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Am Donnerstag, den 24.03.2011, hatten wir Bücherfreunde bei unserer lieben Helga (Hundeliebhaberin) eingefunden, um das Buch Rabenliebe von Peter Wawerzinek auszuwerten. Helga hat uns alle sehr lieb bewirtet, wofür wir uns gerne bedanken. Peter Wawerzinek wurde mit 2 Jahren von seiner Mutter einfach in der Wohnung zurück gelassen, die sich in den Westen absetzte um hier weitere 8 Kinder von verschiedenen Männern in die Welt setzte und auch diese immer mal wieder sich selbst überließ.
Peter Wawerzinek wurde in ein Kinderheim gebracht, wo sich insbesondere eine Köchin sich liebevoll um ihn kümmerte, obwohl er sehr störrisch war und anfangs sich sogar weigerte zu sprechen. Offenbar ein schwieriges Kind. Als Schulkind wurde er von einer Lehrerfamilie adoptiert, fühlte sich hier aber auch nicht wohl und kann mit seiner Adoptionsmutter, die er abwertend „Adoptivmutter“ nannte, absolut nicht klar. Später wurde er Alkoholiker und war nicht fähig eine Bindung einzugehen. Zweifellos eine gebrochene Person.
In dem Buch „Rabenliebe“ schildert er sehr verworren seine Kindheit um sich den Frust von der Seele zu schreiben. Es ist sehr schwer zu lesen das Buch. Immer wieder schweift er ab, bringt Zeitungsausschnitte, Träumereien und Kinderreime, sowie Texte aus Volksliedern dazwischen. Ein sogenannter roter Faden einer Handlung ist nicht erkennbar. Unwesentliche Dinge, wie die Beschaffenheit eines Teppichklopfers, beschreibt er seitenfüllend sehr ausführlich, während zu wesentlichen Dingen die Beschreibung und Erläuterung fehlt.
Mir ist es nicht gelungen mehr als 10 Seiten am Stück zu lesen, weil ich dann wegen fehlender Spannung einschlief:
Meine Meinung zu dem Buch: Nicht empfehlenswert

Kommentar von Nomoko
Thema: „Rabenliebe“



von Peter Wawerzinek



Das Leseteam: Hundeliebhaberin, Blackhuskyman mit Christine, Gittelis,

Freizeitfan, Helene mit Hagen, Clementine1, nomoko mit Arno





Der Schmerzensmonolog, den Peter Wawerzinek (unter dem Namen Peter Runkel 1954 in Rostock geboren), uns auf den 427 Seiten seines Buches „Rabenliebe“ entgegenschleudert, lässt mich nicht los. Ohne Schnörkel breitet der Mann vor uns Lesern seine Lebensgeschichte aus. Ungeschönt, erschütternd, anklagend. Und ich denke: Wie viele Kinder, verlassen, verstoßen, ungeliebt, könnten Gleiches erzählen?!

Gut, dass der Mann so sprachgewaltig ist. Gut, dass ihn sein Therapeut, der seinen Alkoholismus behandelte, gefordert hat: Schreib' das auf! Schreib' dich frei! Ist ihm das gelungen?

Das Ergebnis ist „ein Buch wie ein Erdbeben“, wie es Literaturkritiker bezeichnen. Ein Buch, unerträglich und laut. Leise und liebevoll. Geduldig und unduldsam. Sprachmächtig und sprachlos zugleich. „Ein tolles Buch, das an die Nieren und zu Herzen geht. Es macht bescheiden und sehr, sehr still“, ließ uns Ernst-Jürgen Walberg im NDR wissen. Und: „Ich kenne nichts, das ihm auf dem aktuellen Büchermarkt auch nur nahe kommt.“ Wawerzinek hat dafür den Ingeborg-Bachmann-Preis bekommen.

Der gebürtige Rostocker erlaubt uns einen schonungslosen Blick in seine geschundene Seele. Er schreibt seine Biografie, um Erlebtes zu verarbeiten. Er schreibt über sein Leben und im wahrsten Sinne um sein Leben. Als Vierjähriger von der Mutter verlassen, die ihn und seine zweijährige Schwester in der Wohnung zurück ließ und in den Westen floh, landete der Junge in unterschiedlichen Kinderheimen der ehemaligen DDR. Nachbarn hatten die Kinder halb verhungert gefunden – und Wawerzinek spricht bis zu seinem vierten Lebensjahr kein Wort. Er weiß nichts von seiner Schwester, nichts von seinen Eltern. Erst mit über 50 findet er die Mutter im Westen, sucht sie auf, sträubt sich immer wieder vor der Wahrheit und geht doch zu ihr. Wie befürchtet, schlägt ihm die Mutter-Kälte erneut brutal ins Gesicht. Wärme erfährt er wenigstens von seinen acht Halbgeschwistern (!), die, wie er erfährt, ähnliche Dramen mit der Rabenmutter (!), erlebten und das Verlassenwerden kennen.

Man möchte, ich möchte nach dem Lesen dieses Buches alle Waisenkinder zu sich nehmen, möchte eingreifen, die Mütter erziehen, die Väter fordern.

Uns hat Wawerzinek mit seinen über 400 Seiten Wut, Trauer, Hass über seine verlorene Kindheit Einblick in eine verlassene Kinderseele erlaubt. Auch wir mussten beim Lesen so einiges ertragen; auch, dass einige Passagen hätten kürzer ausfallen können.

Einer aus unserer Runde würde dieses Buch nicht weiterempfehlen, „weil es zu breiig“ geschrieben ist. Wir anderen blieben nach unserem Gespräch sehr nachdenklich zurück.



nomoko



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