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Brennerei Rössle – keine Schwarzbrennerei

Lehrreiche Führung für unserer FA- Interessierten in Seißen

Am 13. November 15 – es war schon am Dämmern – trafen wir uns auf dem Parkplatz direkt vor dem Gebäude der Privatbrennerei in Seißen einem kleinen Teilort von Blaubeuren.
Herr Rössle, von Beruf freier Architekt, steckt viel Herzblut und Geld in sein Hobby, das inzwischen sein 23 jähriger Sohn mit ihm teilt. Er machte eine Ausbildung in Hohenheim, die Brennereilizenz konnte er im Unterland erwerben.
Dieses Jahr, war die Obsternte klimatisch bedingt spärlich. Nur bei einem insgesamt sonnenreichen Jahr, ist das „Oechsle“ gut.

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1/3 des Obstes, baut Herr Rössle selbst an, weiteres stammt von angepachteten Streuobstwiesen. So werden auch die regionalen Obstsorten auf den alten Bäumen wie z.B. die Albecker Butterbirnen oder der Apfel „Herzogin Olga“ verarbeitet.
Seine Brennerei ist ein Unikat und nicht so groß wie Albi oder Burkhard-Säfte. Die nehmen z.B. nur 14 Tage Obst in großen Mengen an. Bei ihm kann Jeder Obst in kleinsten Mengen vorbeibringen. Da ist man an kein Zeitlimit gebunden. Sollte es nicht ausreichen, klettert er selbst auf höchste Bäume und erntet das Quantum, das er benötigt. Für die Vogelbeerernte wird Beere für Beere abgezupft und von Hand verlesen.
Letztes Jahr waren es insgesamt 20 Tonnen, dieses Jahr nur 7 Tonnen Ernte!

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Draußen auf dem Hof stehen blaue Fässer mit Maische, die 4 bis 5 Wochen bei 15°C reifen muss. Dem zerkleinerten Obst, das zuvor auf dem Förderband sortiert, gewaschen und dann zerkleinert wurde wird Bierhefe, Enzyme und Pektinose, das die Zellstruktur auflöst, beigemischt. Bei schlechten Lagerbedingungen schmeckt der Kenner und Genießer spätestens nach dem Brennen und Abfüllen heraus, wo gelagert wurde. So z.B. in der Nähe einer Schweinehaltung, neben Schmieröl oder Traktorbenzin.

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Wir gehen hinunter in die Kellergewölbe, wo die Brände abgefüllt in großen Glasbehältern und Fässern lagern. Feinsäuberlich steht das Datum/Jahr und der Inhalt darauf.

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Hier haben wir viele Fragen und hören, dass nur von sehr alten Obstbäumen und Sorten die reifen, handverlesenen Früchte aus der Gegend rund um Seißen die Grundlage von Bränden und Likören bilden.
Jeden 2. Tag kommt der Zöllner vom Hauptzollamt Stuttgart und schaut dem Brenner auf die Finger, so dass ein „Schwarzbrennen“ kaum möglich ist. Steuer wird auf den Alkohol gezahlt. Ein Brenntag kostet 187 Euro an Steuer.
Dass nicht mit Zuckerbeimenge gemogelt wird, (denn hiermit entsteht mehr Alkohol) ist diese strenge Kontrolle nötig.
Die kleine Brennerei in Seißen darf nur 300 Liter jährlich brennen.
Ein Beispiel: aus 100 Kg Vogelbeeren gewinnt man so nur 2 Liter Likör. Die Liköre und Schnäpse reifen wenigstens 3 Jahre, viele bis zu 6 Jahren.

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Wir gehen über den Hof und treten nun in die eigentliche Brennerei mit seinem großen Kessel ein.
Ein Wasserbad erhitzt 3 Kesselböden. Was hier als erstes ausgelassen wird ist der Vorlauf, der für medizinische Zwecke verwendet wird. Der Mittellauf ist das, was den Schnaps ausmacht: 76% unverdünnter Alkohol. Dieses Destillat ist reiner Obstalkohol ohne Zusatzstoffe. Man kann 10 g Zucker pro Liter beimengen, dieses muss aber deklariert werden. Davon kostet ½ Liter 15 Euro.
Im Handel – so sagt uns Herr Rössle - gibt es Liköre, die nie ein Obst gesehen haben. Diese Spirituosen sind nicht echt, nur mit Aroma versetzt.
Wir lernen auch, dass eine 0,75 Literflasche nur dem Wein vorbehalten ist.

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Inzwischen kommt der Sohn des Brennereibesitzers und setzt der Maische Wasser zu ,sonst wäre sie zu trocken zum Einpumpen in den Brenner. Das ist für heute das letzte Mal, denn nach Brennereivorschrift darf nur bis 20 Uhr gebrannt werden.

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Wir dürfen das ein und andere Schnäpsle versuchen. Das wirkt so anregend, dass bald ein richtiges Geschnatter entsteht. Jeder will noch irgendwas wissen.
Die Luft im Raum ist alkoholgeschwängert. Wir sind alle richtig happy!
Für Herrn Rössle ist es nun ein Leichtes, uns das zu verkaufen was wir gerade getrunken haben.

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Natürlich blieben auch welche standhaft und kauften nichts.
Beschwingt und um einige Erfahrungen reicher, machten wir uns auf den Weg nach Hause.

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Bericht: Birgit/Tukuyu
Fotos: Birgit/Tukuyu
Werner/Bayernflocky
Doris/Dolly01

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