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Unser Treffen am 14. April 2015
im Rheiderland

Der Landwirt Amos Venema aus Jemgumgeise ist ein waschechter Ostfriese und liebt seinen Beruf. Seinen Milchviehbetrieb führt Amos zusammen mit seinem Bruder Jan. Die beiden nutzen jede Gelegenheit, um auf ihrem Videoportal "My KuhTube" Laien den Alltag auf dem Bauernhof zu erklären. Mit "Kuh-le Videos aus dem Stall" zeigen sie ungeschminktes Bild der modernen Milchviehhaltung. Aus dem Jahr 1865 stammt der Hof in Ostfriesland, den die Venema-Brüder von ihrem Vater übernommen haben.

Als Uschi den Wunsch äußerte, mal einen vollbewirtschafteten Milchviehbetrieb kennenzulernen, lag es auf der Hand, Amos Venema für eine Hofbesichtigung zu kontakten. Dieser erklärte sich sofort bereit, uns FA'ler durch seinen Betrieb zu führen.

Gegen 11.00 Uhr treffen wir auf dem Geisehof ein und werden sehr herzlich von Amos willkommen geheissen. Er erzählt uns einiges aus der Historie des Hofes. Sein Bruder Jan und er haben zur Zeit 175 Milchkühe mit Nachzucht. Sie bewirtschaften 113 ha. Ca. 56 ha Grünland der Betriebsflächen befinden sich in einem Landschaftsschutzgebiet (Wildgänse) und 51 ha Grünland liegen in einem Wasserschutzgebiet. Nur 6 ha Ackerland stehen für den Maisanbau zur Verfügung.
Bevor Amos mit der Führung beginnt, bittet er uns, aus hygienischen Gründen über eine blaue Matte zu gehen oder

Schutzüberschuhe anzuziehen.

Anschließend besichtigen wir die Abkalbebox. Wir haben Glück, denn heute morgen wurde ein Kalb geboren. Im Bild weiter unten rechts sehen wir, dass die Mutterkuh die Nachgeburt auffrisst.

Dann führt uns Amos in den Boxenlaufstall mit 125 Liegeboxen im Tiefstreu, inkl. Kraftfutter-Abrufstation und 2.500m³ Güllelagerraum (unterirdisch).

Es ist ein moderner Stall, in dem die Kühe sich frei bewegen (laufen) können und nicht mehr angebunden sind. Die Tiere können selbst entscheiden in welchem Liegeplatz (Boxen) sie ruhen oder wann und wo sie fressen. "Sie können tun und lassen, was sie wollen, bis auf die Melkzeit", sagt Amos.

Bild unten und rechts:
Amos zeigt uns den Wellness-Bereich mit Kuh-Bürste.

Die Milchkühe sind heutzutage Hochleistungstiere und haben daher hohe Ansprüche an die Haltung und Fütterung. Deshalb werden auch Kartoffeln zugefüttert, da sie viel Energie in Form von Stärke enthalten. Zudem wird die Kartoffelstärke relativ langsam abgebaut. Außerdem sind die Erdäpfel für die Tiere sehr schmackhaft.

Danach geht es in das Melkhaus. Amos steigt in den absenkbaren Hubboden und erklärt uns die Anlage. Das Melkhaus ist ausgestattet mit einem 16er Swingover Melkstand. Zusätzlich ist diese Anlage mit einer auto- matischen Melkzeugabnahme, Milchmengen- messung ausgestattet. Außerdem ist ein Fütterungsroboter eingebaut mit individueller Kraftfutterfütterung. Vor jeder Melkung die Kühe in den Vorwarteplatz gelassen, bevor sie in den Melkstand geleitet werden. Des- weiteren ist jede Kuh mit einer Aktivitäts- messung ausgestattet.

Diese Daten werden alle an das Stallbüro übertragen und werden jeden Tag ausgewertet. Es wird daraus z.B. ersichtlich, wann eine Kuh in Brunst kommt oder ob eine Kuh wesentlich weniger Milch gibt als sonst üblich. Nach dem Melken werden die Kühe durch die Selektionsbox zurück in den Stall geleitet und dabei automatisch nach o.g. Kriterien aussortiert.

Die Einsicht in einen modernen Bauernhof war sehr aufschlußreich. Es wurde deutlich, dass das Wohl der Tiere und die Betriebswirtschaft keine Gegensätze sind, auch wenn die Betriebe heute mehr Kühe haben als in früheren Zeiten. Die Ställe sind hell und gut durchlüftet. Die Kühe können sich bewegen und bekommen hochwertiges Futter. Wir bedanken uns bei Amos, dass er sich die Zeit genommen hat, uns seinen Milchviehbetrieb zu zeigen.

Anschließend fahren wir zum Mittagessen zur Speisegaststätte "Luv-Up". Diese liegt auf dem Gelände des Wassersportvereins Jemgum direkt an der Ems.

Eigentlich ist dienstags Ruhetag. Aber Frau Kuper erklärte sich bereit, für unsere Gruppe zu öffnen. Das Essen war gut und die Beilagen reichlich.



Ziegelei-Museum in Midlum


Schon von weither sichtbar sind die beiden Schornsteine der früheren Ziegeleien Cramer und Leding. Das Ziegelei-Museum in der ehemaligen Ziegelei Cramer zeigt die besondere Bedeutung des Ziegeleiwesens in einer der an Ziegeleien reichsten Gegenden Deutschlands, dem Rheiderland. mehr..

Herr Zimmer, Ehrenmitglied des Ziegeleivereins, wartet bereits auf uns als wir beim Museum eintreffen. Bis zur Stillegung der Ziegelei 1972 war er hier als Heizer beschäftigt.

Er führt uns durch das Ofenhaus zum Beschickerraum. Hier kamen die Loren mit dem Kleiboden aus dem Tagebau an. Der Klei mit Sand vermischt war dann das Rohmaterial für die Ziegelsteine. Im alten Pressenraum zeigt Herr Zimmer uns die Strangpresse. Aus dem Tonstrank wurden einzelne Scheiben geschnitten, Rohlinge genannt und in Formen zu Steinen verarbeitet. Mehr über Kleiverarbeitung siehe hier

Wir befinden uns jetzt oben auf dem Ringofen. Von dort wurde durch die sogenannten Schürlöcher Tag und Nacht Torf oder Kohle geworfen, um das Feuer am Brennen zu halten.

Dann führt Herr Zimmer uns durch den teilweise wieder herstellten Ringofen. Er erzählt uns, dass der 1891 gebaute Ringofen der Fa. Cramer aus 20 Kammern bestand, von denen jede 8.000 Mauersteine fassen konnte. Pro Tag konnten etwa zwei Kammern gebrannt werden, so dass in zehn Tagen 160.000 Steine produziert werden konnten. Details über die Funktionsweise siehe hier.

Mit Besichtigung des Ringofens endet der Rundgang durch die Ziegelei. Wir bedanken uns bei Herrn Zimmer für die freundliche Führung (siehe Eintrag von Dörte in's Gästebuch, Bild rechts.). Einen kleinen Eindruck über die Arbeit des Ziegeleivereins haben wir gewinnen können. Im Jahr 1998 gegründet, begannen diese mit dem dem Landkreis Leer und die Gemeinde Jemgum das völlig verfallene Gebäude wieder aufzubauen. Sie errichteten ein neues Holzdach, restaurierten die Reste des Ringofens und gründeten so das erste Ziegeleimuseum Ostfrieslands. Ein sehr umfangreiche Webseite mit genauer Beschreibung der Geschichte usw. siehe hier.


Weiterfahrt nach Ditzum


Impressum:
Fotos: dolomiti, ernibird
Bildbearbeitung: dolomiti
Text und Layout: ernibird

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