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Unsere Mitglieder erzählen: Mein erstes Auto

Das erste eigene Auto ist für viele Menschen wie die erste Liebe, die man nie vergisst. Feierabend-Mitglieder erzählen ihre Geschichte.

Strandleben 60er Jahre mit Citroën 2CV

Mein erstes Auto war, wie sollte es hier im Osten anders sein, ein Trabant, auf den ich viele Jahre gewartet hatte. Viele skurrile Erlebnisse fallen mir ein, wenn ich an das schöne Gefühl zurück denke, privilegiert zu sein und ein Auto zu besitzen. Stolz und hilfsbereit fuhr man mit 7 Personen los zu einem Ausflug, auf dem Rücksitz quetschten sich 3 Personen, am Boden saßen 2 Kinder. Mehr ging nicht. Aber alle waren glücklich.

An eine Geschichte erinnere ich mich mit immer noch ein bisschen Kribbeln im Bauch. Mit meinem Sohn (damals 7 Jahre) fuhr ich in die Dübener Heide, Pilze sammeln. Auf dem Heimweg fuhr ich, wie ich fand, auf einen schönen breiten Waldweg. Plötzlich ging es ziemlich steil abwärts und bevor ich mich versah, war ich in einem tiefen Panzerkrater gelandet. Das Gelände wurde von der Armee zu Übungszwecken genutzt. Krampfhaft überlegte ich, wie ich in dieser Wildnis Hilfe holen könnte (Handy gab es ja nicht), dämmerig wurde es auch schon. Da habe ich meinen ganzen Mut zusammen genommen, mit meinem kleinen Trabbi Anlauf genommen und bin mit voller Pulle den steilen Hang hoch geprescht. Ja, so was schaffte nur ein Trabbi.

Autor: Nati

Ja, mein erstes Auto, war eine BMW 600, die große Isetta, 4 Sitze, eine Tür zusätzlich auf der rechten Seite. Gekauft neu für 4.300 DM, ein Haufen Geld für mich und meine Freundin 1958!
Die erste Fahrt, zum Ausprobieren ging sogleich auf den Großglockner. Was für ein herrliches, stolzes Gefühl überkam uns dabei! Der Moppl, so wurde er getauft, schnurrte mit einer Leichtigkeit, an liegen gebliebenen, Wasser gekühlten, dampfenden Autos vorbei, in einem Zug bis zum Gipfel. Ein herrlicher, sonniger Tag belohnte zusätzlich dass Erlebte!
Für das nächste Jahr wurden Pläne gemacht, zu einer Fahrt nach Südfrankreich an die Côte d'Azur. Den Moppl habe ich umgebaut zu einem "Wohnmobil", wir konnten darin schlafen und Geld sparen, ach wie herrlich!
Wir fuhren dann von Nbg. über Basel, Genf durch das Rhonetal, mit 3 Übernachtungen im Moppl, bis nach Toulon ohne Probleme. Als wir das Meer sahen, vielen wir uns in die Arme und weinten vor Freude. Nach Hause fuhren wir durch die französischen Hochalpen mit 8 Pässen, darunter der Col d'Iseran mit 2764 m der höchste Pass in den Alpen. Wir kamen heil und ohne Panne wieder daheim an. Es war ein unvergessenes Erlebnis für uns, bis heute!

Autor: Dietz

Meinen Führerschein habe ich 1971 auf einem Automatik-Auto gemacht. Nachdem ich super in die Parklücke einparkte, hatte ich innerhalb von 15 Minuten meinen Führerschein. Danach ging die Prozedur erst richtig los. Habe mit meinem damaligen Freund in Duisburg-Wedau auf dem Stadion-Vorplatz auf einem Schaltauto richtiges Autofahren geübt. Das wurde von der Polizei beäugt. Und als die uns angehalten haben und fragten, ob ich einen Führerschein hätte, rief mein Freund: „Natürlich hat meine Freundin einen Führerschein... Da sehen sie mal, was für Leute sie auf den Straßenverkehr loslassen!“. Damals konnte man auf einem Automatikauto den Führerschein für alle Autos machen.

Ach ja..... mein erstes Auto war ein Fiat 700. Der war billig, rostete aber nach ein paar Jahren vor sich hin. Letztendlich habe ich die alte "Möhre" mit Blumen bemalt. So sah man nicht die Roststellen. Ich hatte auf jeden Fall mehr Spaß mit den alten Autos als heute.

Autor: fledermaus1945

1963 mit 18 Jahren habe auf Anhieb meinen Führerschein bestanden. Das war im Gegensatz zur heutigen Verkehrssituation keine große Leistung. Die Straßen waren noch ziemlich frei und wenn man auf der Straße in Längsrichtung korrekt rückwärts in eine Lücke einparken konnte, war die Sache in meinem Fall bereits erledigt und der Schein (Lappen) gehörte mir.
Bereits nach wenigen Wochen kaufte ich mein erstes Auto, einen im Bochumer Werk aus der ersten Baureihe produzierten Opel Kadett für 5.150 DM. Den hatte mein Vater vorfinanziert und ich habe ihm das Geld dann in Raten innerhalb von 2 Jahren zurückgezahlt. Der Wagen hat mich 55.000 km begleitet. Wer meine Visitenkarte gelesen hat, wird erkennen, dass ich technisch recht vielseitig interessiert bin. Insofern habe ich in Anlehnung an eine damalige Detektiv-Fernsehreihe namens „Shannon klärt auf “ in das Handschuhfach ein kleines Tonbandgerät eingebaut. Es war ein japanisches kleines Spulentonbandgerät der Firma AIWA, welches noch aus der Zeit vor der ersten Philips-Kassettenrekorderära stammte. Detektiv „Shannon “ fuhr einen großen Amischlitten, in dem ebenfalls im Handschuhfach ein Tonband untergebracht war, das er gewissermaßen als Diktiergerät nutzte. Ich habe mein kleines Tonbandgerät, welches per Knopfdruck zunächst die Handschuhfachklappe öffnete und dann auf einer von mir gebauten Schienenkonstruktion herausgefahren kam, zum Musikhören genutzt. Sehr beeindruckend, was mir selbst von den damaligen Mädchen bestätigt worden ist.

Nur der Vollständigkeit halber, was man als etwas kreativer Bastler in Sachen „ausgefallenes Autozubehör “ sonst noch realisieren kann. Ich hatte im Kühlergrill einen Lautsprecher installiert, womit ich über einen Verstärker z.B. an der Ampel wartende Mädchen „anquatschen “ konnte. Damals alles beeindruckend; aber welche Frau würde heute noch derartigen „Blödsinn “ tolerieren und der Leser mag über meine zugegebenermaßen etwas übertriebene Technikbegeisterung hinwegsehen. Natürlich fuhr ich mit Freunden, die noch nicht motorisiert waren jedes Wochenende zum Tanzen. Die Beatles hatten ihren Zenith erreicht und in Deutschland versuchten zahlreiche Bands mit Auftritten in den Tanzlokalen dieser Kultgruppe nachzueifern. Und was habe ich mit meinem Kadett sonst noch an Erwähnenswertem erlebt? Er hat auch mal als Brautwagen gedient. Meine Schwester habe ich darin zur Kirche gefahren. Und …jetzt bitte nur im Flüsterton weiterlesen…. an ein erfahrenes Mädchen habe ich darin (nicht in der Kirche, sondern in meinem Kadett) meine Unschuld verloren. Damit wird auch deutlich, dass ich mit ca. 19-20 Jahren in Sachen Sex ein Spätzünder war. Oder nicht? Ich meine schon. Weiterhin viel Freude an unserem gemeinsamen Hobby, dem Feierabend-Portal.

Autor: hajohatti

Oldtimer Renault R4

Als ich 21 war, machte ich den Führerschein von meinem lang ersparten Geld, damals (1961 ) wurde man erst mit 21 volljährig, wer will kann jetzt nachrechnen. Zu einem Auto hat es nicht mehr gereicht! Heirat, Kinder, alles war halt erstmal wichtiger, mein Mann hatte noch keinen Führerschein, aber 1968 nahm er das in Angriff.
In der Zeitung las ich von einem alten R4 ganz in der Nähe, ich konnte also zu Fuß hingehen und mir das Gefährt anschauen, ja, er war alt, aber auch billig. Also Probefahrt, und das mit Spazierstockschaltung, aber Zwischengas musste man nicht mehr geben. Und man konnte ihn mit einer Kurbel anlassen, wenn es ihm mal zu kalt war. Ich brauchte schon ein bissel Übung. Wir hatten eine Wohnung im Bürogebäude eines Sägewerks, also auch viel Platz zum Üben, wobei mich mein Mann zur Verzweiflung brachte, er benutzte nur den 1. und den Rückwärtsgang und ich musste den Beifahrer spielen. Endlich hatte er ihn, den Führerschein.

Dann fuhr er mit dem Auto zur Arbeit. Ich sah ihn, als er heimkam und dachte mir, warum sitzt er denn so komisch in dem Auto? Ich lief ihm entgegen und sah die Bescherung, der Fahrersitz war heruntergebrochen und mein Mann musste sich während der Fahrt am Steuerrad festhalten.
Dann setzte meine Kreativität ein und ich bastelte aus Schaumstoff und einer Decke und Polsterbändern einen eigentlich ganz bequemen Fahrersitz (das zum Thema Nachhaltigkeit). Aber irgendwann blieb er stehen und trotz guten Zuredens und auch fluchend bewegte er sich nicht mehr, wir kauften dann einen neuen R4, denn irgendwie hatten wir dieses überaus praktische Auto liebgewonnen.

Autor: Heilefrau

Mein erstes Auto war unser erstes Auto
...und der Grund dafür war, dass ich bei der ersten Fahrprüfung in Berlin durchgefallen bin. Eigentlich hätte ich es wissen müssen, ich war im Praktischen noch nicht so weit. Nach zwei oder drei Jahren versuchte ich es erneut, inzwischen war ich nach München gezogen. Und was ich so im Bekanntenkreis hörte war, dass man den Fahrlehrer bestechen musste. Ich tat es mit einer teuren Flasche Whiskey, um bei der Prüfung zugelassen zu werden. Ich bestand dieses Mal, allerdings knapp, weil ich millimetergenau in den engen Straßen Schwabings zwischen Müllwagen und parkenden Autos auf dem Standstreifen den Wagen hindurch jonglierte. Der Prüfer ließ es durchgehen.

Einen Monat später heiratete ich. Ich kann es noch an dem sogenannten grauen Lappen sehen, den ich immer noch besitze, weil dort der Nachname geändert worden ist. Mein Freund wurde also zu meinem Mann und er hatte einen VW-Käfer, beige, mit kleinem runden Fenster hinten. Diesen hatte er sich gebraucht gekauft. Er wohnte damals im Studentenheim und dort gab es immer jemanden, der fähig war, das Auto im Bedarfs- oder Notfall zu reparieren. Das war damals durchaus möglich. Stand ein TÜV-Termin an, so zitterten wir aber vorher schon entsprechend.

Autos hatten damals für uns keinen Prestigewert, sie waren nur zum Fahren da. Sie hatten keinen elektronischen Schnickschnack, außerdem keine Sicherheitsgurte, keinen Airbag, kein Navi, sie hatten keine eingelagerten Reifen, getrennt nach Sommer und Winter.
Einmal waren wir in dichtem Schneetreiben auf der Autobahn unterwegs und es fiel die Scheibenwischer-Automatik aus. Flexibel, wie wir damals waren, nahmen wir ein Band, das wir jeweils an den rechten und linken Wischer befestigten und durch die kleine Klappe im Seitenfenster durch das Auto führten. Mein Mann zog beim Fahren etwas den Körper zurück und ich bediente mittels der Schnur die Scheibenwischer bis ich Muskelkater bekam und wir an einer Tankstelle Rast machen mussten und uns anschließend beim Fahren abwechselten. Das gab natürlich Probleme, denn damals durfte man noch ungestraft sagen: Frau am Steuer - Ungeheuer. Na ja, nach kurzer Zeit wechselten wir dann wieder, so kam ich nur kurz in den Genuss des Autobahnfahrens, dabei hätte ich die Fahrpraxis ganz gut gebrauchen können.

Nach 10 Jahre Ehe ließ ich mich scheiden. Inwieweit das ständige Drama des Autofahrens dabei eine Rolle spielte, vielleicht nur ein Puzzleteil von vielen war, das kann ich nicht mehr sagen. Ich kaufte mir dann wirklich ein eigenes Auto, also mein eigenes Auto, es war ein roter Renault (R 4) mit Pistolenschaltung. Was aber keineswegs einen Bezug auf die eheliche Trennung hatte.
Das Auto fuhr sich gut. Allerdings klagten meine beiden Kinder bei langen Fahrten über die Sitze hinten. Sie hätten das Gefühl, sie säßen auf harten Küchenbänken. Das konnte ich gut nachvollziehen. Zum Glück für die beiden machte das Auto auch nach ca. 3 bis 4 Jahren schlapp und die Nachfolge trat ein Fiat an, der ganz plötzlich schon mal aus dem Nichts seinen Geist aufgab. Wir nahmen es dann mit Gelassenheit, genau so wie der Mechaniker vom ADAC, der uns inzwischen als Stammkunden begrüßte.

Mit Autos kann man so allerhand erleben, und ich denke an die verschiedenen Länder, in die wir uns getraut haben, mit unseren alten Schätzchen auf Rädern.

Autor: Svala

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