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Ort der Handlung: Diedrichshagen bei nomoko
Teilnehmer: Freizeitfan & Siegmar, Blackhuskyman & Christine,
helene & Hagen, nomoko & Arno

Das Thema: “Über den Fluss und in die Wälder”
Roman von Ernest Hemingway


Er war erst 62, als er auf mysteriöse Weise starb: Ernest Hemingway. Gut fünfzig Jahre ist das jetzt her; 1961 starb der große US-amerikanische Schriftsteller durch eine Kugel aus dem eigenen Gewehr. Ob er nun tatsächlich Selbstmord beging - was offensichtlich ist -, oder ob die Waffe wirklich beim Reinigen losging: Es ist auf jeden Fall traurig, dass er nur so kurze Zeit lebte. Seine Bücher - “Fiesta”, “Wem die Stunde schlägt”, “Der alte Mann und das Meer”, wofür er den Nobelpreis für Literatur erhielt, “In einem anderen Land” und neben anderen eben auch “Über den Fluss und in die Wälder” brachten dem Schriftsteller weltweit Ruhm und Ehre ein.
Hemingway gehörte zu der “verlorenen Generation” der 1920er Jahre, war als Kriegsberichterstatter nicht nur in Nahost, wurde mehrfach verwundet - und schrieb eben das Buch, das wir gelesen und besprochen haben, schwerkrank und auf der Schwelle des Todes stehend. Er hatte sich in Italien bei der Entenjagd eine Blutvergiftung zugezogen, die sein Leben bedrohte. Diese Situation, die er zum Glück überstand, entschuldigt sicher “die Eile”, die dieses Werk aufweist. Sicher hätte er unter anderen Umständen mehr gekürzt, mehr komprimiert, andere Schwerpunkte gesetzt.

Nun aber zu diesem Buch. Es ist langatmig, doch im typisch hemingwayschen knappen Erzählstil verfasst. Ausgeprägt realistisch, wie es seine Schreibweise war, wurde sein Stil charakteristisch für moderne Kurzgeschichten. Er selbst sagte einst: Schreib nur über das, was du kennst und schreib ehrlich. Er selbst tat das. Malt eindeutige Bilder, formuliert kurze Sätze - und lässt sich darin selbst erkennen: Als ein richtiger Mann, aufrichtig, trinkfest, zielsicher und potent.

Wir haben in dem Buch vom Colonel und Weltkriegsveteranen Richard Cantwell erfahren, von seiner Jagdleidenschaft, von seiner Liebe zu einer 19jährigen, von Kriegserlebnissen und unvergesslichen persönlichen Dramen und Entscheidungen im und gegen den Krieg. Und immer und immer wieder von seiner Liebe zum Leben. Dennoch: der Romanheld reist nach Venedig zum Sterben, lässt seine Lebensereignisse an sich vorüberziehen, erzählt davon seiner jungen Geliebten und notfalls auch nur ihrem Porträt. Alte Kriegskameraden sind bei ihm, schützen und stützen ihn, halten zu ihm. Drei Bataillone und drei Frauen hat Cantwell durch eigene Dummheit verloren. Aber, so Cantwell, ein General gönne sich nur eine kurze Nachtruhe und dürfe tagsüber keinen einzigen Denkfehler zulassen. Seine junge Freundin will alles erfahren, will die Last mit ihm gemeinsam tragen, will ihn sogar heiraten. Doch sein Leben geht mit Tabletten und Alkohol ruhig zu Ende. Da ist der Colonel gerade erst 52 Jahre alt und kriegsversehrt.

Warum haben wir uns für dieses Hemingway-Buch entschieden, das keineswegs gute Kritiken erhalten hatte? Weil wir seine anderen Werke schon kannten und ihn anlässlich seines 50. Todestages ehren wollten.

nomoko

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