Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

Bequem mit Facebook einloggen:

facebook login

Für Gestaltung und Inhalt dieser Regionalseiten sind ausschließlich die jeweiligen Regionalbotschafter verantwortlich. Die von den Regionalbotschaftern eingegebenen und heraufgeladenen Inhalte unterliegen grundsätzlich weder einer Kontrolle durch Feierabend, noch nimmt Feierabend hierauf Einfluss. Hiervon ausgenommen sind werbliche Einblendungen und Beiträge die von Feierabend direkt eingestellt wurden und als solche gekennzeichnet sind.

Buchlesung am 14. Oktober 2013
Thema: Der Spiegel-Bestseller „Tschick“
von Wolfgang Herrndorf
Treffpunkt: Neu-Mistorf
Die Diskussionsrunde:
Helene, Hundeliebhaberin, Blackhuskyman mit Christine, nomoko mit Arno

Buchlesung bei Heide
Buchlesung bei Heide
Buchbesprechung bei Helene
Helene und Nomoko im Gespräch

Wir sind das eine Prozent!
„Ein Resümee, das Maik, der Ich-Erzähler, gegen Ende zieht, lautet: 'Die Welt ist schlecht, und der Mensch ist auch schlecht. Trau keinem, geh nicht mit Fremden und so weiter. Das hatten mir meine Eltern erzählt, das hatten mir meine Lehrer erzählt, und das Fernsehen erzählte es auch. Wenn man Nachrichten kuckte: Der Mensch ist schlecht. Wenn man Spiegel TV kuckte: Der Mensch ist schlecht. Und vielleicht stimmt das ja auch, und der Mensch war zu 99 Prozent schlecht. Aber das Seltsame war, dass Tschick und ich auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegneten, das nicht schlecht war.“

Die einen sagen, „Tschick“ ist ein Jugendbuch. Die anderen: Es ist ein Bildungsroman. Auf jeden Fall begann mit „Tschick“, das 2010 erschien, für seinen Verfasser Wolfgang Herrndorf der große schriftstellerische Erfolg. Um so tragischer, dass der 1965 geborene Herrndorf bereits am 26. August 2013 freiwillig aus dem Leben schied. Er wollte seiner unheilbaren Krankheit zuvor kommen. Das macht uns betroffen und traurig. Auch, weil wir mehr solcher erfrischenden Bücher von ihm erwartet hätten. Vielleicht eins, wie es mit den beiden Protagonisten aus Tschick weiterging. Immerhin sind sie in diesem Buch erst 14, von zu Hause ausgerissen, um „Ferien zu verleben“.
Das, was Herrndorf uns mit Maik und Tschick erleben lässt, ist raumhaft, poetisch, oft unheimlich, oft sehr komisch. Die Schüler kommen aus unterschiedlich problematischem Milieu – Maiks wohlhabende Eltern gehen getrennte Wege, sie liebt den Alkohol, er seine Sekretärin. Tschick, eigentlich Tschickatschow, kam mit seinem Bruder aus Russland. Beide sind in der Klasse Außenseiter, finden sich durch Zufall, unternehmen mit einem gestohlenen Auto eine Fahrt in die „Walachei“. Die Erlebnisse dabei, das Verhalten der Menschen, die sie treffen, scheint oft beunruhigend, doch zumeist rühren beide Teenager den Leser an Herz und Seele.
Wir jedenfalls in unserer Diskussionsrunde in Neu Mistorf empfanden dieses Buch als Bereicherung, bekamen durch seinen Inhalt auch neue Erkenntnisse, zum Verhalten Jugendlicher – und haben selbst auch ein bisschen Nabelschau unternommen.

Wir bleiben dabei: Buchlesungen finden weiterhin statt. Weniger im Sommer, doch spätestens im Herbst und Winter. Natürlich nutzen wir sie auch, über andere bewegende Themen unserer Zeit zu diskutieren, zu fachsimpeln, auch zu politisieren. Sicher werden wir demnächst zahlenmäßig wieder „zunehmen“ - das nächste Treffen und das nächste Buch sind bereits im Visier.
Wir wollen Alice Munros Buch „Zu viel Glück“ lesen, für das sie soeben mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde.

nomoko

Nomoko
Nomoko

Artikel Teilen


Artikel bewerten
5 Sterne (4 Bewertungen)

Nutze die Sterne, um eine Bewertung abzugeben:


1 1 Artikel kommentieren
Regional > Rostock > Buchbesprechungen > Buchbesprechungen 2013 > Buchbesprechung am 14. Oktober bei Helene