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Gut gewürzt - im Palmengarten Frankfurt

Der Frankfurter Palmengarten mit seinen wunderschön angelegten Themengärten, dem Palmenhaus, dem Tropicarium, der ganzen faszinierenden Pflanzenwelt ist immer einen Besuch wert. Im Laufe des Jahres werden auch immer wieder besondere Ausstellungen und Führungen angeboten.
„Gut gewürzt“ ist eines der Themen in diesem Jahr. Manfred (Wullewatz) machte mich auf diese Führung aufmerksam und ich griff die Idee gerne auf. Gibt es neben Pfeffer, Salz und Paprika, sowie Petersilie und Schnittlauch noch andere Kräuter und Gewürze? Na klar! Aber wir wollten ein bißchen mehr über Herkunft und Anwendung erfahren und so machten wir uns auf den Weg nach Frankfurt.

An der Haltestelle Konstablerwache erwartete uns schon unser Mitglied Rainer (Rainerwiesonstkeiner) der sich als Frankfurter bestens auskennt und uns auf kürzestem Weg zum Bus führte, der uns zum Palmengarten brachte.

Pünktlich um 14 Uhr begrüßte uns dort Frau von Putkamer, die uns in einer 1 1/2-stündigen Führung die Welt der Kräuter und Gewürze näher bringen wollte. Ich wunderte mich, was sie wohl in dem Korb, den sie bei sich hatte, mitschleppte. Aber das wurde dann während der Führung klar.

Vorbei am Rosenhaus führte sie uns in eine große Halle und erklärte uns an Hand einer Weltkarte auf dem Boden, die Ursprungsländer der Gewürze und Kräuter.
So kommt z.B. Chili und Vanille ursprünglich aus Mittel-und Südamerika und wurde nach der Entdeckung Amerikas nach Europa eingeführt. Die Muskatnuss stammt von den Banda-Inseln, einer indonesischen Inselgruppe im Archipel der südlichen Molukken.
Über viele Jahrhunderte war die Suche nach Gewürzen wie Zimt und Pfeffer, Muskatnuss und Nelken eine wichtige Antriebsfeder. Sie führte zu folgenreichen Entdeckungen, Kriegen und neuen Allianzen. So lässt sich die Geschichte unserer Zivilisation auch als Geschichte der Gewürze schreiben. Für die Muskatnuss gaben die Holländer Manhattan her, um die Nelken wurde Krieg geführt und Pfeffer wurde in Gold aufgewogen. Heute sind sie aus unserer Küche nicht mehr weg zu denken.

Es würde zu weit führen, alle Gewürze und Kräuter, die wir gesehen haben und auch probieren durften (das also hatte Frau Putkamer in ihrem Korb) hier aufzuführen und zu erklären.
Erwähnenswert sind die Ingwergewächse, zu denen auch Kardamom und Galgant gehören.

Ingwer ist vor allem wegen seines scharf-würzigen Aromas bekannt. Es gehört zu den gesündesten Lebensmitteln der Welt. Seit mehr als 3000 Jahren nutzt man die heilsame Kraft des Ingwers. Untersuchungen – vor allem in Europa und Japan – haben die heilende Wirkung von Ingwer und seinen Bestandteilen nachgewiesen. Der besondere Anteil an Scharfstoffen, darunter Gingerole und Shogaole, sowie ätherisches Öl tragen zum Geschmack, Geruch und zur Wirkung der Pflanze bei. Ingwer besitzt entzündungshemmende Eigenschaften und hilft vorbeugend gegen Erkältungen. Genutzt wird der Wurzelstock, Rhizom genannt.

Kardamom ist ein asiatisches Gewürz, und im Gegensatz zu anderen Ingwer-Verwandten wird beim Kardamom die Frucht genutzt und nicht der Wurzelstock. Kardamom schmeckt leicht scharf und wird in Mitteleuropa vor allem als Lebkuchengewürz.genutzt- Auch im indischen Chai-Tee oder im Kaffee hat Kardamom einen festen Platz. Durch seine ätherischen Öle regt Kardamom die Verdauung an und wirkt Blähungen entgegen. Ausserdem hat er eine entkrampfende Wirkung auf das Nervensystem und kann auch Frauenbeschwerden lindern.

Cassia-Zimt
Riechen nicht rauchen Maria!

Zimt wird bei uns überwiegend in der Weihnachtsbäckerei oder für Glühwein verwendet.
Relativ unbekannt ist jedoch, dass der Zimt ein vielfältiges Heilmittel ist. Zimttee stärkt nicht nur und wirkt antibakteriell, er wirkt auch gegen die meisten Erkältungssymptome. Ausserdem stärkt er die Verdauung und fördert die Durchblutung und senkt den Blutzucker.
Man unterscheidet zwischen dem hochwertigen Ceylon-Zimt und dem minderwertigeren chinesischen Cassia-Zimt, der sehr viel Cumarin enthält, das in großen Mengen gesundheitsschädlich ist.
Beim Zimt läßt sich nicht nur die getrocknete Rinde verwenden, sondern auch die Blüten. Sie werden auch Nelken genannt und haben ein viel intensiveres und schärferes Aroma als die Rinde. Bei der Dosierung sollte man sparsam umgehen.

Nelken werden vorwiegend zur Förderung der Verdauung verwendet. Daher findet man sie vor allem in schwer verdaulichen Gerichten, wie beispielsweise Rotkohl, Sauerkraut, Wild.
In der Heilkunde finden sie zur Verdauungsförderung, gegen Zahnschmerzen und als Einreibemittel Verwendung.

Und immer wieder verteilt Frau Putkamer Proben der Gewürze

Argwöhnisch betrachtet aber dann doch von den meisten probiert, wurde die wenig bekannte Tamarinde. Tamarinden sind etwa 5 bis 20 cm lange zimtfarbene bis braune, leicht gekrümmte, runde Hülsen, in deren Innerem die Samen liegen, die von einer bräunlichen bis schwarzroten Masse, dem Fruchtmark, eingehüllt sind. Tamarindenmark findet sich z.B. als Zutat in Worcestershiresauce. Die Pflanze hat eine fettregulierende Wirkung.

Vanille ist eines der teuersten Gewürze. Die Gewürzvanille stammt ursprünglich aus Mexiko und Mittelamerika, wird heute aber überwiegend auf Madagaskar, Réunion (früher Île Bourbon genannt) und anderen Inseln des Indischen Ozeans angebaut. Gewürzvanille wird im Handel unter den Bezeichnungen Bourbon-Vanille angeboten. Genutzt wird sowohl das Vanillemark wie auch die Schoten. Während Vanille früher überwiegend bei süßen Speisen eingesetzt wurde, verwendet man sie heute auch in der pikanten Küche. Ausgezeichnet passt es zu Lachs und Meeresfrüchten sowie zu Geflügelfleisch und süßlichem Gemüse, wie Möhren und Spargel.

Daß es unzählige Sorten von Chili gibt, ist jedem bekannt. Sie unterscheiden sich nach Farbe, Größe und Schärfe. Die Farbe reicht von grün über leuchtendrot bis braun und lila- schwarz, die Größe von winzig bis extrem groß, die Schärfe von mild bis brennend scharf. Generell gilt: je kleiner die Chilis, desto schärfer sind sie. je grüner sie sind, desto milder schmecken sie.
Die Schärfe der Früchte wird nach der Scoville-Scala gemessen.

Vom Pfeffer kennen wir den grünen Pfeffer, der in Salzlake eingelegt überwiegend für Pfeffersoße Verwendung findet. Der schwarze Pfeffer und der weiße Pfeffer werden zum Würzen verwendet, wobei der weiße Pfeffer von vollreifen roten Früchten stammt, die geschält werden und schärfer ist. Weniger bekannt ist der Kubebenpfeffer und der Stangenpfeffer, sowie der Szechuanpfeffer. Letzterer wird auch Japanischer Pfeffer, Anispfeffer, Chinesischer Pfeffer genannt und ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Er liefert ein scharf schmeckendes Gewürz und ist nicht mit dem Schwarzen Pfeffer (Piper nigrum) verwandt.
Nicht zur Gattung der Pfeffergewächse gehören die roten Pfefferbeeren, die oft in Pfeffermischungen zu finden sind.

Safran ist eine Krokus-Art, die im Herbst violett blüht. Aus den Stempeln ihrer Blüten wird das ebenfalls Safran genannte Gewürz gewonnen. Es ist das wohl teuerste Gewürz und kostet pro Gramm ca 8-10 Euro. Für 1 kg Safran Safran müssen bis zu 150.000 Blüten geerntet und verarbeitet werden, die ca. 1000 qm Anbaufläche beanspruchen.
Weil er so teuer ist,wird er oft gefälscht und stattdessen die Färberdistel oder Kurkuma angeboten.

Aber nicht nur über Gewürze, auch über Kräuter haben wir viel erfahren. Sicher hat in unseren Küchen inzwischen Salbei, Basilikum, Dill, Rosmarin, Thymina, Oregano und vieles mehr Einzug gehalten. Und auch die Kräuter für die berühmte grüne Sosse sind bekannt. Aber Perilla, Zitronengras und vieles mehr waren uns doch unbekannt. Und selbst die als Blume doch sehr bekannte Kapuzinerkresse wird wohl eher zur Dekoration genutzt und kaum einer kommt auf die Idee, die Blüten zu essen.

Nach der sehr informativen Führung blieb uns noch Zeit für einen Rundgang durch den bunt blühenden Sommergarten

das Tropicanum
das Tropicanium mit Pflanzen der Wüste und Savanne
Bananen
und wer hoch genug kletterte, konnte im Palmenhaus Bananen ernten.

Um 17.00 Uhr trafen wir uns dann wieder vor dem Palmengarten und fuhren mit dem Bus zum „Restaurant Klosterhof“, wo Rainer für uns Plätze reserviert hatte.
Im Garten der Gaststätte konnten wir in gemütlicher Runde bei einem guten Abendessen und natürlich einem schönen Schoppen (oder auch zwei) den Tag ausklingen lassen, bevor es kurz nach 20 Uhr wieder nach Hause ging.

Nach Hause..... nur fast....denn auf dem Weg liegt doch noch das gute Eiscafe am Schillerplatz. Und da könnte man doch noch....nun seht selbst:

Es war wieder ein sehr schöner und auch informativer Tag.

Die Bilder sind alle von Kordula (Kobold1952
Weitere Bilder von ihr könnt ihr hier sehen.

Marita (Knuddeline) konnte ihre Bilder retten.
Hier könnt ihr sie sehen.

Eingestellt am 7. August 2012

Autor: Feierabend-Mitglied

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