelt übergab er mir eine Tafel Schokolade.

Autor: chacka

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