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Zwölf Feierabendler und ihre Gäste auf Tour zum Wildkräuterhotel Ehmkendorf

Es stimmt also doch: Was lange währt, das wird gut. Am 2. Oktober haben wir uns dafür selbst den Beweis geliefert: Eigentlich wollten wir schon eher auf die Pedale steigen und in den Raum Tessin bis Ehmkendorf starten – doch wir hatten nicht nur mit der Wetterbestellung so unsere Probleme.
Nun aber, an diesem zweiten Oktobertag, stimmte alles. Die Sonne strahlte uns ununterbrochen zu – schon während der Autofahrt Richtung Tessin, die Räder huckepack, setzte sie alle Glückshormone frei. Am Treffpunkt Alte Zuckerfabrik angekommen – sie ist heute beliebter Freizeittreff -, war die Wiedersehensfreude der Feierabend-Radler dann auch besonders groß. Dabei waren Christine und Blacky das Empfangskomitee, weil als erste am Start. Es folgten nomoko und Arno, Freizeitfan und Siegmar und als Gäste verspätet Hanne und Siegge.

am Start
es kann losgehen

Noch vor elf Uhr konnte es los rollen – doch gleich war Stop angesagt. Immerhin wollten wir auf dem einstigen Rübendamm radeln, und dazu sollte man schon etwas aus der Historie wissen. Also: Wenn sie auch nicht die erste Zuckerrübenfabrik im Mecklenburgischen war, so war die Tessiner doch die modernste. 39 Gesellschafter , darunter die Besitzer von 23 Rittergütern, gründeten sie am 18. Juni 1894. Ein Jahr später dann wurde die Fabrik erbaut, am 18. September 1896 war Schlüsselübergabe. Sie war die erste Zuckerfabrik Deutschlands, die auf dem Einzelantrieb durch Elektromotoren basierte; eigens für die Rübentransporte wurde eine Bahnnebenstrecke Rostock-Tessin gebaut.
Dann aber, 1990, kam das Ende. Stilllegung. Und die Fabrik wurde eins der 100 wichtigsten technischen Denkmäler Mecklenburg-Vorpommerns. Jahre danach zog wieder Leben in das gewaltige Backsteingebäude ein: Die Stadt Tessin eröffnete hier ein Freizeitzentrum.
Wurden die Schienen der einst 65 Kilometer langen Rübenbahn auch zumeist entfernt – der Rübendamm ist geblieben. Und den radelten wir entlang, mit dem schönen Blick in die Landschaft, über den Fluss Recknitz hinweg bis Vilz . Die schöne Felssteinkirche ließ uns kurz verweilen, die gewaltige Glocke, die im Freien aufgestellt ist, versuchten wir gar nicht erst zu läuten.

Dann aber ging es zügig durch Wald und Feld nach Thelkow – auch hier erinnert ein Gespann, aus Holz gefertigt, an die einstigen Rübentransporte – und hin zum Sportplatz der Gemeinde. Die hier aufgestellten Bänke lockten uns natürlich sofort zum Verweilen – Mittagsbrote wurden ausgepackt. Lecker, lecker.

Mittagspause
auf zur Mittagspause

Wieder ging es dann durch Wald und Feld, mit Weiterbildungspause bei zwei Steinzeitgräbern – bis wir vorfristig 14.15 Uhr unser Ziel „Wildkräuterhotel Ehmkendorf“ erreichten. 15 Uhr war Hotelchefin und Kräuterexpertin Nora Fischer bestellt, zur Wildkräuterwanderung. Und so hatten wir noch Zeit für leckeren Zuckermandelkuchen, Kaffee und Rosewein. Zu alldem haben wir natürlich mit Hallo die Autofahrer Gittelies und Arnold ebenso herzlich begrüßt wie Hundeliebhaberin, die ihre Schwester mitgebracht hatte.

Kräuterhotel
unsere letzte Etappe - das Kräuterhotel

So gestärkt ging's in die Kräuter. In die Wildkräuter auf dem Gutshof. Verblüfft erfuhren wir, dass die Nachtkerze auch eine Wunderkerze ist – nicht nur die Blüte, auch die Samen auf den Gourmet-Tisch passen. Dass man Gundermann getrost mit nach Hause tragen sollte, war uns schon ziemlich bekannt. Nun aber können wir auch den essbaren vom ungenießbaren Holunder unterscheiden (hoffentlich), haben das Multitalent Sonnenblume studiert und uns auch mit dem Schierling und dem Bärlauch befasst.

Auf jeden fall ist die Kräuterwanderungsstunde mit Nora Fischer zu empfehlen, auch der Kaffeeklatsch im schon sanierten Gutshof. Der war 1790 als Meierei errichtet worden. 1945/46 wurde er Zufluchtsort für Entwurzelte; und in den 60er Jahren hatte der Zahn der Zeit gehörig seine Spuren hinterlassen. Das Gebäude war Wohnsitz, Verwaltungs- oder Dienstleistungsgebäude – und stark vernachlässigt.
Anfang der 90er Jahre kam es wieder in Privatbesitz, wurde baulich gesichert, behutsam voll saniert – und im September 2007 eröffnete Nora Fischer hier ihr Wildkräuterhotel Gutshaus Ehmkendorf.
Wahrscheinlich, weil uns im Gutshaus eine Buttermilch mit unzähligen Kräutern serviert worden war, rollten wir nach 16 Uhr recht zügig zurück Richtung Tessin.

Und während alle frohgemut in ihre Autos stiegen, lockte nomoko ihren Arno noch ein paar Querstraßen weiter zum Tessiner Badesee. Nach jahrelangem Kampf ums Geld konnte Bürgermeister Fred Ibold ihn kürzlich einweihen. Und die Tessiner genießen auch hier den unverstellten Blick in die schöne Landschaft.

nomoko

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