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Heringsessen am Aschermittwoch

Wie bereits in den Vorjahren hatte unser Mitglied Renate / Schmiermaxe zum Heringsessen in den Rebenhof eingeladen, um die Fastnacht 2019 feierlich zu beerdigen.

20 Mitglieder waren der Einladung gefolgt:

Am Aschermittwoch, wie in jedem Jahr,
ist Schluss mit Fassenacht, s'ist jedem klar.
Vorbei der Trubel, Jux und Schunkelei,
Wein, Weib und Tabak sind vorbei,
denn es beginnt die Fastenzeit.

Drum eilet herbei, ihr lieben Leut',
und lasset uns unter Weh und Klagen
die Fassenacht zu Grabe tragen.
In Trauerkleidung, so ich bitte und rate !
Unter Tränen grüßt bis dahin : Renate.







Hier der Bericht von Renate:

In vollendeter Trauerkleidung, die Damen mit Hut,
fanden wir Feierabendler es ausgesprochen gut,
in lebhaften Gesprächen – als hätt' man sich lang nicht gesehen -
die Fastnacht zu erzählen, und zwar jedes einzelne Geschehen.

Der Grund für das Treffen war jedoch – wie angekündigt -
die Fastnacht, in der man gesoffen und gesündigt,
nach Beichte und Buße
mit Würde und Muße
unter grandiosem Heulen und Klagen
mit Dank und mit Wehmut zu Grabe zu tragen.

Der ganze Saal stimmte ein ins große Wehklagen,
ich glaube, man hört' es – es konnt' ja nicht schaden -
erst bis nach Finthen und dann bis Wiesbaden!

Mit diesem Tag begann für viele die Fastenzeit
und gab uns dazu die Gelegenheit,
das traditionelle, im Rebenhof vorzügliche,
durch kollektives Kartoffelpellen vergnügliche,
vom netten Personal flott dargebrachte,
- so jeder Wirtschaft Ehre machte -
Heringsessen zu genießen und mit guten Getränken
unseren Kummer stilvoll zu ertränken.

Zum Glück hatte Günter – auch Bakru genannt -
wie immer die Kamera bei der Hand,
so dass dies Geschehen von humoristischer Relevanz
wurd' festgehalten – besonders der Hüte Eleganz.

Zum Schluss bleibt noch eines zu benennen :
dass Feierabendler einen ganzen Saal rocken können !
"Weiter so !" ich dringend rate
und sage "adschöö"! Eure Renate

Schon bald wurde der Hering aufgetischt. Nach vereintem Pellkartoffel-Schälen und dem Genuss des traditionellen Aschermittwoch-Essens hielt Renate die Trauerrede auf die Fastnacht 2019, die Norbert/Cicken mit der Trillerpfeife ankündigte.

Sofort verstummten die Gespräche im Saal, auch die der Nicht-Feierabendler, die Handys wurden aus der Hand gelegt, die Taschentücher gezückt, herzhaft geweint, und danach hörten alle gebannt der mitreißenden Trauerrede zu:

Sind sie nicht pfuiteuflisch anzuschauen :
jährlich färben sich Männer und Frauen
Klamotten und Haare gelb-blau-weiß-rot,
zur Fassenacht und weil "Spaß" es doch macht,
sich zu verkleiden und zu feiern Tag und Nacht !
Sie basteln große Figuren, ziehen Wagen durch die Stadt,
veralbern die Regierung, halten freche Reden vom Blatt,
witzeln über Wiesbaden und freu'n sich halbtot.

Sie knallen Konfetti und Bonbons den Leut' uff de Kopp.
Tagelang grölt und musiziert auf den Gassen jeder Tropf.
Und weil es doch "Spaß" macht und Fassenacht ist,
wird geschunkelt, gesoffen, gesündigt und ungehemmt
mit Weck, Worscht, Woi - und so weiter - geschlemmt.
Selbst das Schienbein würden sie sich bügeln
und sie sind durch nichts zu zügeln
wenn sie hören, dass wieder Fassenacht ist.

Doch es gibt auch andere – nämlich so Leute wie wir !
Die sind einfach fröhlich, singen und schunkeln hier,
prosten sich zu, lieben Wein, Weib und Gesang.
Denn wir lieben die Fassnacht, halten hoch diesen Brauch,
tun ein klein bisschen sünd'gen, so wie jeder hier auch …
singen und tanzen, im Saal und uff de Gass' -
wir haben an der Fassenacht richtig viel Spaß
und loben Gott Jokus, unser Leben lang.

Aber - damit ist Schluss jetzt, die Fassnacht vorbei
für alle und jeden: "Spaß" und vor allem Völlerei !
Denn jetzt beginnt die Fastenzeit.
Drum begraben wir die Fassnacht mit großem Wehklagen.
Unter Tränen und Schneuzen hört man dann alle sagen :
wartet geduldig, bis am 11. 11. sie wieder erwacht :
unsere schmerzlich vermisste und geliebte Fassenacht
und beschert uns dann wieder vierfarbbunte Freud'.

Drum ruhe nun sanft – wir sehen uns wieder !
Ein letzter Schluck auf dein Wohl durchläuft unsre Glieder.
Jetzt lasset nach altem Brauch die Fastenzeit beginnen.
Und denkt heute dran : so ein Hering will schwimmen !

Frei nach Erich Kästner geklöppelt von Renate Marx-Donath, März 2019


Wir saßen noch lange bei guten Gesprächen - wie es halt bei einer Trauerfeier üblich ist - zusammen, ehe wir gut gelaunt nach Hause gingen bzw. fuhren.

Günter/bakru26, der, wie auf dem Bild zu sehen ist, alle seine Meenzer Fassenachtsorden trug (wenn Du die Bilder anklickst, erscheinen sie größer), hat den schönen Abend wieder mit der Kamera in Bildern und einem kleinen Video festgehalten.

Klicke hier


(eingestellt am 8.3.19)

Autor: Feierabend-Mitglied

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