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20.10.2017 Buchlesung zu Zwei Bäume in Jerusalem

Ein Buch, das zutiefst berührt,

das aufrüttelt,

das fordert, genauer hinzusehen.

2 Bäume in Jerusalem
2 Bäume in Jerusalem

bei Heide
bei Heide

Es ist diesmal ein Freitag, 20. Oktober 2017, an dem wir uns treffen. Neu Mistorf ist unser Ziel, Cornelia Schmalz-Jacobsens Buch „Zwei Bäume in Jerusalem“ unser Lesebuch. Heide und Hagen freuen sich über unser Eintreffen; mit dabei sind Frei-zeitfan, Siegmar, Hundeliebhaberin, Blackhuskyman, Christine, nomoko und Arno.

Dieses Mal haben wir uns ein Buch ausgesucht, das niemanden ohne tiefe Erschütterungen zurück lässt. Es geht um eines der schwärzesten Kapitel deutscher Geschichte: Die Judenverfolgung und -ermordung. Cornelia Schmalz-Jacobsen erzählt auf 220 Seiten die Geschichte ihrer Eltern. Und das ist auch die Geschichte
ihrer eigenen Kindheit.
In der „Allee der Gerechten“ in Yad Vashem, Jerusalem, wachsen Bäume, die zu Ehren und zur Erinnerung an Menschen gepflanzt wurden, die Juden in ihrer schwersten Zeit beigestanden haben. Donata und Eberhard Helmrich, die Eltern von Cornelia Schmalz-Jacobsen, gehören zu diesen Unerschrockenen.

Die Erlebnisse von Schmalz-Jacobsen im 3. Reich

Ich war vor Jahren in Jerusalem. Ich war in Yad Vashem. Ich habe die unzähligen Bäume gesehen, die, mit Namensschildern versehen, für unerschrockene Retter gepflanzt wurden. Ich habe die Stimmen in der Gedenkstätte gehört, die ununterbrochen, ohne Pause, die Namen der Tausenden ermordeten Juden nennen, für die in den schwarz verhüllten Räumen kleine Lichter neben den Porträts aufflammen. Ich habe Gänsehaut, während ich diese Sätze schreibe. . .

Cornelia Schmalz-Jacobsen erzählt die Geschichte ihrer Familie. Die Familie Helmrich, Vater, Mutter, vier Kinder, wohnte in Berlin. Die Eltern lehnten konsequent den Nationalsozialismus ab und engagierten sich für Verfolgte. Auch als der Vater 1941 nach Drohobycz in Galizien als Gebietslandwirt eingesetzt wird, schützen, helfen, verbergen sie jüdische Nachbarn, besorgen falsche Papiere als Ariernachweis, verstecken, bringen Verfolgte in Sicherheit. Als Ukrainerinnen oder Polinnen getarnt, arbeiten Jüdinnen als Hausangestellte. Die Kinder der Helmrichs nehmen an keiner Nazi-Veranstaltung teil. Eberhard und Donata Helmrich haben schätzungsweise dreihundert Juden gerettet. Menschenleben.

Es ist beeindruckend, darüber zu lesen. Von dem Mut der Familie, die sich natürlich selbst in Gefahr brachte. Davon aber auch zugleich, dass Widerstand auch im Kleinen möglich war!

Erschütternd und bedenklich, dass in Nachkriegsdeutschland die Zeit des Nationalsozialismus in den Schulen und Familien noch lange als Tabu galt. Erst Ende der sechziger Jahre wurde die Erinnerung an die NS-Zeit diskutiert und in die Lehrpläne aufgenommen. Cornelia Schmalz-Jacobsen, geprägt vom liberalen Weltbild ihrer Mutter, schreibt: „Damals, als Kind in Berlin, hatte ich mir vorgestellt, dass meine Eltern, auf die ich so maßlos stolz war, nach dem Krieg sozusagen 'ganz groß herauskommen' würden und wir Geschwister mit ihnen. Das hatte sich dann rasch als Hirngespinst erwiesen, weil nämlich Widerstand und Rettung von Verfolgten keinen Menschen in Deutschland interessierten!“
Erschütternd, bitter, nachdenkenswert.

Erschütternd, bitter, nachdenkenswert





Gut, dass wir dieses Buch gelesen haben. Wir Nachkommenden haben in der Schule und beim Studium viel über die Hitler-Greuel-Zeit gehört, gelesen, verstanden. Wirklich?

Autor: Feierabend.de Mitglied nomoko

Ingelinde Spiller

Bilder: Blackhuskyman

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