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Flandern zum Träumen - April 2022

Endlich kann auch die für 2020 und 2021 geplante Reise nach Belgien stattfinden. Vom 22. – 25. April 2022 lernen 18 Mitglieder und 2 Gäste fünf Städte in vier Tagen kennen: Brüssel, Antwerpen, Brügge, Gent und Aachen.

Besonders gefreut haben wir uns darüber, dass Alberto/alfredo6969 von Trendreisen24 bei dieser Fahrt wieder mit von der Partie sein kann, und wir auch wieder von unserem Freund Heiko vom Busunternehmen OVB aus der Rhön gefahren werden.

1. Tag – 22.4. – Freitag - Brüssel

Wenn Engel reisen, lacht bekanntlich der Himmel. Wir fahren Freitagmorgen um 8 Uhr in Mainz bei strahlendem Sonnenschein los und kommen Montagabend um 20 Uhr bei Sonne wieder nach Mainz zurück. Dazwischen liegen 4 Tage Sonne und blauer Himmel, dazu angenehme Temperaturen in Belgien – eine Besonderheit, wie wir von unserem belgischen Reiseleiter hören. In Belgien regnet es oft und der Regenschirm sollte auf keiner Reise fehlen. Wir können ihn im Koffer oder Rucksack lassen - wie so oft, wenn wir mit Alberto unterwegs sind.

Nach der ersten kurzen Pause an der Raststätte Mosel gegen 9.30 Uhr spendiert Heiko Kaffee, und für süße Leckereien sorgen wieder Elke und Renate; auch „Schaumküsse“ und „After eight“ stehen bereit. Über die A 60 geht es flott voran, und bereits um 10.30 Uhr biegt Heiko auf die A 4 Richtung Aachen/Venlo. Nach 3 Stunden passieren wir Aachen und haben kurz vor der belgischen Grenze eine längere Pause zum „Füße vertreten“. Um 13.20 Uhr nähern wir uns Brüssel und quälen uns durch den Freitagnachmittag-Feierabendverkehr.

Wie von Alberto vorhergesagt, können wir um 14 Uhr in dem komfortablen Hotel Marivaux auf dem Boulevard Adolphe einchecken. Eine Stunde später sind wir zum ersten Stadtrundgang bereit. Unser Reiseleiter für die kommenden drei Tage ist Archiel, ein pensionierter Lehrer und Geschichtsliebhaber.

Brüssel ist die Hauptstadt des Königreichs Belgien und hat in seinem Stadtgebiet ca. 185.000 Einwohner. Brüssel ist zudem Hauptsitz der Europäischen Union und Sitz der NATO. Die Region Brüssel-Hauptstadt ist zweisprachig: französisch und niederländisch. Das fällt auch bei den Straßenschildern auf, die alle zweisprachig sind.

Brüssel hat zwei Universitäten, mehrere Hochschulen, Akademien, Bibliotheken, Museen und Theater und ist ein bedeutendes Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturzentrum, sowie wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Zentrum des Landes.....und besitzt eine Vielzahl schöner Passagen zum Schauen, Shoppen und Verweilen.

Um 16 Uhr werden wir in der Schokoladenmanufaktur Planète Chocolat erwartet. Ich dachte immer, Brüssel wäre völlig eben. Aber nein, die Stadt liegt auf einer Höhe zwischen 15 und 100 m über dem Meeresspiegel und ich verstehe schnell, wieso Archiel uns sagte, dass er sein Rad „unten“ stehen lässt, wenn er etwas in der Oberstadt zu erledigen hat. Für die Chocolaterie müssen wir nämlich „den Berg hoch“.

Seit 1991 werden dort feinste belgische Schokoladenprodukte hergestellt. Elisabetha weiht uns in die Kunst der Schokoladeherstellung ein und wir dürfen Proben verkosten.

Vorher werden wir noch "eingekleidet" - ein paar Bilder kann ich Euch nicht ersparen!

Etwa eine Stunde dauert die Vorführung, an deren Ende die meisten auch noch in das Geschäft gehen, um die süßen Köstlichkeiten zu kaufen.

Auf dem Weg zum Bus besuchen wir noch die Église Notre-Dame du Sablon, ein imposantes Gotteshaus.

Eigentlich war eine Rundfahrt zu den Sehenswürdigkeiten Brüssels mit dem Bus geplant, aber der Feierabendverkehr lässt uns nur im Schneckentempo vorankommen, so dass viel wertvolle Zeit verloren geht. Archiel erzählt uns Geschichtliches über Belgien und über den Konflikt zwischen Flamen und Wallonen, der bis ins 19. Jahrhundert zurückgeht, als Belgien im Jahre 1830 unabhängig wurde und der sich noch heute politisch und kulturell auf das Land auswirkt.

„Flämisch“ steht für das belgische Niederländisch, das von ca. 7 Mio. Flamen gesprochen wird. Die Region, in der die sog. Flamen leben, nennt sich Flandern. „Wallonisch“ wurde ursprünglich um die Stadt Lüttich gesprochen. Im Laufe der Zeit wurde der Begriff aber auf alle französisch sprechenden Belgier erweitert.
Mehr zur Geschichte Belgiens kannst Du hier lesen

An der teuersten Einkaufsstraße Brüssels fahren wir zum Glück nur vorbei. In der Avenue Louise oder Louizalaan gibt es mondäne Boutiquen, Kunstgalerien, Hotels, Bars und historische Bauwerke der Belle Epoque.

Wir lernen von Archiel, dass es in Belgien etwa 1000 verschiedene Biersorten gibt. Rund 100 Brauereien stellen über 500 verschiedene Biere her, dazu kommen zahlreiche Spezialbiere, so dass das Gesamtangebot an belgischem Bier rund 1000 verschiedene Biere umfasst.
Das Trappistenbier muß in einem Kloster gebraut werden und der Großteil des Erlöses aus dem Verkauf wird sozialen Zwecken zugeführt.

Eine Besonderheit sind auch die Obstbiere. Das Obst wird 3 bis 18 Monate zwecks zweiter Gärung durch Fruchtzucker im Fass belassen.

Belgisches Bier ist stärker als das deutsche Bier. Es enthält 8 – 12 % Alkohol. Archiel erzählt uns dazu die Anekdote, dass in Belgien – wie in Norddeutschland – zum Bier ein Schnaps getrunken wird. Plötzlich gab es den Schnaps nur noch in größeren Flaschen. Die Bierbrauer reagierten sofort darauf und das Bier wurde stärker gebraut, damit der Alkoholpegel auch ohne Schnaps schon nach 3 – 4 Bier stieg.

Wir sehen die Rückseite des Königspalastes, in dem Napoleon zwei Jahre gewohnt hat und in dem sich heute die Amtswohnung des Königs Philippe mit den Büroräumen befindet, in der er seine tägliche Arbeit verrichtet. Der Palast ist auch die Arbeitsstätte von Königin Mathilde und deren Mitarbeiter ein Ort der Begegnung.

Vorbei am Königlichen Park, dem Warandepark, einem der bedeutendsten innerstädtischen Parks, gelangen wir zum Atomium, dem wohl bekanntesten Wahrzeichen Brüssels. Das imposante Kugelgebilde stellt ein Eisenmolekül in 165-milliardenfacher Vergrößerung dar.

Eröffnet wurde das Atomium anlässlich der 1958 in Brüssel ausgerichteten Weltausstellung. Nicht alle der neun Kugeln des Brüsseler Atomiums sind für den Publikumsverkehr zugänglich: Drei sind nicht in Gebrauch, eine ist nur zum Mieten (250 Besucher passen in die Kugel) und eine fünfte ist eine „Kinder-Kugel“, die nur für Schülergruppen auf Exkursionen geöffnet ist. Die restlichen vier Kugeln sind Besuchern über Treppen, Rolltreppen und einen Aufzug zugänglich. Entlang des Weges gibt es unter anderem eine ständige Ausstellung über die Geschichte des Atomiums.

Die oberste Kugel ist eine Panorama-Plattform, von der Besucher einzigartige Aussichten auf die ganze Stadt genießen können. Zur Zeit der Weltausstellung, der „Expo `58“, war der originale Aufzug auf die höchste Ebene des Gebäudes der schnellste der Welt.

Es ist Zeit für das Abendessen. Alberto hat für jeden der drei Abende für uns ein anderes Restaurant mit belgischen Spezialitäten ausgesucht. Heiko setzt uns in der Nähe des Restaurants ab. Die letzten Meter zum „Chez Leon“ in der Rue Des Bouchers gehen wir zu Fuß. Touristen und Einheimische drängen sich in den Straßen und Plätzen so dicht, als ob es Corona nie gegeben hätte. Ab dem 7. März müssen in Belgien keine Masken mehr getragen werden, nur noch im öffentlichen Nahverkehr. Wir sehen auch so gut wie niemanden mehr, der eine Maske trägt.

Das Restaurant ist auf mehrere Etagen verteilt. Wir haben Plätze im Obergeschoss und bekommen als Vorspeise einen gemischten Salat serviert. Es folgt ein Flämischer Fleischeintopf in Biersauce mit belgischen Pommes und als Dessert ein Schokomousse.

Der Spaziergang durch die kühle Abendluft zurück zum Hotel tut gut. Die Brasserie & Bar „Meat Me“ - gleich nebenan - gehört zum Hotel, und einige nehmen noch einen Absacker.

2. Tag – 23.4. – Samstag - Antwerpen

Wir fahren heute nach Antwerpen. Vorher ist ein Fotostop in Lier, einer Unesco-Weltkulturerbe-Stadt in der Provinz Antwerpen geplant. Weil wir aber etwas spät in der Zeit sind, fahren wir gleich weiter in die von Brüssel 40 km entfernte Metropole in einer der am dichtesten besiedelten Regionen Belgiens. In der Hafenstadt an der Schelde leben rund eine halbe Million Menschen aus mehr als 160 Nationen. Antwerpen zählte bis in die 80er Jahre die größte jüdische Gemeinde Europas. Etwa 20.000 Juden leben in Antwerpen, meist orthodoxe Cassiden. Sie dominieren den Diamantenhandel und wohnen deshalb überwiegend in diesem Viertel, wenngleich der Handel heute mehr und mehr in russischer und vor allem indischer Hand ist.

Im 15. und 16. Jh. war Antwerpen eine der größten Städte der Welt, eine der wichtigsten Handelsmetropolen Europas und ein bedeutendes kulturelles Zentrum. Noch heute besitzt Antwerpen den zweitgrößten Seehafen Europas nach Rotterdam. 1920 fanden hier die Olympischen Sommerspiele statt und 1993 war Antwerpen Kulturhauptstadt Europas. Nicht zuletzt war die Stadt Wirkungsstätte großer Künstler wie Peter Paul Rubens, van Dyck, Jan Bruegel d.Älteren und Jan Bruegel d.Jüngeren.

Der Bus hält unweit der Stadtburg Het Steen am Ufer der Schelde, die als das älteste erhaltene Gebäude Antwerpens gilt. Urkundlich erwähnt wurde sie im 12. Jh., aber sie dürfte vermutlich aus der Zeit des 9. Jh. stammen. Im 14. Jh. diente die Burg als Gefängnis, bevor Kaiser Karl V. sie teilweise abreißen und palastartig erneuern ließ.

In wenigen Schritten sind wir auf dem Grote Markt, dem Markplatz, mit seinem imposanten spätgotischen Rathaus aus dem 16. Jh. Auf den zwei Giebeln sind die Figuren Gerechtigkeit und Weisheit zu sehen; darüber thront Maria, die Stadtpatronin. Ganz oben sitzt ein Adler mit Blick in Richtung Aachen, dem Sitz des Heiligen Römischen Reiches, zu dem Antwerpen einst gehörte.

Um den Platz herum bauten viele reiche Kaufleute und die Zünfte prächtige Gebäude mit Renaissance- oder Barockfassaden. Antwerpen gehört zu den wenigen europäischen Großstädten, die einen weitgehend erhaltenen historischen Stadtkern besitzen. Zu sehen sind viele Gebäude aus dem Barock, dem Jugendstil oder der Zeit des Art déco.

Vor dem Rathaus steht seit 1887 der Brabo-Brunnen. Nach der Legende, die sich auf die Stadtgründung Antwerpens bezieht, soll der römische Soldat Silvius Brabo dem Riesen Druon Antigon, den er im Kampf besiegt hatte, die Hand abgehackt und in die Schelde geworfen haben. Der Riese hatte am Ufer der Schelde von den vorbeifahrenden Schiffern Wegzoll verlangt. Konnten sie den Zoll nicht bezahlen, hackte er ihnen die rechte Hand ab. Der Name der Stadt soll der Überlieferung nach von diesem Ereignis, dem „Hand werfen“ ((H)Ant-Werpen) herrühren.

Nicht weit ist es bis zur Liebfrauenkathedrale, dem größten Gotteshaus Belgiens und der Niederlande. Mit dem Bau des gotischen Meisterwerkes wurde 1352 begonnen. Der imposante 123m hohe Turm gehört seit 1999 zum Unesco-Weltkulturerbe. Die siebenschiffige Kirche wird von 125 Pfeilern getragen.

Künstlerisch eindrucksvoll sind die Beichtstühle, die Kanzel und die mittelalterlichen Glasfenster. In der Kirche finden sich berühmte Bilder von Peter Paul Rubens: „Die Kreuzaufrichtung“ und „Die Kreuzabnahme“, sowie „Mariä Himmelfahrt“, das große Altarbild der Kathedrale und „Die Auferstehung Christi“. Beeindruckend auch das große Kuppelfresko „Mariä Himmelfahrt“ des Malers Cornelis Schut.

Vor der Liebfrauenkathedrale auf dem Groenplaats steht auf einem Sockel die überlebensgroße Peter Paul Rubens-Statue.

Von 12 – 13 Uhr haben wir Mittagspause. Einige gehen Muscheln essen, wir bevorzugen Belgische Waffeln mit deftiger Auflage.


Danach führt uns Archiel durch die sehenswerte Altstadt Antwerpens. Vom Kornmarkt aus führt der „Vlaeykensgang“, eine mittelalterliche kleine Gasse mit Kopfsteinpflaster zur Pelgrimstraat. Eine Gasse, durch die vielleicht schon Peter Paul Rubens gelaufen ist. Früher wohnten dort die Ärmsten der Stadt. Heute haben sich hier Antiquitätengeschäfte, Kunstgalerien und kleine Cafés angesiedelt, ebenso das exklusive Restaurant Sir Antony Van Dyck, benannt nach Rubens bestem Schüler. Am Samstag herrscht hier nicht viel Trubel und wir haben Zeit, die gepflasterten Höfe, alte Laternen und verzierten Türen anzuschauen.

Schon bald sind wir wieder in der belebten Fußgängerzone. Um 14 Uhr haben wir eine Führung im Rubenshaus. Einst war es Wohn- und Werkstatt des Malers, heute das wohl bekannteste Museum Antwerpens.

Bei Wikipedia ist zu lesen:

„Rubens stammte aus einer bekannten Antwerpener Familie und verbrachte fast sein gesamtes Erwachsenen- und künstlerisch aktives Leben in der damaligen Weltstadt, er wird deshalb als „großer Sohn der Stadt“ betrachtet.

Geboren wurde Peter Paul Rubens 1577 allerdings im damals nassauischen Siegen, wo sich seine Eltern im Exil aufhielten.

Sein Vater Jan Rubens war Ratsherr und ein angesehener Patrizier Antwerpens gewesen. Aufgrund der religiösen Verfolgung in den Spanischen Niederlanden hatte die reformierte Familie die Stadt 1568 verlassen müssen. Danach war der Vater als Anwalt der Anna von Sachsen in Konflikt mit deren Ehemann Wilhelm von Oranien geraten und wurde in Siegen festgehalten. In diese Zeit fiel offenbar die Geburt des Sohnes. Nach dem Tod seines Vaters zog Peter Paul im Alter von 10 Jahren zusammen mit seiner Mutter zurück in die Heimatstadt.
Rubens lebte bis zu seinem Tod 1640 in Antwerpen, nur unterbrochen durch eine lange Italienreise von 1600 bis 1608 und einige Auslandsaufenthalte im diplomatischen Dienst.

Rubens starb 1640, schwer von der Gicht gezeichnet. Sein Grab befindet sich in der St. Jakobuskirche, nicht weit vom Rubenshaus entfernt."

Die Gruppe wird geteilt und während die einen die Führung im Garten hinter dem Palast beginnt, besichtigen die anderen Atelier, Küche und Kammern, die mit Möbeln und Haushaltsgegenständen aus der Zeit von Rubens ausgestattet sind.
Am Interessantesten sind jedoch die Malereien: frühe Werke wie „Adam und Eva“, einige Porträts von Heiligen, aber auch Arbeiten seiner Schüler. Er produzierte, so erzählte uns Archiel, Hunderte von Bildern für reiche Bürger, Klerus und Adel.

Nach Ende der Führung gehen wir zum Diamantenviertel, das in der Nähe des Hauptbahnhofes liegt. Unter der Woche herrscht hier reges – meist auch jüdisches - Treiben; am Sabbat sind die Straßen wie ausgestorben. Die Straßen erinnern eher an ein tristes Bahnhofsviertel.

Aber hinter den Fassaden verbirgt sich ein Zentrum extremen Reichtums. Im vergangenen Jahr wurden dort laut dem Branchenverband Antwerp World Diamond Center (AWDC) Diamanten im Wert von 46 Milliarden Dollar (40 Mrd. Euro) gekauft und verkauft. 86 Prozent der weltweit gehandelten Diamanten wandern bis heute mindestens einmal durch den Stadtteil. Wenig verwunderlich, dass man sich hier unter strenger Beobachtung befindet – angeblich gibt es im Diamantenviertel mehr Überwachungskameras als im Europäischen Parlament.

2/3 des Diamantenhandels sollen sich heute in indischer Hand befinden. So verwundert es auch nicht, dass der größte Teil der Rohdiamanten mittlerweile in Indien geschliffen werden. Früher waren Zehntausende Diamantenschleifer in der Stadt beschäftigt, heute sind es nur noch 600. Nur besonders wertvolle, große Steine werden noch in Antwerpen verarbeitet.

Als letzten Höhepunkt in Antwerpen gehen wir zum Hauptbahnhof, der Centraal Station. Sie gilt seit ihrer Renovierung als einer der schönsten Hauptbahnhöfe Europas. Archiel hat uns nicht zuviel versprochen. Schon von außen sieht der Bahnhof eher aus wie eine Kathedrale der Kunst. Betritt man die Eingangshalle, denkt man nicht, in einem Bahnhof zu sein: Wände aus Marmor, die mächtigen Rundbogenfenster lassen den Raum erstrahlen, opulente Stuckdecken, breite Treppen und Aufgänge unter der riesigen Kuppel.

1905 wurde der Bahnhof eingeweiht. Bis 2007 war er ein Kopfbahnhof, aber in jahrelangen Renovierungs- und Umbauarbeiten wurden unterirdische Gleistunnel angelegt. Dadurch ist der Antwerpener Hauptbahnhof nun auch für Hochgeschwindigkeitszüge geeignet. 2009 kürte das amerikanische Magazin Newsweek den Bahnhof zum viertschönsten der Welt.

Um 16.30 Uhr holt uns Heiko wieder mit dem Bus auf dem Bahnhofsvorplatz ab. Wir sind froh, wieder im Bus zu sitzen – die meisten mit „runden“ Füßen. Kein Wunder: Meine Uhr zeigt mir etwa 15.000 Schritte an.

Zügig geht es zurück nach Brüssel. Der Verkehr hält sich am Samstag nachmittag in Grenzen. So haben wir noch Zeit, durch das Regierungsviertel zu fahren und bestaunen die großen, modernen Gebäude der verschiedenen Ministerien der Europäischen Union. Und wir sehen sogar, dass Brüssel ebenfalls ein „Brandenburger Tor“ hat.

Der Triumphbogen dient als Eingangstor in den „Jubelpark“, der die große Geschichte Brüssels darstellen sollte. Er war für die Weltausstellung von 1880 geplant, wurde aber erst sehr viel später vollendet, nachdem es darüber zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen dem König Leopold II. und der Regierung gekommen war, weil die Regierung für ein in ihren Augen unnützes Bauwerk nicht soviel Geld ausgeben wollte. Erst durch private Geldgeber (letztlich durch das Privatvermögen des Königs) konnte der Triumphbogen 1905 fertiggestellt werden – gerade rechtzeitig zur 75-Jahr-Feier der belgischen Unabhängigkeit.


In der Nähe des Marktplatzes lässt uns Heiko aussteigen. Denn auch das Manneken Pis steht noch auf unserem Programm. Wer kennt es nicht, diesen kleinen urinierenden Jungen, der auch Petit Julien genannt wird. Die 61 cm hohe Bronzestatue wurde 1619 von einem Brüsseler Bildhauer geschaffen. Mehrfach wurde sie gestohlen. Die Figur, die wir jetzt sehen, stammt aus dem Jahr 1965.

Von Zeit zu Zeit wird die kleine Brunnenfigur mit Kostümen eingekleidet. Heute trägt er die Uniform des „Orde van de Brusselse Moestasje“ – also den Orden des Brüsseler Schnurrbartclubs (Moustache = Schnurrbart) – wie auf dem Schild zu lesen ist, das die Namen der Kostüme in diesem Monat zeigt.


Der kleine Kerl ist aber auch in vielen Schaufenstern zu bewundern, wie hier als Schokoladenfigur (man beachte die Form der Eclairs …. in Deutschland auch als Liebesknochen bekannt!) oder als Kronkorkenöffner in allen Farben.

Nach einem schönen Gruppenfoto der Damen mit dem Manneken Pis gehen wir zum Abendessen ins „Le Grand Café“ in der Boulevard Anspach.

Es gibt einen leckeren Pie mit Endivien, Brüsseler Stoemp (Kartoffelpüree mit Gemüse) und Bratwurst. Zum Nachtisch schlemmen wir eine Kugel Vanilleeis mit frischen Früchten.

3. Tag – Sonntag - Brügge und Gent

Wir werden wieder von herrlichem Sonnenschein geweckt. Das Thermometer soll auf 18° steigen; ideale Bedingungen für die Städtetour.

Brüggeist 90 km von Brüssel entfernt; Gent 50 km.
Gegen 10 Uhr sind wir in Brügge auf dem Busparkplatz.
Brügge ist Hauptstadt der Provinz Westflandern. Die Wikinger tauften die Stadt im 9. Jh. „Bryggia“ – Landungsplatz. Schon im Mittelalter zählte die Stadt neben Venedig zu den Zentren der Weltwirtschaft. Sie bekam das Stapelrecht (Marktrecht) und kam mit Handel durch Wein, Gewürze, Stoffe und Pelze zu Wohlstand. Eines der wichtigsten Handelshäuser war das Wirtshaus der Familie van der Beurze, das zum Namenspate für alle Börsen wurde, die noch heute die Weltwirtschaft bestimmen.

Brügge ist von Wallanlagen und Kanälen umgeben. Da die Stadt nie durch Kriege oder größere Brände zerstört wurde, hat sie sich ein mittelalterliches Stadtbild und historische Gebäude bewahrt. Die Stadt ist sowohl zu Fuß als auch per Bootstour erkundbar. Die Kanäle, die die Stadt durchziehen, nennen die Einheimischen Reien nach dem im Mittelalter vollständig kanalisierten Flüsschen Reie, über das Brügge direkt mit der Nordsee verbunden war.
Der mittelalterliche Stadtkern wurde 2000 zum Weltkulturerbe erklärt. 2002 war Brügge Europäische Kulturhauptstadt.

Durch einen Park, den sog. Minnewater, gehen wir zum Beginenhof. Er ist einer von noch 26 erhaltenen flämischen Beginenhöfen.

Die von einer Mauer umgebenen kleinen weißen Häuser wurden meist im 17. und 18. Jh. gebaut. Der Beginenhof selbst datiert bereits aus dem Jahr 1245. Die letzte Begine in Brügge starb 1930. Der Beginenhof in Brügge dient heute einer Gemeinschaft von Benediktinerinnen als Kloster.

Die Beginen lebten wie Nonnen in einer Frauengemeinschaft. Die ersten Gemeinschaften entstanden Ende des 12. Jh. Oft waren es Mädchen, die keine Mitgift hatten, aber auch Witwen. Die Frauen sorgten selbst für ihren Unterhalt. Heute leben in den Wohnhöfen ältere Leute, Künstler und Studenten.

Kaum haben wir den ruhigen Ort verlassen, umfängt uns das touristische Leben in der Stadt. Archiel führt uns durch kleine Gassen zum Markt. Auf dem Platz erinnert ein Denkmal an Jan Breidel und Peter de Conink, die 1302 den Aufstand der Brügger Bürger gegen die Franzosen anführten und deshalb als Volkshelden gelten.

Wahrzeichen des Marktes ist der Belfried, der die alten Tuchhallen krönt, in denen Textilien gehandelt wurden, die den Reichtum der Stadt begründeten.

Die Heilig-Blut-Basilika gilt als Brügges älteste Kirche. Die Doppelkirche wurde Mitte des 12. Jh. gebaut. Sie besteht aus der Basiliuskapelle als Unterkirche und einer Oberkirche. Der Sakralbau ist Aufbewahrungsort einer der bedeutendsten Reliquien Europas, einer Heiligblut-Reliquie.

Neben der Heilig-Blut-Basilika steht das Rathaus, eines der schönsten und ältesten Flanderns. Es wurde 1376 errichtet und um ca. 1400 vollendet.

Wir haben 1 ¼ Std. Freizeit und nutzen sie zum Mittagessen und zum Bummeln.

Auf dem Rückweg zum Bus zeigt uns Archiel noch die sog. „Godshuizen“ (Stiftungshäuser)

Ab dem 14. Jahrhundert wurden diese Wohnsiedlungen aus Barmherzigkeit gebaut. Die Gilden wollten ihren alt gewordenen Mitgliedern Wohnmöglichkeiten verschaffen, oder sie wurden von Witwen oder wohlhabenden Bürgern bewohnt, die sich so einen Platz im Himmel erobern wollten. Heute wohnen in den Stiftungshäusern, die fast alle restauriert und modernisiert sind, immer noch alte Leute. Mit den malerischen Gärten und weiß gestrichenen Fassaden sind sie ideal, um etwas zur Ruhe zu kommen.

Um 14 Uhr treffen wir uns wieder am Bus und fahren nach Gent.

Am Zusammenfluß von Leie und Schelde liegt Gent. Der keltische Name „Ganda“ – Zusammenfluß – erinnert daran. Gent ist eine junge Stadt; jeder achte soll Studentin oder Student sein.

Das Genter Stadtpanorama mit seinen Kirchen und Türmen aus Gotik, Renaissance und Barock können wir vom Taxiboot aus bewundern, das uns am Busparkplatz abholt und später wieder zurückbringt. Wir sparen uns damit einen enormen Fußweg in die Stadt – laufen müssen wir dort noch genügend, denn es gibt viel zu sehen.

Schon früh verfügte Gent über das sog. Stapelrecht, d.h., die Stadt konnte beim Handel Steuern erheben. Mit der Tuchproduktion wurde die Stadt reich und zählte mit rund 65.000 Ew. Im 14. Jh. neben Paris zu den größten Städten nördlich der Alpen. Kaiser Karl V. wurde 1500 in Gent geboren. Er hätte seine Heimatstadt gerne zu einer Weltmetropole gemacht. Überliefert ist der Satz des Kaisers „Je mettrai Paris dans mon gant/Gand „(Ich könnte Paris in meinen Handschuh/mein Gent stecken).

Da Gent in beiden Weltkriegen weitgehend verschont blieb, ist der Großteil der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bausubstanz erhalten geblieben – oftmals denkmalgeschützt.

Das Taxiboot bringt uns zur Uferpromenade mitten in der Altstadt. Hier drängen sich Jung und Alt oder sitzen einfach nur am Ufer. Früher lag hier der Hafen von Gent. Die Stadt war über die Leie auch mit großen Schiffen zu erreichen.

Dieter/fidelis hat ein kleines Video von der Fahrt mit dem Taxiboot gedreht - klicke hier

Auf schnellstem Weg bringt uns Archiel zur St. Bavo Kathedrale mit dem weltberühmten Genter Altar. Wir haben Einlasskarten für 16 Uhr und dürfen uns für 10 Minuten in dem bewachten Raum aufhalten.

Der Altar gilt als eines der Meisterwerke flämischer Malerei und wurde 1432 das erste Mal in der Kirche gezeigt. Der Flügelaltar, auch als „Die Anbetung des Lamm Gottes“ genannt, wurde von Jan van Eyck und Hubert van Eyck angefertigt. Bedeutend für die Kunstgeschichte ist es auch deshalb, weil van Eyck zum ersten Mal Menschen aus Fleisch und Blut und keine mythischen Gestalten wie andere Maler vor ihnen darstellte. Da wir im Altarraum schweigen müssen, gehen wir mit Archiel anschließend in einen Nebenraum, wo eine Kopie des Kunstwerkes hängt. Dort hat er Zeit für seine Erklärungen zum Altar.

Ausführliches über den Genter Altar kannst Du hier lesen


Wir haben ausgiebig Zeit, uns das Gotteshaus noch von innen anzusehen. Auffallend ist das riesige Bild, von Peter Paul Rubens gemalt, das den Eintritt von Bavo in das Kloster von Gent zeigt.

Auch die Rokokokanzel, die als eine der schönsten Belgiens gilt und der barocke Hochaltar aus schwarz-weißem Marmor sind beachtenswert.

Nach dem Besuch der St. Bavo Kathedrale führt uns Archiel durch die Stadt zur Burg Gravensteen oder Burg der Grafen – eine mächtige Wasserburg mitten in der Stadt. Bereits in der Zeit um Kaiser Karl d. Gr. soll hier eine hölzerne Burg gestanden haben.

Nachdem während Auseinandersetzungen 1128 die alte Burg zerstört wurde, ließ Philipp von Elsass im Jahr 1180 Burg Gravensteen zu einer Festung neu errichten. Bis ins 14 Jh. residierten die Grafen aus Flandern in der Burg. Danach war sie ohne Bedeutung. Zur Weltausstellung 1913 in Gent wurde die Burg von der Stadt gekauft und vollständig restauriert und ist heute ein Touristenmagnet.
Wir gehen zurück an die Uferpromenade und das Taxiboot bringt uns zurück zum Bus.

Unser Restaurant am letzten Abend, das „La Rose Blance“ befindet sich auf dem Grand’ Place 15. Von der zweiten Etage des Restaurants schauen wir auf den belebten Marktplatz und können dem bunten Treiben zuschauen. Die Lage und auch das Ambiente des Restaurants könnte schöner kaum sein.

Das 3-Gang-Menü besteht aus leckeren Kräsekroketten, Kaninchen mit Geuze Bier und Pflaumen und zum Abschluß einem hervorragenden Schoko Mousse. Das Lapin (Kaninchen) wird in Geuze, einem belgischen Bier, geschmort. Traditionell wird Lapin à la Gueze mit Salzkartoffeln oder Kartoffelpüree und einer Salatgarnitur serviert und schmeckt hervorragend.

Wie für uns von Alberto bestellt, leuchten die Prachtbauten im Schein der untergehenden Sonne und als wir in der Dunkelheit vor das Restaurant auf den Grand’ Place treten, können wir uns an der malerischen Kulisse, die einen besonderen Zauber ausstrahlt, kaum satt sehen.

Nina hat ein kleines Video gedreht, dass die Atmosphäre wunderschön zeigt - dazu noch mit den passenden Klängen, die über den Platz schallen. Klicke hier


Tag 4 – Montag – Aachen und Heimreise

Um 9.15 Uhr heißt es Abschied nehmen von Brüssel. Aber auf der Heimreise erwartet uns ja noch ein weiterer Höhepunkt, Aachen. Davon berichtet Renate/Schmiermaxe:



Zum Abschluss der Flandern-Rundfahrt besuchen wir auf dem Rückweg im Dreiländereck Belgien-Niederlande-Deutschland die Kaiserstadt Aachen. Es herrscht Vielfalt an Sprachen, Kulinarik und Öffnungszeiten von Super- und Baumärkten. Die einen kommen nach Aachen wegen der Mode, die anderen fahren am Sonntag mal eben hinüber zu den geöffneten Einkaufstempeln. Weitere Anziehungspunkte sind das Tivoli-Fußballstadion und das weltberühmte, zehntägige CHIO-Pferdeturnier.

Am Elisenbrunnen begrüßt uns die Stadtführerin und gibt uns sachkundig und humorvoll zunächst einen Einblick in die Geschichte der Stadt. Da ist natürlich wieder von den Römern die Rede. Das römische Heer schätzte die warmen Thermalquellen sehr …......einesteils der Wärme wegen, wenn sie morsche Knochen hegen….(frei nach Wilhelm Busch), ebenso die Menschen in den nachfolgenden Jahrhunderten.

Innerhalb der von Schinkel erbauten klassizistischen Wandelhalle können wir an den Wasserhähnen die Temperatur und den besonderen Geschmack probieren und sehen an Marmortafeln, wer von den gekrönten und ungekrönten Häuptern weltweit bereits hier Linderung von Gicht und Rheuma gesucht hatte.

Aachen dürfte sich auch "Bad Aachen" nennen, hat jedoch darauf verzichtet, damit die Stadt weiterhin in Listen und Aufstellungen an erster Stelle steht.

Bei der Umgestaltung des kleinen Parks wurden Reste der früheren Bebauung gefunden. Ebenso Reste einer Wasserleitung und viele Stücke von Feuerstein, aus dem damals Pfeilspitzen und Werkzeuge hergestellt wurden. Eine Glaseinhausung schützt die jahrhundertealten Fundstücke und gibt trotzdem den Blick darauf frei.

Wenige Schritte weiter kommen wir zu einem schönen Brunnen. In dem kreisrunden Becken fließt das Wasser im Kreis herum und betont die Bedeutung der Figuren, die auf dem Rand stehen: den Kreislauf des Geldes. Eine Bauersfrau übergibt dem neben ihr stehenden Mann zögernd einen Teil ihres Erlöses, dieser übergibt das Geld einem honorig aussehenden Mann, der wiederum einem Bettler in hohem Bogen etwas davon zuwirft. Karl Henning Seemann stellte hierbei den Geiz, die Gier, die Gönnerhaftigkeit und die Bettelei dar. Daneben steht noch die Figur eines Mannes als ein Vater, der seinem andächtig lauschenden Kind eben diesen Kreislauf des Geldes erklärt. Der Brunnen wurde von der Sparkasse Aachen gestiftet, das Wasser fließt dank der Thermalquelle das ganze Jahr über.

Wir sind nun mit wenigen Schritten direkt in der Altstadt und Fußgänger-Zone. Die Figuren des 'Puppenbrunnens' mit seinen beweglichen Körperteilen können wir leider nur auf Plakaten sehen, denn sie werden restauriert.
Aber da sind noch mehr römische Spuren, die bei Grabungen zu Tage kamen. Ein Portikus erinnert an einen Tempelbezirk zu Römerzeiten.

Wir aber sind in der jetzigen Zeit und machen Bekanntschaft mit den berühmten Aachener Printen. Es werden Kostproben verteilt und Auskunft gegeben über die verschiedenen Printensorten und deren Verwendung zum Kaffee oder im Bratentopf. Darum werden sie auch ganzjährig ver- und gekauft. Die Firma Lambertz ist Marktführer, zusammen mit Zentis und der Deutschland-Zentrale der Schweizer Firma Lindt & Sprüngli besteht eine bedeutende Süßwarenindustrie.

Wir wenden uns nun dem Marktplatz mit dem prächtigen Rathaus zu und dem Karlsbrunnen. Das Rathauswurde im 14. Jh. auf den Grundmauern der verfallenen Aula Regia der Kaiserpfalz errichtet. Karl der Große wird angesichts seines großen Reiches als der 'erste Europäer' angesehen. Darum wird hier, im Festsaal des Rathauses, alljährlich der Karlspreis verliehen an Persönlichkeiten, die sich um Europa verdient gemacht haben.

Auf der Rückseite des Rathauses sehen wir einen aus dem Mittelalter stammenden Eckturm, der alle Kriegswirren und Stadtbrände überlebt hat. Wir werden über einen großen Platz geführt, auf dem das zentrale Gebäude der Kaiserpfalz stand. Heute werden dort der Markt und Volksfeste abgehalten.


Am Ende des Platzes ist auch schon der Dom zu sehen, den Karl in Form eines Oktogons erbauen ließ als Kapelle seiner Pfalz. Aus der Zeit Otto III. ist er reich mit bunt- und goldglänzenden Mosaiken nach Byzantinischen Vorbildern ausgestaltet, der riesige Kronleuchter in Form einer mittelalterlichen Königskrone ist beeindruckend.


Auf der Empore steht der karge Thron aus hellem Marmor, auf dem Karl im Jahr 800 zum Kaiser gekrönt wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurden 31 Könige gekrönt.


Im später angebauten gotischen Chorhaus werden im vergoldeten Karlsschrein die Gebeine Karls des Großen aufbewahrt, während im ebenfalls goldglänzenden Marienschrein die vier großen Aachener Textilreliquien untergebracht sind. Sie werden alle sieben Jahre bei der Heiligtumsfahrt gezeigt.

Hier in seiner Lieblingspfalz konnte er sich von den anstrengenden Regierungsreisen erholen. Sein Reich erstreckte sich von den Pyrenäen bis zu den Westfriesischen Inseln, von Ungarn bis Mittelitalien und wurde von ihm als Reisekaiser quasi vom Pferd aus regiert. Er brachte Bildung und Kultur zu den Menschen, sorgte für Recht und Ordnung. Seine Widersacher und die aufständischen Sachsen unterwarf er schonungslos mit Gewalt und führte zahlreiche Feldzüge, die sein Reich vergrößerten und festigten.

Karl der Große beflügelt heutzutage den Tourismus in diese sehenswerte und quirlige Stadt. Quirlig auch durch die über 50.000 Studierende der renommierten RWTH (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule) und anderer TH's. Wegen der überwiegend technischen Studiengänge herrscht allerdings Frauenmangel. Es geht der Spruch: "Hundert Männer, keine Frau – ich studier' Maschinenbau".


Für Heiterkeit sorgt auch die jährliche Verleihung des "Ordens wider den tierischen Ernst" im Euro-Congress an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die bei der Ausübung ihres Berufes Humor und Menschlichkeit gezeigt haben. Anlass und erster Preisträger war ein Aachener Staatsanwalt, der die vorzeitige Entlassung eines Strafgefangenen angeordnet hatte, damit dieser die tollen Tage nicht hinter Gittern verbringen müsse. Die Verleihung ist Teil des Aachener Karnevals.

Über Aachen könnte noch viel erzählt werden, so manches noch zu sehen und zu erkunden, nicht zuletzt die zu Füßen liegende vielfältige Eifel.

Also – nix wie hin!"


Um 15.30 Uhr steigen wir für die letzte Etappe wieder in den Bus. Gegen 19.30 Uhr erreichen wir wohlbehalten Mainz und Heiko verabschiedet sich mit folgenden Worten von uns:„Die Fahrt mit euch war wie ein innerliches Blumenpflücken“.

Haben wir jemals so ein schönes Kompliment bekommen? Ein herzliches Dankeschön an unseren liebsten Busfahrer, der uns wieder so hervorragend „kutschiert“ hat.
Mit Archiel hatten wir einen kompetenten Reiseführer in Brüssel, Antwerpen, Brügge und Gent, wenngleich wir des öfteren fast festgewachsen wären, weil er so viel Interessantes zu erzählen hatte.
Und nicht zuletzt danken wir wieder Alberto für die tolle Reise, seine Organisation und unermüdliches Kümmern im Vorfeld und vor allem auch während der Reise. Wir können uns kaum einen besseren Reiseleiter vorstellen.

In Erinnerung bleibt mir – und sicherlich uns allen:

Sehenswerte Städte, die noch das Flair des Mittelalters ausstrahlen, aber auch Großstadtatmosphäre wie in Brüssel
- viel Kunst und Kultur
- endlich den Kaiserdom in Aachen und den Thron sehen
- kulinarische Genüsse, sowohl herzhaft wie auch süß,
- hervorragende Biere
– Kopfsteinpflaster
– abenteuerliche Treppen zum Restaurant und zu den oftmals winzigen Toiletten in den alten Häusern
– viele Menschen auf den Straßen, mit lachenden Gesichtern, die nicht mehr von Masken verdeckt werden
– nette Mitreisende
– lebhafte Gespräche
– Muskelkater und „runde Füße“ vom Laufen
- Zufriedenheit und Glück

Unsere Fotografen waren wieder sehr fleißig.
Die Bilder im Bericht sind von Alberto/alfredo6969, Dieter/fidelis45, Elke/19Mohnblume57, Elke/Sunny322 und Nina/nina364.

Zu den Alben von:
Alberto - klicke hier
Dieter - klicke hier
Nina - klicke hier
Elke - Brüssel und Anreise - klicke hier
Elke - Antwerpen, Brügge, Gent - klicke hier


(eingestellt am 1.5.22)

Autor: Feierabend-Mitglied

Autor: Schmiermaxe

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