Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

Bequem mit Facebook einloggen:

facebook login

Für Gestaltung und Inhalt dieser Regionalseiten sind ausschließlich die jeweiligen Regionalbotschafter verantwortlich. Die von den Regionalbotschaftern eingegebenen und heraufgeladenen Inhalte unterliegen grundsätzlich weder einer Kontrolle durch Feierabend, noch nimmt Feierabend hierauf Einfluss. Hiervon ausgenommen sind werbliche Einblendungen und Beiträge die von Feierabend direkt eingestellt wurden und als solche gekennzeichnet sind.

von Robert Seethaler

Donnerstag, 26. Februar 2015: Das Feierabend-Leseteam trifft sich zum Jahresauftakt bei Clementine in Toitenwinkel. Mit dabei: Blackhuskyman mit Christine, Freizeitfan mit Siegmar, Helene mit Hagen und nomoko mit Arno.

Es ist ein überaus sonniger Februartag – und die Radler verabreden sich gleich zu ihren 2015er Radeltouren! - Doch zunächst erst einmal überrascht uns Clementine nicht zum ersten Mal mit einem festlich gedeckten Tisch, den nicht nur gleich drei leckere Kuchen und Torten zieren! Sofort sind alle Beschlüsse, gleich zum Jahresbeginn mit dem Abspecken zu beginnen, auf später verschoben worden. . .

reich gedeckter Kaffeetisch bei Clementine
reich gedeckter Kaffeetisch bei Clementine

Doch Ihr wißt ja, ein voller Bauch studiert nicht gern, und deshalb nahmen wir uns doch besser schnell unser Lese-Buch zur Hand: Robert Seethalers „Der Trafikant“. Und dabei stellten wir alle gleich fest: Der Mann hat uns mit seinem Werk, mit seinen klaren und einfachen Worten, mit seiner Sicht auf die Vormonate zum Zweiten Weltkrieg tief beeindruckt. Erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit dieser Österreicher – Jahrgang 1966 - seine Leser an ein keineswegs leichtes Thema heranführt.

Buchbesprechnung
Buchbesprechnung

Seethaler erzählt vom Erwachsenwerden eines 17-jährigen, den die Mutter zum Geldverdienen in die pulsierende Stadt Wien schickt. Und dieser Franz Huchel kommt beim Trafikanten Otto Trsnjek unter, ein verflossener Liebhaber seiner Mutter. Der nimmt den Jungen auf, schuldet er seiner einstigen Geliebten doch noch einen Gefallen. . . Und so nehmen die Ereignisse ihren Lauf: Franz verliebt sich in eine Zwanzigjährige, lernt die erste körperliche Liebe und den Kummer um ihren Verlust kennen. Er fühlt sich zu einem kleinen alten Mann hingezogen, der sich ständig kostbare Zigarren in der Trafik holt – es ist kein geringerer als Sigmund Freud, der allseits bekannte Psychoanalytiker. Ein Jude, und es ist das Jahr 1937! Dennoch: Franz will und muss lernen, will sich beraten lassen – und eine liebenswerte Bekanntschaft wird zu einer tiefen Freundsschaft.
Doch sie und alles endet, wie auch das Leben des Jungen, tragisch. Freud emigriert, zum Glück noch rechtzeitig vor den Nazis. Dem Trafikanten Trsnjek aber bringt Denunziantentum eines Fleischers nicht nur barbarische Folter, sondern auch den Tod. Und Franz? Der begreift nach und nach, wächst mit und an den Ereignissen – und liefert sich selbst den Schergen aus. Aus Protest?! Und dennoch hebt er sich einen kleinen Funken Hoffnung auf: Als die Nazis in holen, verschließt er den Verkaufsraum der Trafik. Wird er einmal wiederkommen? Sicher, denn Unrecht können, dürfen die Menschen nicht ewig dulden. . .

gespannte Aufmerksamkeit
gespannte Aufmerksamkeit

Welch dramatische Zeit. Welch ein Glück, heute zu leben. Aber: Welch eine Beunruhigung, dass es erneut so viel Hass und Krieg auf unserem Kontinent gibt!

unsere liebe Gastgeberin
unsere liebe Gastgeberin

Artikel Teilen


Artikel bewerten
5 Sterne (5 Bewertungen)

Nutze die Sterne, um eine Bewertung abzugeben:


1 1 Artikel kommentieren
Regional > Rostock > Buchbesprechungen > Buchbesprechnungen 2015 > Buchbesprechung vom 26.02.2015