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Senioren zocken: Rentner als YouTube-Phänomen

Dass sie in ihrem Alter noch mal zu einem solchen Bekanntheitsgrad gelangen könnten, hatte wohl keiner der Seniorinnen und Senioren geahnt, als sie gefragt wurden, ob sie für einen YouTube-Kanal vor der Kamera „zocken“ wollen. Unter „Zocken“ versteht man das Spielen von Computer- oder Konsolenspielen, also etwas, das gemeinhin eher in der jüngeren Generation verbreitet ist. Dennoch – oder gerade deswegen – sind die Videos der spielenden Seniorinnen und Senioren ein Hit. Ob Fahrsimulatoren, klassische Rennspiele oder aber High-Tech mit Virtual Reality (dt.: virtuelle Realität): Es gibt nichts, was nicht getestet wird. Und hunderttausende Fans schauen ihnen dabei zu.

Damit man das Phänomen versteht, muss man einen kleinen Ausflug in die Welt von YouTube machen. Auf der Videoplattform kann jeder Videos hochladen, der es möchte. Alles, was man dafür benötigt, ist ein Account. So kann man seinen eigenen Kanal erstellen, auf dem die Videos geteilt werden. Diese Kanäle kann man abonnieren und die Videos kommentieren. Genau so fingen auch die rüstigen Rentnerinnen und Rentner im Jahr 2015 an. Sie mauserten sich schnell vom Geheimtipp zu einer solchen Größe, dass sie 2018 sogar eine Goldene Kamera des YouTube Digital Awards erhielten. Stand heute hat der Kanal von „Senioren Zocken“ 690.000 Abonnenten und ihre Videos wurden 54.674.763 Mal aufgerufen. Eine beachtliche Anzahl, bedenkt man, wie viele Stunden Material jede Minute auf YouTube hinzukommen und gegen die man sich durchsetzen muss.

Wer sind die Stars vor der Kamera?

Es sind ganz normale Menschen, die vor der Kamera stehen. Ob Architekt, Pflegekraft oder kaufmännischer Angestellter, jeder ist mit dem gleichen Herzblut dabei. Über sich selbst sagen sie: „Wir sind die Senioren, die keine Angst vor neuer Technik haben!“. Erfahrung haben sie keine und das sieht man manchmal auch. Darum geht es aber nicht, denn sie probieren einfach alles aus. Oder, um den Spieler Georg zu zitieren: „Probieren geht über Studieren. Und mehr als blamieren kann ich mich nicht.“ Mit seinen 74 Jahren gehört er eher noch zu den Jüngeren, die älteste Zockerin war 91, als sie starb. Das Video, das ihr gewidmet ist, ist übrigens das meistgesehene mit 2,9 Millionen Aufrufen. Das zeigt deutlich, welchen Status Uschi, Peter, Evelyn und Co. bei den meist jungen Fans haben. Mittlerweile werden sie teilweise auf der Straße erkannt und haben ihre eigenen Autogrammkarten. Ein Selfie mit begeisterten Schulklassen? Ganz normal.

Warum sind die zockenden Senioren so berühmt?

Es ist wohl das Ungewöhnliche, die scheinbare Unvereinbarkeit zweier Welten, die hier faszinieren. Wer hat schon einmal Omas und Opas zockend und fluchend vor dem Computer gesehen? Das macht aber nur einen Teil des Phänomens aus, denn es sind die Persönlichkeiten der Rentnertruppe, die das ganze zum Erfolg werden ließen. Wenn Melita mit ihren 80 Jahren den Rollator an der Seite stehen lässt, um zu tanzen oder beim virtuellen Traktorfahren mal das eine oder andere Auto mitgenommen wird, ist das unheimlich charmant. Mitnichten wird die Spielertruppe aber vorgeführt, auch wenn es mal nicht klappt. Im Gegenteil, in den Kommentaren unter ihren Videos liest man vor allem immer wieder eins: Respekt dafür, dass sich die Zocker einfach ausprobieren und eben keine Angst vor dem Scheitern haben. Und damit zeigen sie der jungen Generation ganz deutlich, wer die Nase vorn hat.


Neugierig geworden?

Dieses Video ist nur eines von vielen. Es handelt sich um einen Fahrsimulator und Aufgabe des Spieles ist es, eine Farm zu bewirtschaften.

Wie ist das bei Dir? Hast Du auch schon einmal ein Computer- oder Konsolenspiel gespielt? Oder würdest es gerne tun? Sag es uns in den Kommentaren!

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