Neu hier? Werde gleich Mitglied! Lies hier über die Vorteile.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

Bequem mit Facebook einloggen:

facebook login

Für Gestaltung und Inhalt dieser Regionalseiten sind ausschließlich die jeweiligen Regionalbotschafter verantwortlich. Die von den Regionalbotschaftern eingegebenen und heraufgeladenen Inhalte unterliegen grundsätzlich weder einer Kontrolle durch Feierabend, noch nimmt Feierabend hierauf Einfluss. Hiervon ausgenommen sind werbliche Einblendungen und Beiträge die von Feierabend direkt eingestellt wurden und als solche gekennzeichnet sind.

Auf dem Geopfad in Weisenau

Bei angenehmen, frühsommerlichen Temperaturen fand am 3. Juni der lange geplante und vor zwei Wochen wegen des anhaltend schlechten Mai-Wetters verschobene Spaziergang im Weisenauer Steinbruch statt.

21 Mitglieder trafen sich um 14.30 Uhr am unteren Eingang des öffentlichen Geopfades, der 2011 auf dem Gelände des ehemaligen Steinbruchs im Rahmen von „Mainz - Stadt der Wissenschaft“, eingeweiht wurde. Der Schotterweg erstreckt sich auf einer Länge von 1,8 km. Die Spaziergänger können sich auf 12 Infotafeln über die Flora und Fauna, die Geschichte des Mainzer Zementwerkes, die Nutzung des Rohstoffs Kalkstein und die geologische Geschichte informieren.

Hier kannst Du mehr darüber lesen.

Geopfad_fidelis45
Standorte der Infotafel

Wir hatte unseren Geologen dabei. Unser Mitglied Jonny60 hatte sich spontan bereit erklärt, uns auf dem Geopfad zu begleiten und uns dabei nicht nur die Entstehungsgeschichte des Mainzer Beckens näherzubringen, sondern auch Wissenswertes über die Geologie und Fossilien.

Geopfad_Margret551
Jonny bedauerte, dass er uns nicht in den abgesperrten Teil des Steinbruchs führen konnte, wo wir selbst nach Fossilien hätten suchen können, aber immerhin konnte er uns das "Mainzer Becken" zeigen!
Geopfad_Kobold1952
Interessiert hören wir Jonny zu.

Das Mainzer Becken umfasst den gesamten Bereich Rheinhessens zwischen dem Rheinischen Schiefergebirge, dem Pfälzer Bergland und dem Oberrheingraben. Vor ca. 45 Millionen Jahren, im sog. Tertiär, begann sich das Gebiet des Oberrheingrabens zu senken. Bis heute hält diese Senkung des Grabenbruchs mit ca. 1 mm pro Jahr ebenso an wie die Hebung der Randgebirge. Mehrfach bahnte sich Wasser während der Zwischeneiszeiten den Weg von Norden aus der Nordsee und von Süden kommend von der Paratetyhs, dem heutigen Mittelmeergebiet. Die Meereseinbrüche hinterließen eine fossile Artenvielfalt.

Foto links: Die einzelnen Abschnitte des Erdzeitalters
(zum Vergrößern: klicke auf das Bild)

An der Oberfläche des Mainzer Beckens, z.B. bei Ingelheim liegt das auf der Kuppe flache Tafelland, weiter im Landesinneren das typische Hügelland. Kalkstein, so Jonny, bildet die ebenen Flächen einer Steppenlandschaft. Die Lößschicht an der Oberfläche stammt aus den Zwischeneiszeiten und bildet fruchtbare Böden. Deshalb finden sich in unserem Gebiet Zeichen einer frühen Besiedelung, zumal auch das Klima trocken und warm war.

Wenn Du mehr über die Entstehungsgeschichte des Mainzer Beckens wissen willst, klicke hier

Zum Foto rechts: Wo war Meer und wo war Land? Jonny hat es extra für uns aufgezeichnet und uns einige seiner Zeichnungen mitgebracht.

Vor etwa 30 Mio. Jahren war der Westen des Mainzer Beckens von einem Meer bedeckt, aus denen kleine Inseln herausragten. In dem subtropischen Meer lebten u.a. Korallen, Schnecken, Muscheln, Haie und andere Fische. Noch heute findet man in den Sandgruben und Steinbrüchen Haifischzähne und Versteinerungen aus dieser Zeit.

Geopfad_Kobold1952
Ein Haifischzahn, eingeschlossen im Stein
Geopfad_fidelis45
....und noch einer auf der Hand
Geopfad_Margret551
Deutlich ist der Abdruck eines Fisches zu erkennen

Beim Weitergehen können wir beobachten, wie die Natur das Gebiet des ehemaligen Steinbruchs zurückerobert und ein Paradies für Tier- und Pflanzenwelt entstanden ist. Am Zaun des Entsorgungsbetriebs der Stadt Mainz gehen wir auf dem Schotterweg an Streuobstwiesen und Feuchtbiotopen vorbei. Durch den vielen Regen grünt, blüht und duftet es.

An einer ehemaligen Steinbruchwand zeigt uns Jonny den verhärteten Löss auf der rechten Seite und den Kalkstein auf der linken Seite.

Geopfad_fidelis45
Deutlich zu sehen sind die zwei unterschiedlichen Gesteinsarten
Geopfad_Kobold1952
Immer wieder macht uns Jonny auf Besonderheiten in der Landschaft aufmerksam
Geopfad_Kobold1952
und es wird aufmerksam zugehört....
Geopfad_Kobold1952
...oder ein Schwätzchen auf Schwyzerdütsch von Ursula und Margret gehalten
Geopfad_Kobold1952
....und auch eine Pause gehört dazu
Geopfad_Margret551
....während andere sich die Gegend betrachten
Geopfad_Margret551
....sich unterhalten, wie hier Musikmaus und Ursula
Geopfad_fidelis45
...oder schauen, was sich im Steinbruch tut, wie hier fidelis
Geopfad_fidelis45
Wer über die Weisenauer Brücke nach Mainz kommt, sieht als erstes "die Portland"

Das Zementwerk, bei den Mainzern als „die Portland“ bekannt, wurde 1864 gegründet. Die wichtigsten Rohstoffe für die Herstellung von Zement sind Kalkstein, Ton und Mergel.

Auf der Schautafel ist zu lesen, dass bis Ende 2003 im Mainzer Werk Kalkstein zur Zementgewinnung abgebaut wurde. Große LKWs transportierten die Rohmaterialien zu den Anlagen. Dort wurde das Gestein grob zerkleinert. 2004 wurde die Zementklinkerproduktion eingestellt und der Ofenbetrieb stillgelegt. Die Klinkerproduktion wird in ein anderes Werk der Heidelberger Cement AG verlegt. Per Schiff gelangen heute die Rohstoffe ins Werk Mainz. Die Mahlung des Klinkers mit Zuschlagstoffen findet hier in den Zementmühlen statt. Dadurch entsteht das Endprodukt: Zement.
Aus Zement, Sand, Kies und Wasser wird letztendlich Beton, der, wie wir alle wissen, überall dort, wo etwas gebaut wird, ein unentbehrlicher Baustoff ist.

Geopfad_fidelis45
Auch der Laubenheimer Teil des Steinbruchs wird noch rekultiviert werden

Nachdem wir die letzte Schautafel hinter uns haben, verlassen wir den Geopfad und wandern leicht ansteigend zum Mainzer Großberg. Wir überqueren die viel befahrene Autobahn A 60.

Geopfad_fidelis45
Über die Autobahnbrücke streben wir unserem Ziel zu
Geopfad_fidelis45
und sehen von oben die Autobahn einmal aus einer anderen Perspektive

Vorbei an den Häusern auf der Frankenhöhe erreichen wir unser Ziel, das Hofgut Laubenheimer Höhe. Von hier aus haben wir einen fantastischen Blick nach Frankfurt und sehen die braunen Fluten des Rheins, der nach den vielen Regentagen im Mai, zuletzt mit unvorstellbar großen Regenmengen, Hochwasser führt.

Geopfad_knuddeline56
Vom Biergarten aus.....
Geopfad_Margret551
...schauen wir auf die Weinberge und den Rhein
Geopfad_Kobold1952
...und Kordula zoomt die Skyline von Frankfurt auf die Laubenheimer Höhe

Im Biergarten des Hofguts weht ein kühler Wind. Trotzdem schmeckt das Bier und die deftigen Mahlzeiten und alle sind sich einig: das war ein ausgesprochen interessanter und schöner Nachmittag im Mainzer Steinbruch.

Biergarten_Kobold1952
Das Bier schmeckt .....
Biergarten_Margret551
....die deftige Brotzeit auch
Biergarten_Kobold1952
...und Jonny genießt's auf seine Weise - mit einer Prise Schnupftabak
Biergarten_Kobold1952
Jonny, wir bedanken uns ganz herzlich für den interessanten und unterhaltsamen Nachmittag und freuen uns auf die nächste Exkursion mit Dir !

Unsere Fotografen haben den Nachmittag in zahlreichen Bildern festgehalten. Hier kommst Du zu den Aufnahmen von Knuddeline56, hier zu den Fotos von Margret551, zu den Bildern von Kobold1952 klicke hier und zu den von fidelis45 hier

(eingestellt am 5.6.13)

Autor: Feierabend-Mitglied

Artikel Teilen


Artikel bewerten
5 Sterne (1 Bewertungen)

Nutze die Sterne, um eine Bewertung abzugeben:


0 0 Artikel kommentieren
Regional > Mainz > Ausflüge und Veranstaltungen ab 2010 > 4_Ausflüge und Veranstaltungen 2013 > 02 Steinbruch in Mainz-Weisenau