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Bei der Pflege eigene Bedürfnisse wahren

Älteres Paar im Strandkorb

Die Bedürfnisse eines pflegebedürftigen Menschen können den Alltag ganz schön durcheinander bringen. Häufig stellen pflegende Verwandte eigene Bedürfnisse hintenan oder ignorieren sie sogar. Oft ist das ein schleichender Prozess, da sich Angehörige zunächst in die neue Aufgabe einarbeiten müssen und eine erste Überforderung als normal angesehen wird. Erst spät stellen sie dann fest, dass diese Situation zum Alltag geworden ist.

Die von Parkinson Betroffenen, oft Elternteile oder Partner, benötigen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Die eigene Familie, der Beruf, Hobbys und soziale Kontakte bleiben mitunter auf der Strecke. Dabei ist es für pflegende Angehörige wichtig, genügend Freiräume für eigene Wünsche zu schaffen und zu lernen, sich abzugrenzen.

Ein Beispiel: Beate Z. pflegt ihre an Parkinson erkrankte Mutter, dabei möchte sie auch für ihre 13-jährige Tochter und ihren Ehmann da sein. Sie erzählt, dass sie regelmäßig ein schlechtes Gewissen hatte. Wenn sie bei ihrer Mutter war, hatte sie das Gefühl, Tochter und Mann zu vernachlässigen. Verbrachte sie jedoch Zeit mit ihnen, machte sie sich Vorwürfe, sich ungenügend um die Mutter zu kümmern. Ein zermürbender Zustand. Mittlerweile hat sie eingesehen, dass sie sich nicht aufreiben darf, sonst ist das kontraproduktiv für alle Beteiligten. Eine Pflegesituation kann schnell zu einem Teufelskreis führen. Hier haben wir einige Alltags-Hilfen für Angehörige aufgelistet:


  • Auch wenn es schwerfällt: Verteile Aufgaben rechtzeitig auf mehrere Personen, z.B. Familienmitglieder, professionelle Pflegedienste oder ehrenamtliche Helfer.

  • Ein Pflegekurs vermittelt wichtige Kenntnisse und Handgriffe, die Sicherheit und Erleichterung bringen. Entsprechende Kurse werden von Pflegeversicherungen, Wohlfahrtsverbänden und dem Medizinischen Dienst angeboten. Positiver Effekt: Man kann sich mit anderen Pflegenden austauschen.

  • Kläre mit dem Pflegebedürftigen ab, welche Dinge er selbst machen kann und wo Hilfe nötig ist. Er behält dadurch ein bestimmtes und - in jedem Fall - wichtiges Maß an Eigenständigkeit.

  • Die richtige Balance zwischen eigenen Bedürfnissen und denen des Pflegebedürftigen ausloten. Nimm Anmerkungen Außenstehender ernst, wenn diese beispielsweise sagen, dass Du gereizt wirkst oder Dich zurückziehst. Habe keine Scheu, den Arzt mit einzubeziehen.

Gute Nachrichten zum Pflegebedürftigkeitsbegriff

Eine gute Wendung: Im Jahr 2017 sollen die derzeitigen drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade ersetzt werden. Die Einordnung in drei Stufen wurde oft als grob und ungenau kritisiert: Bislang konzentrieren sich die Beurteilungsmaßstäbe sehr stark auf körperliche Einschränkungen, während geistige und psychische Auswirkungen einer Krankheit vernachlässigt werden. Das soll sich mit dem neuen Modell ändern.
War bei Bestimmung der Pflegestufe bisher von Belang, welcher Hilfebedarf bezüglich alltäglicher Verrichtungen besteht, wird es zukünftig der Grad der Selbständigkeit sein. Das kommt gerade Parkinson-, aber auch zum Beispiel Demenz-Kranken, zugute. Mit dem neuen Beurteilungssystem wird ermittelt, wie selbstständig der Betroffene in insgesamt sechs Bereichen des täglichen Lebens noch ist, in denen eine Unterstützung durch Pflegekräfte notwendig sein könnte. Nach Auswertung erfolgt die Einstufung in eine der fünf Pflegegrade.

Übrigens: Die Deutsche Parkinson Vereinigung und alle anderen Sozialhilfeverbände setzen sich dafür ein, dass bei der Einführung des neuen Modells niemand schlechter gestellt wird als bisher.

Fortbildung zum Parkinson Pflegespezialisten

Parkinsonbeschwerden richtig zu deuten erfordert Geduld und Schulung. Wer als Pflegekraft gut informiert ist, kann den Ablauf für den Erkrankten wie auch für sich selbst wesentlich erleichtern. Ist man in jegliche Schritte eingebunden und zudem fachkundig, wird gewährleistet, dass der Patient stets gut versorgt ist; sei es zu Hause oder bei einem Klinikaufenthalt.

Der Verein "Parkinson Nurses und Assistenten e.V." bietet in Kooperation mit der Schön Klinik München-Schwabing, Klinik für Neurologie und Neurophysiologie die erste Fortbildung für Pflegekräfte an. Unterstützt wird sie von der "Deutschen Parkinson Gesellschaft" und der Selbsthilfe "Jung und Parkinson". Das heißt für Angehörige: Wer Unterstützung durch eine Pflegekraft benötigt, kann unter Umständen auch auf speziell ausgebildete Kräfte zurückgreifen.

Informationen findest Du unter www.vpna-ev.de.

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