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Knochenschwund - wer ist betroffen?

Wer erzählt, dass er unter Osteoporose (allgemein auch als „Knochenschwund“ bezeichnet) leidet, erntet meistens nur betroffenes Nicken und Schulterzucken – so ist das eben im Alter. Bei anderen Gesundheitsbeschwerden wie etwa einer Herzerkrankung, vermutet man schnell ein Zusammenhang zum eigenen Lebensstil. Anders bei Osteoporose, sie wird oft weniger als Erkrankung und mehr als unvermeidliche Alterserscheinung betrachtet - wenn sie denn überhaupt erkannt wird. Zwar steigt die Wahrscheinlichkeit einer Osteoporoseerkrankung tatsächlich mit zunehmendem Alter, es gibt aber Möglichkeiten, diese positiv zu beeinflussen.

zwei Ärzte vor Röntgenbildern

Wer ist betroffen?

Insgesamt sind mehrere Millionen Menschen in Deutschland aktuell erkrankt, wobei die Zahl der erkrankten Frauen etwas höher ist als die der Männer. Allerdings unterschätzen gerade Männer die Erkrankung und gehen davon aus, dass sie seltener ist, als es tatsächlich der Fall ist.

Durch ausführliche Forschung in den vergangenen Jahren konnten die Risikofaktoren identifiziert werden, von denen Betroffene häufig einen oder mehrere aufweisen. Eine gezielte Vermeidung dieser Risikofaktoren ist oft möglich, was das Erkrankungsrisiko senken kann.

Achtung:

Frauen, die bereits einen Knochenschwundbruch erlitten haben, haben eine zweimal so hohes Risiko einen erneuten Bruch zu erleiden.

Was sind die Risikofaktoren?

Zu wenig Bewegung kann Knochenschwund fördern. Umgekehrt führt regelmäßige Bewegung oft zu einer Verbesserung der Knochengesundheit und einem niedrigeren Knochenschwundrisiko. Das liegt vor allem daran, dass Belastung in Maßen zu einer besseren Durchblutung und Erhöhung des Knochenstoffwechsels führt, der den Knochen mit Nährstoffen versorgt.

Einen wichtigen Punkt bei der Knochengesundheit stellt die Ernährung dar. Vor allem ausreichend Kalzium in Verbindung mit Vitamin D ist entscheidend, besonders für Frauen kurz vor, während und nach den Wechseljahren. Der Bedarf lässt sich gut über verschiedene Milchprodukte decken. Wer Milch nicht verträgt, kann zu grünem Blattgemüse, Trockenfrüchten und Samen wie Sesam greifen. Aber auch Carotinoide und Vitamin K, die in vielen Obst- und Gemüsesorten vorkommen, sind wichtig für die Knochen. Weiterhin sollte genügend Zink in der Ernährung enthalten sein, es findet sich in den meisten mageren Fleisch- und Vollkornprodukten.

Lange galt der Konsum von Kaffee oder Koffein im Allgemeinen als Risikofaktor, weil Kaffee für eine höhere Kalziumausscheidung sorgt. Das ist allerdings nur bedingt richtig, weil es letztlich auf die Gesamtmenge des für den Körper verfügbaren Kalziums ankommt. Eine schwedische Studie aus dem Jahr 2013 kam zu dem Schluss, dass die Menge entscheidend ist: Erst bei einem regelmäßigen Konsum von mehr als vier Tassen Kaffee täglich konnte eine Veränderung der Knochendichte festgestellt werden – sie sank durchschnittlich um 2-4%.

Ähnlich ist es bei Alkohol. Hier tragen chronische Alkoholiker das größte Risiko, da die Anfälligkeit für Osteoporose erst bei regelmäßigem Konsum steigt. Ein nachweislicher Schaden entstand spätestens ab einem täglichen Verzehr einer Dosis, die einer Flasche Rotwein oder vier Flaschen Bier entspricht – einer auch unabhängig davon gesundheitsgefährdenden Menge. Dann jedoch tritt der schädigende Effekt gleich mehrfach auf, da das Knochenbruchrisiko auch aufgrund höherer Sturzwahrscheinlichkeit steigt und die Heilung langsamer verläuft.

Zigaretten sind bereits in wesentlich geringeren Mengen schädlich für die Knochen. Unklar ist, ob die Wirkung durch Nikotin oder aber einen der vielen Verbrennungsstoffe bedingt ist. Sicher ist jedoch, dass das Risiko von Knochenbrüchen steigt und die Knochendichte sinkt. Als am wahrscheinlichsten wird angenommen, dass die Zellen, die dem Abbau von Knochengewebe dienen, durch einen Inhaltsstoff der Tabakwaren angeregt werden und die Gewebebildung daher aus dem Gleichgewicht gerät.

Ein weiterer Risikofaktor ist Östrogenmangel, weshalb Frauen nach den Wechseljahren deutlich häufiger betroffen sind als Männer.

Wie ist die aktuelle Versorgungslage?

Knochendichtemessung

Leider erhält in Deutschland weder die Vorsorge, noch die rechtzeitige Diagnosestellung von Osteoporose ausreichend Beachtung. Da Osteoporose eine stille Erkrankung ist, die zunächst keine Auffälligkeiten oder Schmerzen mit sich bringt, schreitet sie häufig sehr weit voran, bevor der Patient sie bemerkt. Selbst bei einem einzelnen Knochenbruch gehört eine genaue Messung der Knochendichte nicht zum medizinischen Standard. Obwohl Osteoporose so häufig ist, wird oft erst bei mehreren Knochenbrüchen innerhalb kurzer Zeit Verdacht geschöpft. Für Betroffene ist es daher sehr wichtig, selbst auf regelmäßige Vorsorge zu achten und die eigenen Risikofaktoren zu minimieren.

Wichtig: Knochenbruch = Warnsignal

Umso wichtiger ist auch für Angehörige der genannten Risikogruppen: Seid wachsam in der Vorsorge und erkennt besonders Brüche, die Folge geringfügiger Ereignisse sind (bspw. Stoß an der Tür oder ein Sturz aus geringer Höhe), als ein mögliches Warnsignal – als Knochenschwundfraktur können sie ein Zeichen für Osteoporose sein.

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