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Der Urologe Prof. Dr. Stefan Siemer hat bereits hier einen Einblick in das Thema Prostatakrebs gegeben. Er ist in diesem Bereich sehr erfahren und hat schon viele Prostataoperationen durchgeführt – auch mit Hilfe der roboter-assistierten Operationsmethode.

Können Sie mehr über die roboter-assistierte Prostataoperation erzählen?

Die roboter-assistierte Operation klingt von außen betrachtet sehr innovativ, dabei ist sie gar nicht so neu, wie viele denken: Bereits 1999 wurde die erste roboter-unterstützte, minimalinvasive Operation mit dem Chirurgiesystem da Vinci in Frankfurt am Main durchgeführt.1 Seitdem hat sich viel getan – so wurde das damals eingesetzte System kontinuierlich verbessert.1
Der Begriff „Roboter“ ist in diesem Zusammenhang eigentlich falsch gewählt. Das System führt keine Bewegungen selbstständig durch. Vielmehr werden die Bewegungen des Operateurs verfeinert übertragen. Ein erfahrener Chirurg führt die Operationen durch. Er steuert die Roboterarme über eine Konsole, die in unmittelbarer Nähe zum Patienten steht. Ein weiterer Arzt und ein geschultes OP-Team assistieren ihm während der Operation.

Operationstisch

Quelle: Intuitive Surgical

An der Konsole schaut der Operateur auf den Monitor, der eine mehrfach vergrößerte Sicht auf den Operationsbereich bietet. Von hier aus bewegt er die OP-Instrumente – diese Bewegungen setzt das Chirurgiesystem um. Die Instrumente sind sozusagen der "verlängerte Arm" des Operateurs.2 Die Instrumente ermöglichen dabei jedoch einen höheren Bewegungsradius als die menschliche Hand und natürliche Zitterbewegungen werden abgefangen. Der Chirurg kann sich sehr vorsichtig und schonend durch das Gewebe bis zur Prostata vorarbeiten. Das umliegende Gewebe wird hierbei maximal geschont. Das gesamte OP-Team ist auf das roboter-assistierte Chirurgiesystem bestens geschult.

Die Vorteile für den Patienten sind vielfältig: Eine roboter-assistierte Operation kann mit weniger Komplikationen, einer besseren Wundheilung, weniger Schmerzen und einer kürzeren Regenerationszeit im Vergleich zu einer offenen oder laparoskopischen Operation verbunden sein. Der Grund ist einfach: Mit den Instrumenten kann der Chirurg auf engstem Raum arbeiten und setzt dabei nur kleine, sehr präzise Schnitte. Durch die Mehrfachvergrößerung kann er so beispielsweise Blutgefäße, aber auch Nervenstränge sehen, die er sonst schlechter erkannt hätte. Weniger Gewebe wird beschädigt. Dies kann zu einem geringeren Blutverlust für den Patienten, weniger Schmerzen und einer schnelleren Wundheilung führen.3-10

Vielen Dank, Herr Professor Siemer, für diesen Einblick!

Bereits mehr als die Hälfte aller radikalen Prostatektomien werden in Deutschland roboter-assistiert durchgeführt und die Zahl steigt immer weiter.1 Solltest Du oder einer Deiner Angehörigen die Diagnose Prostatakrebs erhalten haben, frage Deinen Arzt nach einer für Dich individuell passenden Therapie.

Zum Thementreff Prostata




1 Unternehmensangabe von Intuitive Surgical Deutschland GmbH
2 Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst, 09.08.2017, abrufbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de
3 Adams, R. D., et al. (2014). “Initial multicenter community robotic lobectomy experience: comparisons to a national database.” Ann Thorac Surg. 2014;97: 1893–1898 (discussion 1899–900).
4 Pilecki, M., et al. (2014). „National multi-institutional comparison of 30-day postoperative complication and readmission rates between open retropubic radical prostatectomy and robot-assisted laparoscopic prostatectomy using NSQIP (National Surgical Quality Improvement Program).“ Journal of Endourology, 28(4):430–436.
5 Trinh, Q.D., et al. (2012). “Perioperative outcomes of robot-assisted radical prostatectomy compared with open radical prostatectomy: results from the nationwide inpatient sample.” Eur Urol. 2012 Apr; 61(4):679–685.
6 Tewari, A., et al. (2012) “Positive surgical margin and perioperative complication rates of primary surgical treatments for prostate cancer: a systematic review and meta-analysis comparing retropubic, laparoscopic, and robotic prostatectomy.” Eur Urol. 2012 Feb 24.7.
7 Khalifeh, A., et al. (2012) “Comparative outcomes and assessment of trifecta in 500 robotic and laparoscopic partial nephrectomies: a single surgeon experience.” J Urol. 2012 Oct 16. pii: S0022-5347(12)05220-2. doi: 10.1016/j.juro.2012.10.021.
8 Tollefson, M.K., et al. (2011). “Robotic-assisted radical prostatectomy decreases the incidence and morbidity of surgical site Infections.” Urology, 78(4):827–831.
9 Lau, S., et al. (2012). „Outcomes and cost comparisons after introducing a robotics program for endometrial cancer surgery.“ Obstet Gynecol. 119(4): 717–724.
10 Paley, P. J., et al. (2011). "Surgical outcomes in gynecologic oncology in the era of robotics: Analysis of first 1000 cases." American Journal of Obstetrics and Gynecology 204(6): 551.e551–551.e559.

Das da Vinci Chirurgiesystem ist ein medizinisches Gerät, das von Intuitive Surgical, Inc. hergestellt wird


Themen > Gesundheit > Prostata > Roboter im Einsatz