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Leserunde am 19. Februar 2013


Tatort: Domizil von Blackhuskyman in Fahrenholz

Teilnehmer: Uli Blackhuskyman und Christine, Heide und Hagen, Clementine,

Hundeliebhaberin, nomoko und Arno


Thema: Per Pettersons Werk „Pferde stehlen“

2006 im Hanser Verlag München erschienen

Ein Buch über Liebe, Tod, Politik, Verrat. Eine große tragische Vatersuche.

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Vorab ist eine Aussage wichtig: Dieses Buch des Norwegers Per Petterson hat alle im Leseteam beeindruckt. Der gelernte Bibliothekar, 1952 in Oslo geboren, erhielt für dieses Werk dann auch 2007 den mit 100 000 Euro dotierten IMPAC-Preis. Zudem ist der Mann mit dem Literaturpreis des Nordischen Rates (2009), dem Brage-Preis (2009) und dem Norwegischen Kritikerpreis (2009) geehrt worden. Er arbeitete zuvor als Buchhändler, Übersetzer und Literaturkritiker.

Petterson lässt uns die Geschichte des Trond Sander so erleben, als wäre es seine eigene. Dieser rätselhafte Mann, der sich nach dem Tod seiner Frau pensionieren lässt und in die Stille Nordnorwegens zurückzieht, nimmt seine Leser mit in die Vergangenheit. Stellt uns Fragen, fordert Verstehen, Verzeihen, Vergessen.

Als schon betagter 67-Jähriger kehrt er zurück in die Einsamkeit Nordnorwegens, durchlebt erneut das Trauma des Verlassenwerdens durch den Vater. Hier auf dem Terrain seiner Jugend wohnt die Erinnerung vor allem an den letzten Sommer mit seinem Vater 1948. Hier sucht Trond Sander seine Geschichte und findet: Der Vater arbeitete im norwegischen Widerstand gegen die deutschen Besatzer. Lebte ein Doppelleben, half bedrohten Menschen über die Grenze – in die Sicherheit.

Und der Leser ist beeindruckt von den Gefühls- und Landschaftsbeschreibungen in einer unglaublichen Bildhaftigkeit - man „sieht“ die Weite, die Wälder, die Einsamkeit. Und man lebt mit den Protagonisten, fühlt mit ihnen, wird zur inneren und äußeren Reflektion des eigenen Lebens angeregt.

Tief emotional – vielleicht mehr als ein Zufall ? – das plötzliche Treffen mit einem Nachbarn, der die Erinnerung nochmals aufleben lässt: Der „Fremde“ ist der Bruder von Jon, Sanders Freund aus Jugendjahren, den er nach einem dramatischen Unglück all die Jahre danach nie wiedergesehen hat.

In ruhiger, klarer Sprache erzählt uns Petterson diese Geschichte, stellt uns den empfindsamen, sympathischen Trond vor, der seinen übermäßig großen Vater bewundert, liebt, verehrt – wie unerträglich, unverständlich dann das Verschwinden dieses Leitbilds. Floh er wirklich mit der Mutter von Jon nach Schweden, ließ er wirklich seine Familie in Stockholm im Stich?

Das alles zu ergründen, in die norwegische Landschaft einzutauchen, aber auch die Gefahren des Krieges und des Widerstandskampfes zu reflektieren – das lohnt allemal, dieses beeindruckende Buch zu lesen und zu empfehlen. Schönes Fazit unserer Lesestunden bei Blackhuskyman.


nomoko

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