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Auf der Geflügelfarm

Ein interessanter Einblick in die Welt der Hühner und ihren Eiern

Titelbild

In einem Werbeprospekt aus meinem Briefkasten wurde in Wort und Bild über den Familienbetrieb Kohn berichtet, der ein großer Lieferant von Eiern aus Bodenhaltung für einen namhaften Lebensmittel-Discounter ist.
Die Beschreibung inspirierte mich dazu, anzufragen, ob eine Führung durch die Stallungen möglich wäre. Es war möglich.
So machten sich neun FA-ler mit vier Gästen per Privat- PKW am 21.03. 14 auf den Weg.
Der landwirtschaftliche Betrieb mit Tierhaltung und Ackerflächen liegt am Ortsrand von Türkheim bei Geislingen und weist mit dem Schild „Hofladen“ an den Getreidesilos vorbei zu einer der großen Stallhallen.

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Dort empfing uns der junge, dynamische Bauer Joachim Kohn, der 2008 den Hof vom Vater übernahm und nun mit Vater, Bruder und weiteren 7 Helfern die Hühnerhaltung und Eierabwicklung betreibt.

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Ein LKW wurde gerade mit Paletten gefüllt, die in 30iger Höckern verpackt 3x wöchentlich zur Abholung bereitgestellt werden. Auf einer Palette sind 8640 Eier.
Es war seltsam ruhig, kein Gegackere zu hören, kein Gestank, alles blitzsauber, einfach vorbildlich!

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Wir standen im Packraum, der zugleich Hofladen und Lager in einem ist im Kreis um den 44 jährigen Bauer, der uns schonungslos offen den Ablauf seiner Hühnerfarm erklärte. Unsere teils kritischen Fragen waren ihm willkommen und er bemühte sich immer um eine befriedigende ehrliche Antwort. Es war hochinteressant.

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In seinen Stallungen sind 50.000 Hühner untergebracht, in einem Stall rund 18.500
Ein Huhn kostet in der Anschaffung 5 Euro.
Auf 260 ha Land wird eigenes Getreidefutter sowie Raps angebaut. Der Hühnermist kann in einer Kotlagerhalle bis zu 9 Monaten gelagert werden und wird dann zum optimalen Zeitpunkt als eigener bester Dung/Wirtschaftdünger ausgebracht.

Vor Ankunft neuer ca. 18 Wochen alter Junghennen, werden die Stallungen, die nach Vorschrift 3% Fensterfläche enthalten müssen, durch eine Spezialfirma mittels Hochdruckreiniger gründlichst gereinigt und desinfiziert. Der Vorgang dauert eine Woche.
Umgerechnet kommen 9 Hühner auf 1m² Boden.
Ihre scharfen Schnäbel werden mit Infrarotlicht behandelt, damit sie sich bei Kämpfen nicht schwer verletzen können.

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Auf 3 Ebenen/Hochanlage mit Schlaf- und Legeplatz werden sie ab sofort wohnen müssen. Anfangs geht ein Mitarbeiter abends noch durch und scheucht die Hühner auf die Stangen, so lernen sie, nicht im Nest, das abends hochgeklappt wird, oder auf dem Boden zu schlafen. Dann geht das Licht automatisch aus.
Sie werden über das Trinkwasser „geimpft“ und ¼ jährlich auf Salmonellen untersucht.
Die Futterzutaten, die zugekauft werden müssen, sollen gentechnikfrei und mindestens 50% aus BW stammen. Sie enthalten u.a. Futterkalk, der für die Schalenbildung notwendig ist.
Die Legeperiode des Huhnes beträgt 15-18 Monate.

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Nach ca 1 Stunde Gespräch hörten wir Geräusche durch die geschlossene Stalltür. „Jetzt bekommen die Hühner ihre Nachmittagsration an Futter“ Nun waren wir neugierig auf die Begegnung mit ihnen geworden. Es war nicht selbstverständlich, dass wir einen Blick in den angrenzenden Hühnerstall – eine riesige Halle - werfen durften, doch die Größe unserer Gruppe und der gute Wille des Bauern machte es möglich.
Herr Kohn klopfte an die Türe und wir traten vorsichtig und leise in die gute Stube ein. Hier war die Luft etwas dicker als draußen, denn die aufgeschreckten Hühner verursachten durch den Flügelschlag einen nebligen Staub, den so mancher von uns nachher an der Kleidung hatte. (Ich hatte den Microstaub noch 2 Tage später in der Nase)

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Zuerst erschrickt man, wenn man so viele Hennen auf drei Ebenen „eingesperrt“ sieht.
Diese empfingen uns mit ohrenbetäubendem Gegackere. Sie waren nicht auf Besuch eingestellt. Hier erklärte uns Herr Kohn auch den Unterschied zwischen Bodenhaltung und Freiland. „und Freilandhaltung ist nicht immer nur das Beste“
Der Boden war zentimeterdick mit Dinkelspelz ausgelegt, ein Refugium zum Kratzen. Dort lagen vereinzelt Eier, die nicht in den Verkauf kommen dürfen, da sie verdreckt sein könnten.
Als Werner auf die Leiter stieg, um das Obergeschoss zu fotographieren, stoben die Hennen aufgeschreckt davon. Herr Kohn deutete das so: „Nun glauben die Hühner, dass der Fuchs kommt, also Gefahr in Verzug, der Feind im „Anmarsch“ ist.

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Zurück im Vorraum der Halle wartete schon Frau Kohn an der Packanlage auf uns, um uns diese zu erklären. Aus der Geflügelhalle werden automatisch die gelegten Eier auf einem Hoch-Rollband transportiert. Diese werden auf Unversehrtheit und Sauberkeit geprüft und von einem Apparat in die richtige Position gewendet, anschließend mit der Betriebsnummer geprintet und von Saugnäpfen in 30iger Höckerkarton gelegt. 7 Tage wöchentlich werden in je 2 Stunden 30.000 Eier verpackt.

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Danach kommen sie auf Paletten und werden nach Neuhausen in die Sortieranlage gebracht.
Ein XL-Ei muss 63 g wiegen.
Übrigens, kein Ei darf gewaschen werden da sonst die natürliche Versiegelung des Eies abhanden kommt. Deshalb werden schmutzige Produkte gleich entfernt und kommen nicht in den Verkauf.
Der Dotter der süddeutschen Eier (orange) unterscheidet sich in der Farbe gegenüber derer aus dem Norden (gelb).

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Familie Kohn hat immer nur einen Jahresvertrag mit EDEKA und bekommt für das Ei einen einstelligen Betrag. Wir als Verbraucher bezahlen im Laden 18-25 Cent.
Übrigens, die Hühner werden nach der Legefrist abgeholt und als Futtermittel für Tierfutter verwertet. (Hunde-/Katzenfutter) Dann beginnt der Kreislauf auf der Hühnerfarm von Neuem.
Das Leben einer Legehenne in Bodenhaltung ist also kurz und nur zum Legen da, das gibt mir zu denken.
Wir wollen nach dieser informationsreichen Zeit noch den Hofladen unterstützen und kaufen hier unser vitaminreiches mit Spuren und Mineralstoffen reichhaltiges Produkt Ei ein.

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Wer nun wissen möchte, wo sein Frühstücksei herkommt, der kann unter folgendem Link die Nummer des Eies eingeben und nachschauen unter: www.was-steht-auf-dem-ei.de
Von Supermärkten wie EDEKA werden Regionalprodukte bevorzugt eingekauft, uns, den Verbrauchern angeboten und das ist auch gut so! Weniger die Eier von ALDI aus den Niederlanden kaufen!
Uli´s Kommentar trifft es gut und ich will ihn euch nicht vorenthalten:
„Das Ei ist eine geschissene Gabe Gottes“

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Anschließend gab es noch viele Fragen und eine heiße Diskussion, die wir im Mühlencafe Straub bei Kaffee und Kuchen fortsetzten. Ein gelungener und erfahrungsreicher Nachmittag
ging zu Ende.

Bericht: Birgit/Tukuyu
Fotos: Birgit/Tukuyu
Eugen/Eumeg
Werner/ Bayernflocky

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