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Drei Fragen an den Urologen Prof. Dr. Stefan Siemer, stellvertretender Klinikdirektor, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Universitätsklinikum des Saarlandes

Prostatakrebs ist die am häufigsten vorkommende Krebserkrankung bei Männern. Wir haben Prof. Dr. Stefan Siemer daher drei Fragen gestellt, um einen ersten Überblick über das Thema Prostata und Prostatakrebs zu erhalten:

Herr Professor Siemer, wo im Körper des Mannes befindet sich die Prostata und welche Funktion hat sie?

Die Prostata ist eine tief im Becken sitzende Drüse, umgeben von Nervensträngen und Blutgefäßen, und hat ungefähr die Größe einer Walnuss. Die Hauptaufgabe der Prostata ist, Flüssigkeiten zu produzieren, die den Spermien untergemischt werden. Sie gelten als „Wachmacher“ für die Spermien und verflüssigen das Sperma.

Welche Symptome können auf Prostatakrebs hindeuten? Wann sollte man zum Arzt gehen?

Sobald Schmerzen in der Gegend der Prostata – also im Bereich des Beckenbodens – auftreten, sollte man das ernst nehmen und einen Urologen aufsuchen. Typische Symptome für Prostatabeschwerden sind Beeinträchtigungen bei der Blasen- oder Darmentleerung, Blut im Urin und auch Potenzprobleme. Hierbei handelt es sich meistens um harmlose Erkrankungen, ein Prostatakrebs kann meist schnell ausgeschlossen werden. Um einen Prostatakrebs frühzeitig zu erkennen, ist es wichtig, dass Männer regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen, denn: Wenn der Krebs in einem noch frühen Stadium erkannt wird, ist er in den meisten Fällen gut behandelbar. Aber es muss nicht immer eine Operation sein – manchmal reicht auch eine engmaschige Beobachtung. In Abhängigkeit der Tumorerkrankung und der Begleiterkrankungen kann eine Bestrahlung eine Alternative zur Behandlung des Prostatakrebses darstellen. Gesetzliche Krankenkassen bieten Männern ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich eine Tastuntersuchung der Prostata und der zur Prostata gehörenden Lymphknoten in der Leiste als Vorsorge an.

Wie diagnostizieren Sie Prostatakrebs, Herr Professor Siemer?

Prostatakrebs stellt auch heute noch leider oft ein Tabuthema dar. Daher haben viele Männer schon ein unangenehmes Gefühl, wenn sie nur an die Vorsorgeuntersuchung denken. Zu Unrecht: Diese Untersuchung ist vollkommen schmerzfrei – und immens wichtig, trotzdem wird sie nur von circa 15 Prozent der Männer wahrgenommen. Hier sind uns die Frauen mit regelmäßigen Untersuchungen ab der Jugend noch weit voraus.

Bei der Vorsorgeuntersuchung wird die Prostata über den Enddarm abgetastet. Es gibt ergänzend noch weitere Möglichkeiten, um eine Diagnose zu stellen oder den Befund weiterhin zu untersuchen. Manche Urologen nutzen beispielsweise den sogenannten PSA-Test. Hierbei handelt es sich um eine Blutuntersuchung, in der der Wert PSA (Prostata-spezifisches Antigen) getestet wird. Der PSA-Test gehört nicht zu den Vorsorgeleistungen der gesetzlichen Krankenkassen und muss somit privat gezahlt werden.

Zum Thementreff Prostata

Themen > Gesundheit > Prostata > Expertenmeinung – Prostatakrebs: Früherkennung ist alles!