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Vom Übertourismus zum Ökotourismus: Reisen mit gutem Gewissen

Wurden 1950 noch 25 Millionen weltweite grenzüberschreitende Reiseankünfte gezählt, lag diese Zahl 2018 bereits bei 1,4 Milliarden. Natürlich profitieren viele Regionen und Städte vom Tourismus und sind oftmals auch wirtschaftlich davon abhängig, seit sich jedoch unter an derem durch Billigflieger immer mehr Menschen sogar mehrmals pro Jahr eine Reise leisten können, stoßen vor allem beliebte Ziele oftmals an ihre Grenzen. Übertourismus bzw. Overtourism ist ein Phänomen, das zunehmend zum Problem wird. Ein gutes Beispiel hierfür sind die UNESCO-Welterbestätten. Diese Auszeichnung wird besonders schützenswerten Monumenten verliehen, diese werden durch ihren Status jedoch oftmals zu wahren Besuchermagneten. Die Folge von Massen an Gästen beispielsweise in den Tempelruinen von Angkor Wat in Kambodscha oder auf dem Machu Picchu in Peru ist die Gefährdung des Welterbes. Auch die lokale Kultur leidet unter diesem Phänomen, da kleine einheimische Läden durch Souvenirläden verdrängt werden.

Touristenmassen auf Island

Gegenmaßnahmen zum Overtourism

Zunehmend fühlen sich auch in besonders frequentierten Metropolen die Anwohner bedrängt durch die Touristenmassen. Plattformen wie AirBNB, auf denen herkömmlicher Wohnraum als Ferienwohnungen angeboten wird, verschärft die Lage, da sich Einheimische die dadurch steigenden Mieten kaum noch leisten können. Metropolen wie Barcelona, Venedig oder Dubrovnik ächzen besonders stark unter der Last des Übertourismus und haben inzwischen Gegenmaßnahmen eingeleitet. Vor allem in Venedig und Dubrovnik, aber auch in beliebten baltischen Städten wie Tallinn rührt das Problem vor allem von den anlegenden, in den letzten Jahrzehnten immer größer werdenden Kreuzfahrtschiffen her, auf denen sich 5.000 oder sogar 10.000 Menschen befinden.

Venedigt voller Touristen

Bei einem Landgang strömen diese alle gleichzeitig zu den Sehenswürdigkeiten und teilweise legen sogar mehrere dieser schwimmenden Hotels gleichzeitig an. Eingeleitete Gegenmaßnahmen sind beispielsweise die Begrenzung von Altstadtbesuchern oder eine Obergrenze an Kreuzfahrtschiffen.

Verändertes Reiseverhalten für Mensch und Natur

Die Entwicklung schadet nicht nur den Orten, die besonders stark von dem Phänomen betroffen sind, sie schmälert auch das eigene Erlebnis. Doch es ist nicht nur die Unannehmlichkeit, sich mit so vielen anderen Menschen über den Markusplatz zu schieben, auch werden sich immer mehr Menschen ihrer Verantwortung der Umwelt und lokalen Bevölkerung gegenüber bewusst. Es gibt darum einige neue Trends im Tourismus, die dieser Problematik entgegenwirken. Der Naturtourismus kann die Besucherströme insofern etwas entzerren, als er Tourismus in der Natur beispielsweise durch Sportangebote attraktiv macht. Doch damit die Umwelt und auch die lokale Bevölkerung nicht unter diesem Naturtourismus leiden muss, sollten Reisende genau hinsehen. Wer wirklich mit gutem Gewissen verreisen will, für den bietet Ökotourismus eine gute Möglichkeit.

zwei leere Stühle an einem See im Wald

Was macht Ökotourismus aus?

Urlaub sollte heutzutage zumindest umweltverträglich sein. Die Weiterentwicklung von umweltfreundlichem Tourismus ist die Idee des ökologischen Tourismus. Dieser stellt eine Idealform des Reisens dar, die sich positiv auf die sensiblen Gebiete auswirkt, in denen er stattfindet. Der Ökourlaub hat die Erhaltung von Natur und Kultur zum Ziel und soll dennoch einzigartige Erlebnisse jenseits des Mainstreams bieten. Er trägt maßgeblich zur Finanzierung des Umweltschutzes bei und schafft für die einheimische Bevölkerung eine Lebensgrundlage, die im Einklang mit ihrer Kultur steht. Auch die gesamte wirtschaftliche Lage einer Region kann hierdurch maßgeblich gestärkt werden.

Natürlich setzt Ökotourismus voraus, dass man ihn sich leisten kann. Doch auch die abgeschwächten Formen wie "sanfter Tourismus" sind bereits gute Alternativen zum Pauschalurlaub auf dem Kreuzfahrtschiff. Jeder kann bei der Planung seines nächsten Urlaubs und auch vor Ort die Themen Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit beachten.

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