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Geltungsbedürfnis


„Wer was gelten will, muss andere gelten lassen“.

Johann Wolfgang von Goethe hat das einmal gesagt. Der Ausspruch stammt aus „Zahme Xenien“. Da hat er gar nicht so unrecht, der große deutsche Dichter und Staatsmann. Ich muss die Meinung anderer akzeptieren können, ob sie falsch oder richtig ist, mir passt oder auch nicht Das habe ich schon mit mir selbst ganz allein auszumachen. Starkes Geltungsbedürfnis bedeutet doch, dass ein Mensch mit sich selbst nicht zufrieden ist und bei anderen aber so auftritt, als wäre dem tatsächlich so. Der gewisse Mangel an Selbstbewusstsein und Sucht nach Bestätigung darf nicht dazu führen, stur auf eigenem Standpunkt zu beharren, das letzte Wort zu haben und ohne Rücksicht auf Schwächere persönliche Interessen durchzusetzen. Wir verlieren so den Anspruch auf den uns gebührenden Platz in der Gemeinschaft zu Recht und stellen uns ins Abseits. Dann dürfen wir aber auch nicht öffentlich klagen und andere für eigenes Fehlverhalten verantwortlich machen. Nach einer chinesischen Weisheit sind es die Menschen selbst, die ihre Persönlichkeit aufgeben, damit sie besser zur Geltung kommen. Mal ehrlich, niemand von uns möchte zu jenen dazugehören, oder?

Bis in die jüngste Zeit hinein bin ich davon überzeugt gewesen, ich gelte nicht viel, wenn ich mich nicht in irgendeiner Weise in privatem Kreis oder öffentlich zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit bemerkbar machen würde und nach Beachtung und Bestätigung suchte. Es hat sehr lange gedauert bis mir bewusst wurde, dass ich mit mir selbst überhaupt nicht zufrieden war und hier ein Änderungsprozess beginnen musste. Mit dieser Erkenntnis stehe ich erst am Anfang einer Entwicklung und weiß, dass noch erheblicher Handlungsbedarf besteht. Vielleicht hätte ich mich mal eine kleine Zeit lang in der Wüste als Einsiedler aufhalten sollen. Aber eine längere Periode des Alleinseins hat jetzt mein Bedürfnis nach Geltung abgeschwächt, ganz frei bin ich sicher nicht und ohne Ecken und Kanten werde ich nie sein. Ich kann Fehler machen, wenn ich letztendlich dafür geradestehe und mich bei meinem Gegenüber entschuldige. Ich lebe jetzt so, wie ich es für richtig halte, dieses Recht nehme ich mir und versuche, anderen nicht bewusst auf die Füße zu treten. Dann kann ich mich auch in der Gemeinschaft einbringen und brauche keine Bestätigung. Ich muss mir selbst etwas wert sein, nicht anderen.

Lasst mich noch zwei Zitate anführen, die für uns alle sicher im stillen Kämmerlein bedenkenswert erscheinen. Zum einen das des von mir hochgeschätzten Schriftstellers Kurt Tucholsky (1.) und zum anderen eines des frühen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Abraham Lincoln (2.) drastisch, aber wahr

1. „ Es gibt Leute, die wollen lieber einen Stehplatz in der ersten Klasse als einen Sitzplatz in der dritten.“

2. „Einen Acker kannst Du nicht düngen, indem du nur durch den Zaun furzt.“

Ich sitze lieber hart und hoffe, dem von Lincoln erwähnten Bedürfnis in der Öffentlichkeit nicht zur Geltung zu verhelfen, Diskretion ist oberstes Gebot. In diesem Sinne, euch allen eine gute Zeit. Bis dann,
Euer Hillibaby


(eingestellt am 29.10.13 - Rose56)

Autor: Hillibaby

Klatsch und Tratsch

Viele Menschen (ich auch) meinen zu wissen, was Klatsch und Tratsch bedeutet. Sie verstehen darunter über Alles und Nichts zu palavern und Wissenswertes über nicht anwesende Personen ungewollt oder in voller Absicht auszutauschen. Die Erfahrung haben wir ja alle schon gemacht, dass Kenntnisse über uns und andere weitergegeben werden, die ausdrücklich nur für einen bestimmten Wissenskreis bestimmt waren und dort hätten bleiben sollen. Ganz schlimm wird es, wenn Gerüchte in die Öffentlichkeit gelangen oder echt Falsches verbreitet wird. Das nennen wir Klatsch, einen inakzeptablen Vorgang, der absolut nichts mit den anerkennenden Beifalls-Handbewegungen zu tun hat. Tratsch bezeichnen wir als belangloses Geschwätz. Der Allgemeinbegriff „Tratschen“ ist uns allen hinlänglich bekannt.

Es gibt eine Menge unserer Artgenossen, die sich in der Öffentlichkeit nicht genügend anerkannt fühlen. Da wird dann jede Art von Klatsch genossen, sei er selbst oder von anderen mit eigenem Einverständnis bewusst gestreut. Das sehen wir bei geltungsbedürftigen Künstlern jeder Art und Couleur, Repräsentanten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und bei Menschen, die sich bei billigen Zurschaustellungen in geistlosen Shows bei Privatsendern rund um die Uhr oder sonst wo im kleinen oder größeren Kreis produzieren. Fallen die Beurteilungen nicht günstig für sie aus, versuchen sie die vermeintliche Ehrverletzung in klingende Münze unter Einsatz aller Rechtsmittel umzusetzen. Solche Menschen verdienen kein Mitleid, weil sie sich bewusst dem Klatsch aussetzen, ihn selbst provozieren oder sich der Klatschmäuler bedienen. Rupert Schützbach, seines Zeichens Aphoristiker und Epigrammatiker hat Klatschmäuler treffend „Gerüchtsvollzieher“ genannt, wie wahr.

Wenn wir nicht auf den Splitter im Auge unseres Nächsten starren sondern den Balken im eigenen Auge rausreißen, haben wir genug zu tun. Soll heißen: Klatschen wir nur da, wo der Mensch das Wissen über sich selbst zur Jagd ausdrücklich freigibt, wenn nicht verbrennen wir uns Mäuler und Finger. Ansonsten tratschen wir nach Herzenslust über alles, was nicht niet und nagelfest ist. Ich möchte uns allen den Ausspruch des französischen Mathematikers und Philosophen Blaise Pascal (1623-62) ans Herz legen:
„Wenn alle Menschen wüssten, was die einen über die anderen reden, so gäbe es keine vier Freunde auf Erden“.

Damit Ihr es alle wisst, für mich gäbe es nicht mal zwei Freunde. Alles Gute für das Jahr 2013 wünscht
Euer Hillibaby


(eingestellt am 11.1.13 - Rose56)

Autor: Hillibaby

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