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Ein Roboter als Assistent des Chirurgen?

Die Diagnose Prostatakrebs ist erst einmal ein Schock. In vielen Fällen ist eine Operation erforderlich, um die befallene Drüse zu entfernen. Die sogenannte radikale Prostatektomie empfiehlt sich vor allem, wenn der Krebs sich nur in der Prostata befindet und sich noch nicht auf andere Organe ausgeweitet hat. Männer können ohne Prostata leben, allerdings können sich Probleme wie Inkontinenz oder Impotenz entwickeln. Dies kann, muss aber nicht der Fall sein.1 Daher ist es wichtig, dass bei einer Operation so schonend wie möglich vorgegangen wird. Dies erfordert einen erfahrenen Operateur und eine gute Sicht auf das zu operierende Feld.

Arzt spricht mit Patient

Bild: Gettyimages Sviatlana Lazarenka

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Operationsmöglichkeiten:

1. Offene Operation:
Die offene Operation ist der klassische Weg. Der Arzt macht hierbei einen Schnitt am Unterbauch und operiert die Prostata heraus. Im Anschluss wird die Wunde wieder zugenäht.

2. Laparoskopische Operation:
Die Alternative zu einer offenen Operation ist die sogenannte laparoskopische Variante. Hierbei macht der Chirurg kleine Schnitte im Bauchraum, durch den die Instrumente eingeführt werden. Dies nennen Fachleute auch „minimalinvasiv“ oder „Schlüssellochoperation“. Der Chirurg schiebt dabei eine kleine Kamera, das Endoskop, und die Operationsinstrumente in die Öffnungen. Das Bild wird dann auf einem Monitor übertragen, damit der Arzt in das Innere des Bauchraums schauen kann. Die Instrumente werden vom Operateur von außen per Hand gesteuert.

3. Roboter-assistierte Operation:
Bei der roboter-assistierten Operation handelt es sich auch um eine laparoskopische, minimalinvasive Methode. Der Unterschied zu den anderen Operationsarten ist, dass bei einem roboter-assistierten Eingriff der Chirurg an einer Konsole sitzt und nicht direkt über den Patienten gebeugt steht.

Die Konsole befindet sich im Operationsraum unmittelbar neben dem Operationstisch. Der Chirurg schaut in der Konsole auf einen Bildschirm, der das Operationsfeld im Bauchinneren um ein Vielfaches (meist 10x) vergrößert und in 3D-HD anzeigt. So sieht der Chirurg ganz genau, wo er Schnitte setzen muss und hat eine sehr gute Sicht auf Nervenstränge und angrenzende Blutgefäße. Der Chirurg steuert über die Konsole außerdem die Instrumente am Operationstisch. Die Bewegungen seiner Hände werden dabei in Echtzeit übertragen. Die Instrumente lassen sich besser rotieren, als es die menschliche Hand vermag und das natürliche Zittern des Operateurs wird herausgefiltert.2-9 Eines der bekanntesten roboter-assistierten Chirurgiesysteme ist das da Vinci-Operationssystem, mit dem schon über sechs Millionen Eingriffe weltweit durchgeführt wurden.10

Je nach Klinik werden unterschiedliche Methoden angeboten. Informiere Dich bei Deinem Urologen über die verschiedenen Kliniken, die Vor- und Nachteile jeder Technik und welche der Operationsmöglichkeiten für Dich infrage kommt.

Zum Thementreff Prostata

1 Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst, 09.08.2017, abrufbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/prostatakrebs/behandlung-operation.php, letzter Zugriff am 18.12.2019.
2 Adams, R. D., et al. (2014). “Initial multicenter community robotic lobectomy experience: comparisons to a national database.” Ann Thorac Surg. 2014;97: 1893–1898 (discussion 1899–900).
3 Pilecki, M., et al. (2014). „National multi-institutional comparison of 30-day postoperative complication and readmission rates between open retropubic radical prostatectomy and robot-assisted laparoscopic prostatectomy using NSQIP (National Surgical Quality Improvement Program).“ Journal of Endourology, 28(4):430–436.
4 Trinh, Q.D., et al. (2012). “Perioperative outcomes of robot-assisted radical prostatectomy compared with open radical prostatectomy: results from the nationwide inpatient sample.” Eur Urol. 2012 Apr; 61(4):679–685.
5 Tewari, A., et al. (2012) “Positive surgical margin and perioperative complication rates of primary surgical treatments for prostate cancer: a systematic review and meta-analysis comparing retropubic, laparoscopic, and robotic prostatectomy.” Eur Urol. 2012 Feb 24.7.
6 Khalifeh, A., et al. (2012) “Comparative outcomes and assessment of trifecta in 500 robotic and laparoscopic partial nephrectomies: a single surgeon experience.” J Urol. 2012 Oct 16. pii: S0022-5347(12)05220-2. doi: 10.1016/j.juro.2012.10.021.
7 Tollefson, M.K., et al. (2011). “Robotic-assisted radical prostatectomy decreases the incidence and morbidity of surgical site Infections.” Urology, 78(4):827–831.
8 Lau, S., et al. (2012). „Outcomes and cost comparisons after introducing a robotics program for endometrial cancer surgery.“ Obstet Gynecol. 119(4): 717–724.
9 Paley, P. J., et al. (2011). "Surgical outcomes in gynecologic oncology in the era of robotics: Analysis of first 1000 cases." American Journal of Obstetrics and Gynecology 204(6): 551.e551–551.e559.
10 Unternehmensangabe von Intuitive Surgical Deutschland GmbH.

Das da Vinci Chirurgiesystem ist ein medizinisches Gerät, das von Intuitive Surgical, Inc. hergestellt wird.


Themen > Gesundheit > Prostata > Prostatektomie