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Sind Pflege-Roboter unsere Zukunft?

Die aktuelle Situation

Fast drei Millionen Menschen werden in Deutschland durch ambulante und stationäre Pflege versorgt. Dabei ist ein bundesweiter Mangel an Pflegekräften überall sehr deutlich spürbar. Immer wieder hören Pflegekräfte auf und wechseln in eine andere Tätigkeit oder in eine andere Branche. Der Wechsel im Pflegebereich tendiert in Richtung Tagespflegen, da hier ein verhältnismäßig geregelter Dienst abläuft und einige Belastungen der ambulanten und stationären Pflege entfallen. Häufig werden Mitarbeiterlücken dann mit ständig wechselnden Leasingarbeitskräften ersetzt, die eine vorübergehende Lösung darstellen sollen.

Diese Mitarbeiter pflegen zwar meist gut. Sie kennen jedoch häufig den Pflegebedürftigen zu wenig und bauen daher keine Beziehung zu ihm auf.

Roboter verbindet Patient

Sind Pflege-Roboter eine Alternative?

Hinsichtlich der Mitarbeiterlücken, des ständig wechselnden Personals und der Leasingmitarbeiter stellt sich für viele Menschen vielleicht die Frage: Möchte ein Pflegebedürftiger lieber eines Tages von einem Pflege-Roboter oder von ständig wechselnden Personen, die zu ihm keine Bindung und Beziehung aufbauen können, versorgt werden? Für die Pflegebedürftigen, die Angehörigen aber auch für die Pflegekräfte selbst ist es äußerst unangenehm beispielsweise bei der morgendlichen Grundpflege stets auf andere Personen zu treffen. Da könnte ein Pflege-Roboter schon eine Alternative darstellen.

Fest steht bereits jetzt: Ein Pflege-Roboter kann und soll den Menschen als Pflegekraft nicht komplett ersetzen. Ohne Zweifel kann er kein Ersatz für einen Angehörigen oder anderen Nahestehenden sein. Ein Pflege-Roboter ersetzt nicht die menschliche Zuneigung. Er kann jedoch für die Pflege entlastend sein und somit den Pflegealltag erleichtern. So könnten Pflege-Roboter bei verschiedenen Tätigkeiten und Verrichtungen hilfreich und unterstützend sein. Beispielsweise könnte er Servicetätigkeiten übernehmen, Musik spielen, die Patienten unterhalten, Gymnastikübungen vormachen oder er könnte die Telefonie mit einem Angehörigen übernehmen, der auf Arbeit ist, wozu der der Demenzkranke selbst nicht mehr in der Lage ist. Damit kann im Allgemeinen eine maßgebliche Entlastung der Gesundheit und im Pflegealltag erfolgen. Vielleicht werden somit neue Türen bei der Pflege und Betreuung von Demenzkranken aufgetan.

verschiedene Roboter

Dem einen erscheint es sehr unpersönlich, von einem Pflege-Roboter versorgt zu werden. Dem anderen ist es angenehmer als von ständig wechselndem Personal gepflegt und betreut zu werden, die keine Empathie entwickeln können. Vielleicht ist die Tätigkeit der Pflegekräfte in der heutigen angespannten Zeit schon sehr „roboterhaft“. Ist aufgrund von Zeitdruck nur eine reine sachliche Abwicklung und Abfertigung der Aufgaben am Pflegebedürftigen möglich – unpersönlich und entwertend.

Wie weit ist die Forschung?

Im Wissenschaftsjahr 2018 hat das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung das Projekt „AriA“ gefördert. „AriA“ steht für „Anwendungsnahe Robotik in der Altenpflege“. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universität Siegen und der Fachhochschule Kiel entwickeln gemeinsam mit Pflegekräften innovative Modelle zum Einsatz von Robotik im Altenheim und verknüpfen diese mit Weiterbildungsangeboten und Entwicklungsszenarien für die Praxis. Dieses Projekt konzentriert sich auf die Entwicklung eines sozial-interaktiven Roboters, der mit den Patienten reden, spielen, sie beschäftigen, beruhigen oder zu Bewegung animieren soll. Das Modell, das sie entwickelt haben, heißt „Robbie“. Robbie kann einfache Sätze verstehen, Sprache wiedergeben, erkennt Gesichter und merkt sie sich sogar.

Er hat das Team auf der Deutschlandtour im vergangenen Jahr selbstverständlich begleitet. Ziel dieser bundesweiten Tour war es, in Workshops und Informationsveranstaltungen Robbie vorzustellen, ihn erlebbar zu machen und Ängste zu nehmen. Vorgestellt wurde Robbie nicht nur dem Pflegepersonal, sondern natürlich auch den Heimbewohnern, die laut Mitarbeitern durchaus positiv und interessiert auf den Roboter reagierten. Der Kontakt erfolgte auf freiwilliger Basis.

Roboter trägt ältere Frau

Im Gegensatz zu dem Ansatz eines sozial-interaktiven Roboters gibt es auch die entlastende Robotik, die in Richtung Industrierobotik geht. Roboter dieser Art können auch schwere Gewichte heben und eine andere Art von Entlastung für das Pflegepersonal bedeuten, als Robbie vom Projekt „AriA“. Ein Roboter zu entwickeln, der beides verbindet, gestaltet sich als schwierig. Schließlich soll der Roboter nicht bedrohlich wirken und der Patient soll keine Angst vor ihm haben.

Ebenfalls stellt es noch eine Herausforderung dar, dass der Roboter dynamisch auf sein Umfeld reagieren kann. In einem Altenheim wäre ein Roboter in ständig wechselnden Situationen und er müsste aus dem Kontext herauslesen können, was gerade passiert und darauf reagieren – so weit ist die Forschung noch nicht, auch mit einer künstlichen Intelligenz kann hier relativ wenig ausgerichtet werden.

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