Weltweite Osterbräuche
Wer hierzulande an Osterbräuche denkt, hat häufig Osterfeuer, die Eiersuche oder Spinat an Gründonnerstag im Kopf. Diese Bräuche finden sich auch in anderen Ländern, aber darüber hinaus auch noch viele weitere, die für uns zum Teil sonderbar anmuten müssen.
Australien: Die Eier bringt das Beuteltier
Der Osterhase wird in Down Under nicht gerne gesehen. Das liegt daran, dass er von europäischen Siedlern eingeschleppt wurde und sich aufgrund fehlender Fressfeinde dort zu einer echten Plage entwickelt hat. Aus diesem Grund erhält der Osterhase seit einigen Jahren Konkurrenz durch ein Beuteltier namens Bilby. Ihn kann man als Stofftier und aus Schokolade erwerben. Das Gute: ein Teil der Einnahmen wird in Tierschutzprojekte zur Rettung der gefährdeten Art investiert.
Frankreich: reisende Glocken
Wie auch bei uns, verstummen die Kirchenglocken bei unseren Nachbarn von Gründonnerstag bis Ostersamstag. Der Unterschied? Das französische Glockengeläut reist dem Brauch nach in dieser Zeit nach Rom und besucht den Papst. An Ostersonntag kehren die Glocken mit Ostereiern und Schokolade im Gepäck wieder zurück und erfreuen die Franzosen mit ihrem Geläut.
Finnland: eine kleine Tracht Prügel
Zugegeben, Prügel vielleicht nicht. Aber um an Jesus‘ Einzug in Jerusalem an Palmsonntag zu erinnern, hauen sich die Finnen leicht auf den Rücken. Und da in Finnland Palmen zugegebenermaßen Mangelware sind, behelfen sich die Finnen mit Birkenzweigen. Diese kommen auch am Ostersonntag zum Einsatz, wenn kleine Osterhexen damit die Trauerzeit, die seit Karfreitag andauerte, beenden.
Irland: Tierische Beerdigung
Während die Christen die Auferstehung Jesu feiern, werden in manchen Orten Irlands Heringe in eigens für sie ausgehobenen winzigen Gräbern beerdigt. Damit wird die 40-tägige Fastenzeit symbolisch zu Grabe getragen. Denn gläubige Christen verzichteten zwar auf Fleisch, Wurst, Milch und Käse während der Fastenzeit, aber Hering gab es in Hülle und Fülle und landete daher auch weiterhin auf dem Tisch.An Ostern war dann die Zeit des ausschließlichen Fischessens vorbei.
Gefeiert wird das Ende der Zeit des Verzichts traditionell auch mit Tanzwettbewerben auf der Straße.
Bulgarien: Eierschlacht
Auch in Bulgarien sind Eier ein wichtiger Teil der Osterbräuche. Traditionell werden sie am Gründonnerstag gefärbt, dabei wird immer mit rot begonnen. Mit einem solchen roten Ei wird von der ältesten Frau des Haushalts über das Gesicht der Kinder gestrichen. Dieser Brauch soll Gesundheit und Stärke mit sich bringen. Diese brauchen sie auch für eine weitere Tradition, die Eierschlacht. Diese findet nach der Ostermesse statt, wenn sich die Menschen mit Eiern bewerfen. Demjenigen, dessen Ei dabei als letztes kaputt geht, wird für das folgende Jahr besonders viel Erfolg vorhergesagt.
Philippinen: Kirchengeläut für besseres Wachstum
Bei den Filipinos kann man während des Glockengeläuts am Ostersonntag etwas für uns sehr ungewöhnliches beobachten: Kinder werden am Kopf von ihren Eltern hochgehoben. Dadurch sollen sie besser wachsen. Darüber hinaus wird Ostern stark in der Öffentlichkeit gefeiert. Neben sehr blutrünstigen Kreuzigungsnachstellungen gibt es viele bunte und fröhliche Osterparaden zu bestaunen.
Spanien: Prozessionen und Spitzmasken
In Spanien sind die Bräuche nach wie vor sehr religiös geprägt. Während der so genannten Samana Santa (dt.: heilige Woche) finden zahlreiche Prozessionen statt, bei denen Bruderschaften in Gewändern und spitzen Kapuzen mit Heiligenfiguren durch die Straßen ziehen.
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