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Buchlesung in Minibesetzung

Es war die letzte Buchbesprechung des Feierabend-Leseteams in diesem Jahr. Und es war die erste mit einer derartigen Minibesetzung. Ganz sicher war die Vorweihnachtszeit und auch die Erkältung Schuld daran, dass am wunderschön gedeckten Kaffeetisch bei Freizeitfan nur Blackhuskyman und Christine, nomoko und Arno plus Siegmar, Freizeitfans Ehemann, Platz genommen hatten.

Konzert ohne Dichter

Das Buch aber, das diesmal unser Thema war, beeindruckte nicht nur diese sechs Lesefreunde. Geschrieben hatte es Klaus Modick, ein promovierter Hamburger Germanist, der sich auch mit Geschichte und Pädagogik beschäftigt hat. Sein Titel:

„Konzert ohne Dichter“.

Dieser Künstlerroman beschreibt die Desillusionierung der Welt der Boheme. Wir lesen von Heinrich Vogeler und Rainer Maria Rilke, die sich in Worpswede kennenlernten. Sich achten lernten, sich verachten lernten. Während Heinrich Vogeler als eine begabte und hochkreative Künstlerpersönlichkeit beschrieben wird – er malte, er betätigte sich als Architekt, er gestaltete, er war Schriftsteller, Pädagoge und auch Grafiker. Noch heute zeugen die kleinen Büchlein des Insel Verlages mit ihren fantasievollen Einbänden von seiner Handschrift. Nomoko hatte eins dieser Bändchen mit Gedichten von Rilke mitgebacht.

Rilke ein Blender

Alles lauscht nomoko
Alles lauscht nomoko

Über Rilke erfuhren wir an diesem Nachmittag, was den meisten von uns zuvor nicht unbedingt bekannt war: Dass er ein Schnorrer war, ein Frauenheld. Dass er anfangs schlecht schrieb und erst mit den „Duineser Elegien“ einen Namen bekam. Und wir konnten auch zwischen den Zeilen lesen, dass sich Rilke nach Worpswede und zu Vogeler gesellt hat, um von dessen Einfluss zu profitieren. Was ihm auch gelang; immerhin öffnete Vogeler dem Neuling im Kreis der Worpsweder Künstlerkolonie die Tür zum Erfolg.

keine heile Welt

Wer dieses Buch liest, erkennt: Es ging in diesem idyllischen Städtchen wahrlich nicht nur nett zu. Schaut man sich das hochverehrte und ausgezeichnete Bild Vogelers an, ist ein leerer Stuhl zwischen seinen Künstlerfreunden zu erkennen. Während alle Worpsweder dargestellt sind, fehlt Rilke. Und noch eins: Niemand auf dem Bild lächelt. Ernst wie offensichtlich die Situation mit unzähligen Unstimmigkeiten war, hat Vogeler die Gesichter gemalt. Keine heile Welt.

Für uns Leser – darin waren wir uns bei unserem Treff einig – war das Buch eine Bereicherung, auch eine Geschichtsstunde in Sachen Kunst und Künstler.

Nomoko
P.S.: Ein ganz aktuelles Buch steht nun auf dem Programm für 2016:
„Gehen, ging, gegangen“ von Jenny Erpenbeck, Knaus-Verlag

Autor: Feierabend.de Mitglied nomoko

Ingelinde Spiller

Bilder: Blackhuskyman

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