Ostern in der Kindheit der vierziger und fünfziger Jahre
Wie wurde Ostern in den vierziger und fünfziger Jahren gefeiert? Der Blick auf damalige Bräuche zeigt, was Kinder in der Nachkriegszeit und im Wirtschaftswunder rund um Ostereier, Co. erlebten.
Vor dem Fest
Ostern hatte in vielen Familien der vierziger und fünfziger Jahre einen festen Platz im Jahreslauf. Wie das Fest begangen wurde, hing von Region, Konfession und den Lebensumständen ab. Viele Erinnerungen aus dieser Zeit ähneln sich dennoch.
Die Vorbereitungen begannen oft schon einige Tage vorher. In den Haushalten wurde gebacken und aufgeräumt, Eier wurden gefärbt. Dafür nutzte man einfache Mittel wie Zwiebelschalen oder gekaufte Farben, wenn sie erhältlich waren. In den vierziger Jahren war vieles knapp. Lebensmittel fehlten oft, Süßigkeiten waren selten und auch Zutaten für Festgebäck standen nicht immer zur Verfügung. In den fünfziger Jahren besserte sich die Versorgung in vielen Gegenden, doch Ostern blieb meist ein eher schlichtes Fest.
Für viele Kinder war Ostern eng mit dem Kirchenjahr verbunden. Der Kirchgang gehörte in zahlreichen Familien selbstverständlich dazu. Karfreitag und Ostersonntag hatten einen festen Platz im Ablauf der Feiertage. Kinder nahmen das vor allem über Gewohnheiten wahr, etwa über den Tagesablauf, die Kleidung und die Speisen. In manchen Familien stand die religiöse Bedeutung stärker im Vordergrund, in anderen eher der Brauch.
Das Fest selbst
Ein wichtiger Teil des Festes war das Suchen der Ostereier. Versteckt wurde im Garten, im Hof oder in der Wohnung. Die Gaben fielen meist klein aus. Häufig gab es gefärbte Eier, etwas Schokolade oder einen Zuckerhasen. Größere Geschenke waren unüblich. Manchmal wurden auch nützliche Dinge verschenkt, zum Beispiel Kleidung oder Taschentücher. Das entsprach dem damaligen Alltag.
Auch das Essen blieb in vielen Familien überschaubar. Oft gehörten Eier, Kuchen und Kaffee dazu. Wenn es die Möglichkeiten erlaubten, gab es Hefekuchen oder Osterbrot. Gerade weil solche Speisen nicht alltäglich waren, blieben sie vielen in Erinnerung. Dazu kam ein klar geordneter Feiertag. Kinder zogen die besseren Sachen an, morgens stand oft die Kirche an, später folgten Essen oder Besuche bei Verwandten.
Daneben gab es regionale Bräuche. In manchen Gegenden war das Eiertitschen verbreitet, andernorts wurden Eier gerollt oder ein Osterfeuer entzündet. Solche Bräuche ließen sich mit einfachen Mitteln umsetzen und hielten sich deshalb lange.
Besonders in den vierziger Jahren war Ostern oft von Krieg und Nachkriegszeit geprägt. Fehlende Lebensmittel, zerstörte Wohnungen oder abwesende Angehörige gehörten für viele Familien zum Alltag. In den fünfziger Jahren wurden die Verhältnisse in vielen Teilen Westdeutschlands allmählich stabiler. Auch in der DDR blieb Ostern in vielen Familien als kirchliches oder familiäres Fest erhalten.
Typisch für die Erinnerungen an Ostern aus dieser Zeit sind weniger besondere Ereignisse als feste Abläufe. Gerade das machte den Charakter des Festes aus. Es war in vielen Familien ein verlässlicher Teil des Jahres und blieb deshalb im Gedächtnis.
Wie hast du Ostern in deiner Kindheit erlebt? Erzählen uns in den Kommentaren von deinen Erinnerungen!
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