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Körperliche Reaktionen bei Trauer

Jeder Mensch wird im Laufe des Lebens mit dem Tod einer geliebten Person oder ähnlichen erschütternden Ereignissen konfrontiert, die einen in tiefe Trauer stürzen. Wer sich in einer solchen Situation wiederfindet, weiß, dass es sich hierbei nicht lediglich aus einem Mix aus belastenden Emotionen handelt, sondern dass auch der eigene Körper davon nicht unberührt bleibt. Doch wie genau treten die physischen Auswirkungen in Erscheinung und wie können gute Bewältigungsstrategien aussehen?

Frau, die eine andere Frau tröstet

Die ersten Symptome

Die körperliche Reaktion ist nicht bei jedem Menschen genau gleich, zudem verändern sich die Symptome im Laufe des Trauerprozesses. Bei einem plötzlichen Todesfall oder einer anderen unerwarteten schlimmen Nachricht fühlen sich Betroffene meist erstmal wie gelähmt und sozusagen „entrückt“ – man will nicht wahrhaben, was da gerade passiert, leugnet und blendet das Geschehene aus. Während die Emotionen häufig noch gar nicht richtig hochkommen, steht der Körper durch die Anspannung bereits unter großem Stress. So kann es bereits früh zu Schlafproblemen und Kopfschmerzen kommen, auch der Appetit kann schnell nachlassen oder es macht sich Übelkeit bemerkbar. Brust und Herz fühlen sich wie abgeschnürt und eingeengt, man atmet flacher, der Puls ist erhöht und man verspürt Schwindelgefühle.

Der Körper wird aus der Bahn geworfen

Symptome wie Kopfschmerzen oder Schlafmangel treten häufig in extremen Stresssituationen auf, Trauer macht sich jedoch noch durch weitere physische Auswirkungen bemerkbar. Eine große Rolle spielen hierbei Nervensystem, Verdauungssystem, Immunsystem und Herz-Kreislauf-System.

Mann, der mit gesenktem Kopf über den Friedhof geht

Aufgrund des psychischen Lähmungsgefühls sind Betroffene entsprechend weniger körperlich aktiv. Sie bewegen sich schwermütiger, langsamer, sind kurzatmig und fallen durch einen gesenkten Blick oder hängende Schultern auf. Man nimmt also eine andere Körperhaltung ein als fröhliche, unbeschwerte Personen. Dazu verändert sich auch die Sprechweise, man redet langsamer oder monotoner.
Der Trauerprozess beansprucht viel körperliche Energie, was sich durch ein starkes Erschöpfungsgefühl, Konzentrationsschwierigkeiten und sogar eine Muskelschwäche bemerkbar machen kann. Das Gesicht wirkt blass und zusammen mit dem Schlafmangel fallen dunkle Augenringe auf.

Der Trauerprozess beansprucht viel körperliche Energie, was sich durch ein starkes Erschöpfungsgefühl, Konzentrationsschwierigkeiten und sogar eine Muskelschwäche bemerkbar machen kann. Das Gesicht wirkt blass und zusammen mit dem Schlafmangel fallen dunkle Augenringe auf.

Frau, die im Bett liegt

Ein starker Appetitmangel zusammen mit einer veränderten Ernährungsweise kann sich schnell auf die Verdauung auswirken. So klagen Trauernde oftmals über Durchfall, Verstopfungen oder einen Reizdarm. Je nach Dauer und Ausprägung dieser Phase können das auch Ursachen für einen Vitamin- bzw. Nährstoffmangel sein, die sobald es geht wieder ausgeglichen werden sollte. Eine verringerte Nahrungsaufnahme, aber auch die Belastung an sich wirken sich negativ auf das Immunsystem aus. So sind Infekte bei einem geschwächten Körper wahrscheinlicher. Durch die bedrückte Stimmung, den reduzierten Bewegungsdrang und die anhaltende Appetitlosigkeit können Betroffene sich außerdem etwas unterkühlt fühlen.

Viele berichten zudem von Haarverlust, was ohnehin ein typisches Symptom von anhaltendem Stress ist. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen das Haar ungewöhnlich schnell ergrauen soll. Dies ist jedoch nicht die Regel und die Ursache hierfür ist medizinisch bisher kaum erforscht.
Das bekannte Broken-Heart-Syndrom, eine lebensbedrohliche Herzmuskelerkrankung als Folge einer extremen emotionalen Belastung, sowie Herzrasen und im schlimmsten Fall der Herzinfarkt werden ebenfalls nicht selten in dem Zusammenhang genannt.
Die genauen Bindeglieder zwischen der Psyche im Trauerzustand und den physischen Symptomen sind noch nicht bekannt. Wahrscheinlich liegt hier ein komplexes Wechselspiel verschiedener Hormone auf die körperlichen Systeme zugrunde, welches sich von Fall zu Fall unterscheidet.

Für die Bewältigung braucht es Zeit

Um einen angemessenen Umgang mit den psychischen und physischen Auswirkungen des Geschehens zu finden, können bestimmte Strategien entwickelt werden, um langsam aber sicher wieder seinen Platz im Leben zu finden. Zunächst einmal muss man geduldig mit sich selbst sein und sich nicht unter Druck setzen, um schnell wieder wie gewohnt zu funktionieren, ob privat oder im Berufsleben. Natürlich ist ein verständnisvolles Umfeld dabei sehr hilfreich, genauso wie Bezugspersonen, denen man sich anvertrauen kann. Manchen Personen können außerdem Atemübungen oder Meditationen helfen, um einen Ruhepol aufzubauen. Spaziergänge in der Natur, alleine oder mit vertrauten Freunden und Verwandten, tragen zur Entspannung bei und entlasten damit auch den Körper. Gleichzeitig sollte so gut es geht auf eine gesunde Ernährung geachtet werden. Auch Ablenkung durch andere positive Aktivitäten ist eine gute Strategie, hierbei braucht kein schlechtes Gewissen aufzukommen. In Fällen, in denen die Trauer auch nach Monaten nicht bewältigt werden kann oder man Gefahr läuft, in eine Depression zu rutschen, sollte professionelle Hilfe hinzugezogen werden. Gleiches gilt natürlich für den Umgang mit auffälligen Herz-Kreislauf-Symptomen.

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