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Der Weihnachtsbaum und seine deutschen Wurzeln

Weihnachtbaum auf dem Römerberg Frankfurt

Er ist aus der Weihnachtszeit nicht mehr wegzudenken: Der Weihnachtsbaum. Für uns alle gehört er seit jeher fest zum Weihnachtsfest. Doch angesichts der Tatsache, dass der Anlass für Weihnachten, nämlich die Geburt Christi, bereits über 2000 Jahre her ist, scheint der Brauch des geschmückten Weihnachtsbaumes noch recht jung.

Weil die heidnischen Germanen am Julfest Tannenzweige als Symbol ewiger Lebenskraft verehrten, wird der Ursprung des Weihnachtsbaumes oft fälschlicher Weise bei den Heiden vermutet.

Ursprung in den Zunfthäusern

Je weiter man bei dieser Suche in die Vergangenheit geht, desto unvollständiger werden zwangsläufig die Daten. Erste Erwähnungen eines geschmückten Baumes finden sich im Zusammenhang mit einer Bäckerzunft Freiburgs im Jahr 1419. Überlieferungen zufolge sollen bereits 1535 in Straßburg Bäume verkauft worden sein. Konkreter werden die Hinweise jedoch erst ab 1570: Volkskundler haben herausgefunden, dass die frühesten Belege für einen geschmückten Tannenbaum im Inneren des Hauses aus der Lebenswelt des städtischen Handwerks stammen. In einer Bremer Zunftchronik wird von einem kleinen Tannenbaum berichtet, der mit Äpfeln, Nüssen, Datteln, Brezeln und Papierblumen geschmückt und im Zunfthaus aufgestellt wurde. An Weihnachten durften dann die Kinder der Zunftgenossen die „Dekoration“ aufessen. Ebenso aus Basel gibt es Hinweise von Schneidergesellen, die 1597 mit einem mit Lebensmitteln geschmückten Baum umhergezogen sein sollen.

Aus den Fürstenhäusern nach ganz Europa

Von den Zünften fand der geschmückte Weihnachtsbaum im 17. Jahrhundert seinen Weg in die Häuser der (zunächst nur evangelischen) Familien und von Stadt zu Stadt. Als erstes übernahmen die Fürstenhäuser den Brauch, die sich an Aufwand selbst übertrafen. Über und über geschmückt mit Zuckerfiguren, vergoldetem Obst, Kerzen und vielem mehr gab der Weihnachtsbaum schon damals ein imposantes Bild ab.

Anfang des 19. Jahrhunderts verbreitete sich die Sitte in ganz Europa konfessionsübergreifend, sogar bis nach Russland. Zur Zeit der Freiheitskriege gegen Napoleon wurde der Baum zum Sinnbild des Deutschtums und unabhängig vom Glauben, auch auf dem Land als fester Bestandteil des Weihnachtsfestes anerkannt.

Mit Prinz Albert, Gemahl der Königin Victoria, kam der Weihnachtsbaum ins englische Königshaus. Nun dauerte es nicht mehr lange, bis der Weihnachtsbaum dem heutigen Bild entsprach: Ab Mitte des 19. Jahrhunderts verwendete man Glaskugeln als Baumschmuck.

Auswanderer und deutsche Soldaten, die im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kämpften, brachten den Brauch in die USA, wo dann später erstmals elektrische Lichterketten auftauchten. Eine riesige Weihnachtsindustrie entwickelte sich und im 20. Jahrhundert hatte der Weihnachtsbaum fast die ganze Welt erobert.

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Themen > Leben > Weihnachten 2017 > Der Weihnachtsbaum und seine deutschen Wurzeln