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Zwölf Feierabendler drückten am 10. Juni nach langer Zeit wieder einmal die Schulbank. Besser gesagt: Sie waren Gasthörer im Zoologischen Institut der Universität Rostock. Prof. Dr. Ragnar Kinzelbach hatte den Ruf von Blackhuskyman erhört und versprochen, diesmal etwas betagtere Studiosis über die Exponate und die Arbeit am Institut zu informieren. Dies tat er mit ausgesucht leise-monotoner Stimme, wahrscheinlich, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer besonders zu erwecken. Und dies gelang ihm auch. Immerhin hätte keiner von uns zuvor sofort etwaige Prüfungsfragen zum Institut beantworten können.
Nun aber wissen wir: Seit 1775 existiert diese zoologische Sammlung; damit ist sie die älteste der Universität Rostock. Ihr Gründer war uns dann doch schon bekannt: Gerhard Tychsen, der 1783 bis 1813 in Rostock lehrte und forschte. Er hat einen großen Anteil daran, dass die Uni Rostock heute die umfangreichste Schnecken- und Muschelsammlung der Meerestier-Sammlungen weltweit besitzt! Das Besondere daran: Viele Sammlungsstücke dienen der Evolutionsforschung. So 500 Holotypen, also Referenzstücke, für die erste Beschreibung und Benennung von Tierarten.
Inzwischen hütet das Rostocker Haus am Uniplatz fast 150 000 Serien – Tiere des Meer-, Brack- und Süßwassers, Fische, Mollusken, Vögel und Insekten. Bedeutend dabei: Belegsammlungen von Borstenwürmern, Insekten, Skorpione, Spinnen. Auch eine Vogelsammlung ist zu bewundern – und natürlich der Rostocker Pfeilstorch von 1822, der als ältester Nachweis für den Fernzug von Vögeln gilt.

„Die Sammlung ist gemäß ihres Grundkonzeptes der akademischen Lehre auf das ganze Tierreich weltweit ausgerichtet und grundsätzlich keine Regionalsammlung“, ließ Prof. Kinzelbach zu alldem wissen. Er bedauerte, dass für diesen Bereich vor allem das finanzielle Korsett an der Universität recht eng geschnürt wurde und wird. Ein Förderverein wurde 2008 gegründet, er ruft alle Interessierten auf, der Universität etwaige Privatsammlungen zu überlassen. „Sie werden mindestens für die nächsten 233 Jahre gepflegt und genutzt“, heißt es. Und: „Eine übergeordnete Funktion ist Vermehrung und Verbreitung des Wissens über Tiere weltweit.“ Für diese Aufgabe nimmt der Verein Spenden entgegen. Und es gibt regelmäßig mittwochs öffentliche, wissenschaftliche Vorträge, die jeder besuchen kann.

Wir wandelten nach des Professors Worten im Hörsaal gemeinsam mit ihm zu den Schaukästen, bestaunten das präpariere Getier hinter Glas oder im Glas, ließen uns aufklären und hatten Freude daran, den leider verstorbenen riesigen Eisbären aus dem Rostocker Zoo so fachmännisch präpariert zu sehen. „Dutzende Tiere im Glas mit traurigen Augen möchten noch beschrieben werden“, so der Professor, „obwohl 250 Diplomanden bereits ihre Arbeiten vorlegen.“ Übrigens: dass eine Muschel zu bestaunen ist, die neun Liter Inhalt fasst oder 180 Hühnereier, das ließ uns allesamt noch einmal mehr erstaunen.

Auch wenn die Fülle der Informationen überwältigend war – der Besuch im Zoologischen Institut ließ uns darüber nachdenken, immer mal wieder dorthin zu pilgern, um die Kenntnis über diese Tierwelt noch weiter zu vertiefen oder auch einfach nur aufzufrischen. Immerhin ist der Weg dorthin, zum Universitätsplatz 2, einfach zu finden.

nomoko

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