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„Einmal im Jahr solltest du einen Ort besuchen,
an dem du noch nie warst“

(Dalai Lama)

Benvenuti in Calabria

Als wir im vergangenen Jahr mit Trendreisen-24 im Erzgebirge waren, fragte uns Alberto, ob wir seine Heimat Kalabrien kennen lernen möchten. Natürlich wollten wir das.

Die oberitalienischen Seen, die Toskana, Florenz, Venedig, Rom sind vielen bekannt, aber die Stiefelspitze, Kalabrien? Vielleicht noch Sizilien oder eine Kreuzfahrt an der süditalienischen Küste entlang, aber das Landesinnere erleben und entdecken? Alberto erarbeitete für uns eine tolle Exklusiv-Tour, die uns vom 19. – 26.10.2019 für eine Woche in seine Heimat brachte. Der unschlagbare Vorteil gegenüber anderen Reiseunternehmen: Alberto kennt Land, Leute und Sprache, hat hervorragende örtliche Reiseleiter an der Hand, verhandelt mit den Hotels und Restaurants, hilft bei Problemen und begleitet uns von Anfang bis Ende der Reise.

Schon früh erwarb er 14 Flugtickets bei SunExpress – leider fielen zwei Mitglieder wegen Krankheit aus; trotz größter Bemühungen blieben die beiden Plätze leer. Nach dem Lesen meines Berichts sagt vielleicht der eine oder die andere: schade, da wäre ich doch gerne dabei gewesen.

1. Tag – Samstag 19.10.19

Mitten in der Nacht beginnt die Reise! Das macht aber nichts, denn vor Reisefieber hätten wir eh kaum schlafen können.

Wir werden mit einem 8er Bus und einem Auto für 4 Personen an der Haustür abgeholt. Unsere Fahrerin kommt um 1 Uhr. Wir fahren noch zwei weitere Stationen an und sind kurz nach dem Kleinbus, der die Mainzer abgeholt hat, gegen halb drei am Frankfurter Flughafen. Gemeinsam gehen wir zum Schalter von SunExpress im Terminal 2. Der Check-in, den Alberto für unsere Gruppe vornimmt, klappt schnell und reibungslos; nur an den Sicherheitsschleusen ist Anstehen erforderlich, die Kontrollen sind sehr streng.

Als wir auch das hinter uns haben, begeben wir uns zu Gate 21, suchen uns freie Plätze, warten und ruhen ein bißchen, bis wir gegen 5 Uhr den Aufruf zum Boarding bekommen.

Pünktlich um 5.35 Uhr startet unser Airbus Richtung Süden und alle dösen oder schlafen noch ein wenig. Die Maschine ist nicht voll besetzt, so dass wir es uns relativ bequem machen können. Ich habe einen Fensterplatz.

Über der Schweiz sehe ich im Osten schon einen leichten Lichtschein und über Norditalien geht die Sonne auf. Wie schön, in den beginnenden Morgen zu fliegen. Ich beobachte den Küstenverlauf und größere Städte unter uns. Die Flugzeit beträgt etwa 2,5 Stunden und kurz nach halb acht beginnt bereits der Landeanflug auf Lamezia Terme. Um 8.15 Uhr verlassen wir das Flugzeug und gehen zu dem kleinen Flugplatzgebäude, wo auch unsere Koffer recht schnell auf dem Laufband kommen.

Vor dem Gebäude warten wir auf den Bus, der uns nach Tropea ins Hotel Tropis bringt. Die Auswahl des Hotels stellt sich als überaus positiv heraus, sowohl was die Zimmer, als auch das Essen und der Service betrifft. Selbst der etwas steile Anstieg von der Straße zum Hotel wird klaglos hingenommen, zumal wir in den kommenden Tagen meist auf dem oberen Parkplatz abgeholt und hingebracht werden.
Unsere Zimmer können auch bereits bezogen werden. Wir stellen nur schnell die Koffer ab, denn Alberto hat erreicht, dass wir noch frühstücken können.

Nachdem wir uns ausgiebig am leckeren Frühstücksbuffet gestärkt haben, werden die Zimmer in Augenschein genommen. Die Einzelzimmer sind im Haupthaus, die Doppelzimmer im Haus gegenüber in der 1. Etage. Bewundert wird die Handtuch-Dekoration; die meisten von uns finden am 1. Tag Schwäne vor.

Die Zimmer sind ausreichend groß, mit Balkon, die Bäder haben ebenfalls genügend Platz, ebenso die Dusche, bei der das einzige Manko bei einigen eine fest installierte Überkopf-Brause ist. Wir haben einen abnehmbaren Duschkopf.

Bis zum Abendessen haben wir Freizeit. Müde sind wir aber allesamt nicht und so starten die meisten nach dem Kofferauspacken eine erste Tour in die Altstadt von Tropea, oder halten auf einer Liege am Pool das verdiente Mittagsschläfchen.

Um 19:30 Uhr treffen wir uns zum Abendessen im Restaurant. Wir haben einen 12-Tisch; dort setzt sich jeder, wo gerade Platz ist. Das Vorspeisenbuffet ist nicht nur an diesem Abend grandios, die Auswahl riesig – hier ist nur eine kleine Auswahl zu sehen (mehr Bilder im Album).

Bei den Hauptgerichten gibt es zwei Gänge.
An einem Abend gab es z.B. beim Ersten Gang: Spaghetti mit Miesmuscheln und Venusmuscheln oder Kartoffel-Gnocchi mit Tomaten und Mozzarella oder Gemüsesuppe.
Beim zweiten Gang konnte man wählen unter: Schattenfischfilet im Zucchini-Teigmantel oder Gegrilltes Rindersteak. Dazu gab es Kartoffelkuchen und zum Dessert Apfelkuchen.

Der Preis für Bier oder ein Glas Wein beträgt 4 €, eine große Flasche Sprudel kostete 2 €.
Die Flaschenweine lagen zwischen 16 und 23 €. Abgerechnet wurde erst am Ende der Reise.

Am ersten Abend verabschieden wir uns alle nach dem Essen
auf unsere Zimmer; wir sind müde vom langen Tag.

2. Tag

Ausgeschlafen und gut gelaunt treffen wir uns am nächsten Morgen beim Frühstücksbuffet. Auch hier bleibt kaum ein Wunsch offen. Selbst der Kaffee schmeckt.

Um 9 Uhr treffen wir Maria Theresa, die uns in den kommenden Tagen – außer am 3. Tag – begleiten wird. Sie ist in der deutschsprachigen Schweiz aufgewachsen, lebt aber bereits seit vielen Jahren wieder in Kalabrien, eine Stunde von Tropea entfernt. Wir haben viel Spaß miteinander und am Ende der Woche sind wir alle traurig, dass wir uns voneinander verabschieden müssen.

Miquele ist der Busfahrer an diesem Tag und wir fahren mit ihm zum Capo Vaticano. Unterwegs erzählt uns Maria Theresa von Kalabrien. Wir erfahren, dass 90 % von Kalabrien aus Gebirge besteht, 50 % aus Bergen, 40 % Hügel und nur 10 % ist Ebene. Im Norden Kalabriens erhebt sich das mächtige Gebirgsmassiv des Pollino mit dem höchsten Berg der Region, dem Serra Dolcedorme (2.267 m hoch). Danach folgt nach Süden die Sila , die Serre und an der Südspitze der Aspromonte. Im Winter kann in den Bergen Ski gefahren werden.
Ab November schneit es dort, während es an der Küste recht mild bleibt. Mitte Januar sind es dort oftmals 17°. Der Februar ist der kälteste Monat.

Aber soweit sind wir ja noch nicht. Ende Oktober haben wir morgens um 10 Uhr wunderbare 23° C, Sonnenschein und blauen Himmel.

Auf dem Weg zum etwa 12 km von Tropea entfernt liegenden Capo Vaticano sehen wir bereits eine beeindruckende Pflanzenvielfalt. Neben Palmen wachsen riesige Agaven, Mittagsblumen und Kaktusfeigen. Die Straßenränder sind mit hohem Schilf bedeckt.
Auf den Feldern mit tiefbrauner Erde wächst die berühmte milde rote Zwiebel, die „Cipolla di Tropea“. Das Geheimnis der Süße, so erzählt uns Maria Theresa, ist die salzhaltige Luft, im Zusammenwirken mit dem mediterranen Mikroklima und dem feinen, sandigen Boden. Darüber hinaus ist sie sehr gesund. Die Zwiebel soll vor ca. 2000 Jahren von den Phöniziern nach Kalabrien eingeführt
worden sein.

Das Capo Vaticano liegt an der „Küste der Götter“ hoch über dem tyrrhenischen Meer. Der Name des Kaps hat nichts mit dem Vatikan zu tun, sondern ist das „Kap der Vorhersage“ oder das „Kap der Prophezeiungen“. Hier wurde bereits zu Zeiten der Griechen ein Orakel befragt, so erzählt es uns Maria Theresa.

Von unserem Aussichtspunkt hat man einen weiten Blick über die Küste, die Klippen, die sandigen Buchten. Bei gutem Wetter – heute ist es leider diesig – kann man den Stromboli und Sizilien sehen. Das Meer leuchtet in Azur und Türkis – es ist wunderschön.

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An einem so schönen Aussichtspunkt darf das Gruppenfoto nicht fehlen.


Kurz nach 10 Uhr fahren wir zurück nach Tropea. Die Stadt wird auch als „Perle des Tyrrhenischen Meeres“ bezeichnet.

Bevor wir den Stadtrundgang mit Maria Theresa beginnen, stärken wir uns in einem kleinen Café. Im Sommer ist Tropea überfüllt mit Touristen. Jetzt, am Ausgang der Saison, ist es vergleichsweise ruhig. Die Altstadt thront auf einer etwa 50 m hohen Steilküste aus Tuffstein. Von See her sieht sie aus wie eine uneinnehmbare Festung.

Wir bummeln die Corso Vittoria Emanuele entlang und biegen ab, um zur Kathedrale zu gelangen. Leider findet gerade ein Gottesdienst statt, so dass wir die Kirche nur von außen sehen können. Sie wurde im 12./13. Jh. errichtet und nach mehreren Erdbeben immer wieder aufgebaut.

Maria Theresa erklärt uns aber, was wir im Dom sehen würden.
Zum kleinen Video klicke hier

Hinter dem Dom führt eine Treppe zum Meer. Bei der Aussichtsterrasse ist der beste Blick auf den Hafen und die Küste.

Wir gehen durch schmale Gassen, bewundern die alten Palazzi, schöne Innenhöfe und Portale mit Familienwappen. Schließlich gelangen wir zu einem weiteren Aussichtspunkt, der sich über einem Abgrund befindet. Von hier aus hat man den schönsten Blick auf die Kirche Santa Maria dell’Isola auf der Insel Isola Bella, die als Wahrzeichen Tropeas gilt. Von hier aus gelangt man über eine Treppe direkt hinunter zum Meer.

Einige von uns gehen am Nachmittag diesen Weg und besichtigen die Kirche, die im Hochmittelalter von Benediktinern erbaut und durch zahlreiche Erdbeben zerstört wurde. Zuletzt wurde sie 1905 erneuert.

Wir sind um 12 Uhr in einem Geschäft verabredet, wo wir kalabrische Spezialitäten, wie u.a die scharfe Streichsalami „Nduja“ und die berühmte kalabresische rote Zwiebelmarmelade – sie schmeckt hervorragend zu Thunfisch oder Käse, oder einfach nur auf Weißbrot - verkosten können.

Dieter/fidelis hat hierüber zwei kleine Videos gedreht,
klicke hier

Für den Rest des Tages haben wir Freizeit. Wir nutzen die Gelegenheit und nehmen eine kleine Mittagsmahlzeit in der Altstadt ein, ehe wir zurück zum Hotel gehen. Einige nutzen den Nachmittag zum Ausruhen am Pool, andere bleiben in der Altstadt. Dieter packt seine Badesachen und geht im Meer schwimmen, wo das Wasser wärmer ist als im Pool, den Magdalena testet.

Zum Abendessen treffen wir uns alle wieder im Restaurant und diejenigen, die noch nicht zu müde sind, nehmen noch einen Absacker in der Bar.

Hier noch einige Impressionen vom Rundgang in Tropea:

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In der Altstadt von Tropea
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An den Häusern hängt die rote Zwiebel


3. Tag

Heute fahren wir nach Serra San Bruno und Pizzo. Matthias, unser Reiseführer, stammt aus Heidelberg und wohnt seit 6 Jahren in Kalabrien. Er erzählt uns als erstes etwas über die Straßenverhältnisse, die wir heute ausgiebig kennenlernen. Matthias tröstet uns jedoch und sagt, dass unser Fahrer Giuseppe jedes Schlagloch kennt. Nach jedem Winter haben die Straßen riesige Schlaglöcher, in die ein Fiat 500 locker hineinpasst - so Matthias. Im Frühjahr werden die Straßen notdürftig geflickt, so halten sie wieder bis zum nächsten Winter.

Außerdem klärt er uns über eine kalabresische Stunde auf, die – je nach Straßenverkehr – zwischen 50 Minuten und 2 Stunden dauern kann.


Vorbei an Getreidefeldern nähern wir uns der ca. 30 km von Tropea entfernten Provinzhauptstadt Vibo Valentia. Die Stadt liegt auf einer Hochebene im Sila-Gebirge. Ihre Geschichte beginnt bereits Anfang des 6. Jh v. Chr. Als griechische Kolonie trägt sie den Namen Hipponium. Etwa 200 v. Chr. kommt sie unter die Herrschaft der Römer und nennt sich jetzt Vibo Valentia. Um 1100 erbauen die Normannen das Castell. Der Stauferkaiser Friedrich II. lässt im Jahr 1235 Castell und Stadt ausbauen, jetzt heißt die Stadt Monteleone di Calabria (Löwenberg). 1928 erhält sie wieder den römischen Namen Vibo Valentia.

Wir lassen Vibo Valentia links liegen und fahren weiter nach Serra San Bruno. Matthias erzählt uns unterwegs, dass wir dort Schwarzwaldfeeling erleben werden. Und wie im Schwarzwald, wachsen dort in der Umgebung viele Pilze, insbesondere Steinpilze Ein besonders großes Exemplar wird er uns später beim Essen vorführen. Die Region ist auch ein beliebtes Wandergebiet.

Kalabrien gehört zu den Regionen Italiens mit dem höchsten Erdbebenrisiko. Besonders 1783 erfolgte eine Erdbebenserie, und zwar – so Matthias – 1000 Beben innerhalb von 2 Monaten. Sieben davon waren stärker als 6,5. Es wurden etwa 60.000 Opfer beklagt. Alle ca. 150 Jahre gibt es ein starkes Beben. 1908 war das letzte starke Erdbeben, das sog. Messinabeben.

Der Straßenbelag wechselt – es gibt keine Schlaglöcher mehr. Matthias klärt uns auf, dass für den Papstbesuch 1986 in Serra San Bruno extra eine Straße gebaut wurde, damit das Papamobil nicht durchgerüttelt wird.

Um 11 Uhr erreichen wir den kleinen Ort, der umgeben von Laub- und Nadelwald idyllisch in etwa 800 m Höhe mitten in der Serre liegt. Wir haben eine 45minütige Pause und bummeln durch den Ort. Ein Blick in die barocke Kirche Addolorata; in der Nähe ist ein kleines Café, in dem es einen guten Cappuccino gibt.

Wir fahren eine kurze Strecke weiter zur Certosa di Serra San Bruno, ein Kartäuser Kloster. Es wurde gegen Ende des 11. Jh. von Bruno aus Köln gegründet. Das Kloster wurde von dem verheerenden Erdbeben 1783 fast völlig zerstört. Geblieben sind nur Teile der Mauer und Reste des Kreuzgangs. Das neue Kloster wurde um 1900 erbaut. Da die Mönche in strenger Klausur leben, ist die Kartause nicht zu besichtigen. Aber wir können das interessante Museum auf dem Gelände besichtigen, das einen guten Eindruck vom Leben der Mönche vermittelt.

Im Eingangsbereich ist das Leben des Hl. Bruno auf Schautafeln dargestellt.
Er wurde um das Jahr 1030 in Köln geboren. Auf der Suche nach Einsamkeit gründete er 1084 das Kloster des Kartäuserordens La Chartreuse in den franz. Alpen. 1090 wurde er von Papst Urban II. nach Rom gerufen. Dort zog er sich ein Jahr später in die Abgeschiedenheit der Serre zurück.

Im nächsten Raum sieht man eine Miniaturdarstellung der Kartause. Im großen Kreuzgang befinden sich die Zellen der sog. Zellenmönche. Matthias erklärt uns, dass unterschieden wird zwischen Zellenmönche und den Brüdern. Erstere sind Priester und Priesteranwärter. Sie verbringen die meiste Zeit in der Zelle und dem Garten, wo sie sich dem Gebet, der Bibel und der Arbeit (Holz sägen, Gartenarbeit etc.) widmen. Sie verlassen die Zellen nur zu den Messen.
Die Brüder verbringen mehr Zeit außerhalb ihrer Zellen, um wichtige Tätigkeiten wie Waschen, Kochen etc. zu erledigen. Aber auch sie leben in der Stille und arbeiten allein.

Es ist auch eine Zelle zu sehen, in der der Mönch lebt, betet, isst (vegetarisch) und arbeitet.

Wir sehen in einem anderen Raum eine Diashow über das Leben der Mönche.

Matthias erklärt uns auch die einzelnen Etappen vom Anwärter, über das Postulat, das Noviziat, das zeitliche Gelübde und die feierliche Profess, das Ordensgelübde.

Im letzten Raum sieht man die Mönche beim Feiern der Messe, zu denen sie dreimal am Tag zusammen kommen (morgens, abends sowie nachts). Nur einmal in der Woche unterbrechen die Mönche ihre strenge Klausur, gehen drei bis vier Stunden spazieren und sprechen miteinander.

Nach dem Besuch des Klosters fahren wir 2 km entfernt in ein kleines Restaurant mitten im Wald in der Nähe der Kirche Santa Maria del Bosco, die der Hl. Bruno auf dem Grundstück, das ihm der Normanne Roger geschenkt hatte, errichtete.

In der urigen Gaststube – sie würde auch zum Schwarzwald passen – bekommen wir ein vorzügliches Mittagessen serviert und können unter Rissotto mit Steinpilzen oder Tagiatelle mit Steinpilzen wählen.

In der Nähe befindet sich ein kleiner Teich mit einer Granitstatue des betenden Bruno. Der Heilige soll hier im Wasser gebadet haben, um Buße zu tun.

Danach spazieren wir zur Kirche und gegenüber zum Dormitorium, die eine Nachbildung der Grotte ist, in der Bruno geruht und gebetet haben soll. Er starb 1101. Seine Gebeine wurden später in der Kirche Santa Maria del Bosco beigesetzt.



Unser Ziel am Nachmittag ist Pizzo Calabro, eines der schönsten Fischerdörfer mit einem historischen Stadtkern. Zuvor steht noch die Besichtigung der Höhlenkirche von Piedigrotta auf dem Programm, die in einen Fels gebaut ist und am Strand am Meer liegt. Schiffbrüchige stellten an dieser Stelle als Dank für ihre Rettung einen Altar auf. Das darüber hängende Bild der „Madonna di Pompei“ soll ebenfalls ans Ufer geschwemmt worden sein.

Ende des 19. Jh. haben Angelo und Alfonso Barone Figuren aus dem Stein gehauen, die Heilige und Bibelszenen darstellen.


Pizzo wurde in griechischer Zeit gegründet. Im 15. Jahrhundert ließ Ferdinand I. eine Burg, das Castello Aragonese errichten, die ein Museum beherbergt.

1815 wurde der Schwager Napoleons, Joachim Murat, seinerzeit König von Neapel, nach fünftägiger Gefangenschaft am 13. Oktober erschossen, womit die französische Fremdherrschaft über Süditalien endete. (entnommen: Wikipedia)


Heute bezaubert Pizzo durch seine engen Gassen und schönen Plätze. Und vor allem wurde hier das weltberühmte Tartufo-Eis erfunden. Bevor wir uns dieses schmecken lassen, steht uns aber der steile Abstieg hinunter in den Ort bevor. Bei Ercole gibt es – laut Alberto – das beste Tartufo. Wir bekommen von ihm die gefüllte Kugel aus Schoko- und Nußeis mit einem flüssigen Kern aus Bitterschokolade, umhüllt von Kakao, spendiert. Auch mein Eis – ohne Nuß – schmeckt köstlich und nach mehr !

Danach haben wir noch etwas Freizeit und spazieren durch den schönen Ort mit den kleinen Geschäften und Andenkenläden.

Am Ende des Marktplatzes warten die kleinen dreirädrigen Tuc-Tuc auf müde Touristen, die den steilen Weg nach oben zum Parkplatz scheuen. Einige von uns wählen dieses Gefährt und sie bereuen es nicht. Die abenteuerliche Fahrt, die zudem wegen der Einbahnstraßen eine kleine „Stadtrundfahrt“ beinhaltet, kostet 10 € aber sie ist jeden Cent wert.

Dieter hat ein etwa vierminütiges Video von der Fahrt gedreht, so dass sie hautnah erlebbar ist ! Klicke hier

Wieder im Bus geht es zügig zurück nach Tropea, so dass wir noch pünktlich zum Abendessen im Hotel sind.

Hier noch ein paar Bilder aus Pizzo:


4. Tag

Heute heißt es früh aufstehen. Bereits um 7.15 Uhr holt uns der Bus vom Hotel ab und fährt uns an den Hafen von Tropea. Wir wollen heute an einer Minikreuzfahrt zu den Äolischen Inseln, auch Liparische Inseln genannt, teilnehmen.

Die nach dem griechischen Windgott Äolus benannten Äolischen Inseln liegen nördlich von Sizilien im Tyrrhenischen Meer. Zu dem Archipel zählen die sieben Hauptinseln Lipari, Vulcano, Salina, Filicudi, Alicudi , Panarea und Stromboli.

Maria Theresa nimmt uns am Hafen in Empfang. Sie fährt regelmäßig in der Saison auf dem Schiff und informiert in italienischer und deutscher Sprache über die Route und die Besonderheiten der Inseln; ihre Kollegin übernimmt die Übersetzung in englisch.

Wir finden alle auf dem Oberdeck Platz. Am Morgen ist es noch ziemlich frisch, aber als die Sonne vom blauen Himmel strahlt, wird die Kapuze durch das Sonnenkäppi ausgetauscht.

Das Meer ist völlig ruhig und wir sind gespannt, was uns auf den Inseln erwartet.

Die 2 Stunden Fahrtzeit vergehen wie im Flug und bald schon sehen wir die Insel Stromboli vor uns. Die Vulkaninseln sind vor rund 350.000 Jahren aus dem Meer aufgetaucht und bilden die Gipfel eines Systems von Unterwassererhebungen, die sich aus Wassertiefen bis zu 3000 m erheben. Der Stromboli ist mit seinen 100.000 Jahren noch ein sehr junger Vulkan und mit seinen zwei Kratern noch immer aktiv. Vom Meeresgrund bis zur Spitze gemessen ist er 2.400 m hoch und somit einer der höchsten Vulkane Europas. Momentan „spuckt“ er ca. alle 10 Minuten flüssige Magma aus seinem Schlot. Im Juli und August d.J. kam es zu größeren Eruptionen.

Wir legen im kleinen Hafen an und haben 1 ½ Stunde Zeit bis zur Weiterfahrt.

Einige von uns erkunden den Ort und gehen zum kleinen Museum in der Via Vittorio Emanuele, in der 1949 der Regisseur Roberto Rossellini den Film „Stromboli“ mit Ingrid Bergmann in der Hauptrolle drehte. Ein Schild, Plakate und Bilder erinnern an den Film. Von dem weiten Platz vor der Kirche hat man eine schöne Aussicht über das Meer und den Ort.


Pünktlich fährt das Schiff weiter nach Lipari, die größte und bevölkerungsreichste Insel des Archipels. Etwa 2 Stunden dauert die Fahrt. Der gleichnamige Ort liegt am Fuße einer mächtigen Festung. Dort befand sich einst eine griechische Akropolis. Lipari hat zwei Häfen, Marina Lunga und Marina Corta, wo unser Schiff anlegt. Wir haben 2 Stunden Aufenthalt auf Lipari.

Wer möchte, kann für 10 € noch eine einstündige Rundfahrt um die Insel mitmachen. Sie führt nahe an der steilen und zerklüfteten Küste vorbei, an hohen Felsen, die bereits in der Odysseus-Sage eine Rolle spielten, an Grotten, kleinen bizarr geformten Inseln, schönen Stränden.

Wir entscheiden uns gegen die Rundfahrt und kehren zum Mittagessen in ein schönes und noch ruhiges Restaurant ein mit Blick auf den Hafen. Danach haben wir genügend Zeit, Lipari zu erkunden. Die Hauptstrasse ist belebt, Geschäfte, Souvenirläden, Cafés und Bars liegen dicht beieinander. In der Nähe der Kathedrale befinden sich Ausgrabungstätten und das Archäologische Museum. Für das Museum reicht leider die Zeit nicht.

Zurück zum Hafen bummeln wir abseits der Hauptstraße durch kleine Gässchen, wo die Zeit stehen geblieben scheint. Am Hafen gönnen wir uns noch ein Eis, bevor es wieder Zeit ist, sich zum vereinbarten Treffpunkt hinter der grünen Fahne von Maria Theresa einzufinden.

Weiter geht die etwa 45minütige Fahrt nach Vulcano, die nur etwa 20 km von der Nordküste Siziliens entfernt liegt. Ihren Namen verdankt die Insel der immer noch vulkanischen Aktivität.

Bereits beim Betreten der Insel fällt der scharfe Schwefelgeruch auf. Aus Kratern und Bodenspalten entweicht heißer schwefel- und kohlendioxydhaltiger Wasserdampf. Die Landschaft weist typische Schwefelstrukturen auf. Unmittelbar am Hafen ist ein See, in dem man warme Schlammbäder nehmen kann, die schon in römischer Zeit für die Behandlung von Rheuma, Arthrose und Hautkrankheiten bekannt waren.

Es gibt eine Einkaufsstraße mit kleinen Geschäften, Boutiquen und Bars. Die Zeit ist allerdings zu knapp für einen ausgedehnten Rundgang, oder gar um ein Bad zu nehmen.


Am späten Nachmittag fahren wir wieder zurück. Das Meer ist nicht mehr so glatt wie am Vormittag, es schäumt ordentlich und diejenigen, die auf dem Oberdeck außen sitzen, rücken weiter nach innen, um nicht naß zu werden. Wir erleben einen schönen Sonnenuntergang und fahren bei einbrechender Dunkelheit gegen 19 Uhr wieder in den Hafen von Tropea ein.

Der Ausflug zu den drei Inseln hat sich gelohnt.

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Während wir auf den Bus warten, bekommt Edith von Magdalena "Tanzunterricht" !

5. Tag

Heute fahren wir an die Stiefelspitze, nach Reggio Calabria und Scilla. Unser Fahrer für die letzten 3 Tage ist Francesco.

Reggio Calabria wurde 743 v.Chr. von den Griechen als “Rhegion” gegründet. Durch die schweren Erdbeben 1783 und 1908 beim Messinabeben wurde die Stadt fast völlig zerstört. Beim Wiederaufbau entstand eine moderne Stadt mit quadratischen Straßenzügen.

Wir fahren zur Strandpromenade und spazieren auf dem „Lungomare Falcomata“ entlang. Sizilien ist zum Greifen nahe, nur durch die Meerenge von Messina vom Festland getrennt. Ein auffallendes Gebäude ist die Villa Zerbi. Das Gebäude im neugotischen Stil trägt venezianische Elemente. Es dient heute zu Ausstellungszwecken und ist ein kulturelles Zentrum.

Vor dem Gebäude steht bzw. liegt eine überdimensionale Statue. Auffallend sind die vielen alten Bäume mit dicken Wurzeln.

Wir spazieren zu den Ruinen der Römischen Thermen. Unweit davon sieht man die Reste der griechischen Stadtmauer.

Wir wenden uns dem Stadtinneren zu und gehen zum Dom. Er wurde nach dem Erdbeben wieder im neuromanischen Stil errichtet. Das Innere mit dem bunten Fensterglas ist eindrucksvoll.

Am Domplatz beginnt der Corso Garibaldi, eine modäne Einkaufsstraße mit eleganten Geschäften. Maria Theresa vereinbart mit uns, dass wir uns um 12.30 Uhr am Nationalmuseum treffen. So hat jeder Zeit, für sich alleine oder in kleinen Gruppen die Straße entlang zu spazieren, oder in die Geschäfte hineinzugehen.

Mitten in der Straße führen Laufbänder in die höher gelegenen Teile der Stadt – ein modernes Bauprojekt.

Fast alle sind pünktlich am Archäologischen Nationalmuseum. Wir wollen uns die wohl berühmtesten Fundstücke Kalabriens anschauen, die „Krieger von Riace“. Maria Theresa hat uns im Bus davon erzählt. Die großen Bronzestatuen wurden von griechischen Meistern geschaffen und stammen aus dem 5. Jh. v. Chr. Über zwei Jahrtausende lagen sie auf dem Grund des Ionischen Meeres, bis sie im Sommer 1972 entdeckt wurden. Es soll ein Hobbytaucher gewesen sein. Maria Theresa erzählt uns jedoch, dass es Buben waren, die beim Tauchen die Figuren entdeckt haben sollen. Man glaubte ihnen nicht; professionelle Taucher forschten nach und bargen die Statuen. Nach mehrjähriger Restaurierung wurden sie im Museum ausgestellt.

Zwei weitere Fundstücke aus Bronze, der sog. Philosophenkopf und der Kopf des Basilea, beide auch aus dem 5. Jh. v. Chr. werden ebenfalls gezeigt.

Die Besichtigung ist strikt geregelt. Es wird immer nur eine gewisse Anzahl von Personen in den Raum gelassen. Diese dürfen 20 Minuten bleiben.

Für die weiteren Funde des Museums, die die Geschichte der Region erzählen, bleibt kaum Zeit; wir sollen um 13 Uhr wieder am Ausgang sein. Noch schnell ein Eis bei Cesare, angeblich hat er das beste Eis in der Stadt - schon sitzen wir wieder im Bus, der uns nach Scilla bringt.

Der hübsche Ort an den Hängen eines felsigen Gebirges liegt an der Meerenge von Messina. Im 4. Jh. v. Chr. hieß Scilla „Oppidum Scylaeum“. Um den Ort ranken sich zahlreiche Myten. In der Odyssee von Homer wird von einem schrecklichen Meeresungeheuer mit sechs Köpfen und zwölf Tatzen namens Skylla erzählt.

In Wikipedia ist zu lesen: „Nach Ovid ist sie die Tochter der Nymphe Krataiis und wird von Glaukos umworben. Weil Skylla dies nicht erwidert, begibt sich Glaukos zu der Zauberin Kirke, um sich zumindest von der heftigen Liebesglut heilen zu lassen. Kirke aber ist eifersüchtig auf Skylla, da sie sich selbst in Glaukos verliebt hat.

Und so vergiftet Kirke das Gewässer, in dem Skylla sich gerne aufhält. Nachdem diese dort ein Bad genommen hat und aus dem Wasser gestiegen ist, wachsen ihr aus dem Unterleib sechs Hundeköpfe und zwölf Hundefüße. Skylla haust dann gegenüber einem anderen Ungeheuer namens Charybdis bei einem Felsen an der Meerenge zwischen Sizilien und Italien. Zusammen sind sie zwei unvermeidliche, gleich große Übel. Sie (Skylla) frisst alles, was lebt und in ihre Reichweite kommt, und ergreift mit ihren Fangarmen vor allem unvorsichtige Seefahrer, die ihr deshalb zu nahe kommen, weil sie Charybdis entgehen wollen. Als Odysseus durch die Enge fährt, frisst sie sechs seiner Gefährten.“

Was in der Legende beschrieben wird, warnt vor der starken Strömung zwischen Scilla und Cariddi auf Sizilien. Denn dort trifft das Wasser des Tyrrhenischen und des Ionischen Meeres aufeinander und es gibt gefährliche Strudel.

Scilla ist bekannt für den traditionellen Schwertfischfang, der noch heute an der Meerenge von Messina betrieben wird. Und so gehen wir in ein Restaurant, das für seinen guten Schwertfisch bekannt ist. Wir werden nicht enttäuscht, er schmeckt fantastisch.

Danach beginnt unser Spaziergang durch Scilla. Von San Giorgio führen Treppen und schmale Gassen in das früher überwiegend von Fischern bewohnte Viertel Chianaela, vorbei an schönen und originellen Häuserfassaden, die sich für unzählige Fotomotive eignen. Immer wieder tauchen zwischen den Häusern Ausblicke auf das Meer auf. Bis zu unserem Bus ist es ein gutes Stück zu laufen und wir sind müde, als wir zurück im Hotel sind.


6. Tag

Wir fahren nach Zungri. Der Ort liegt auf etwa 570 m Höhe auf dem Plateau des Monte Poro. Unweit der Altstadt befinden sich noch Spuren mittelalterlicher Siedlungen. Es handelt sich hierbei um Höhlenwohnungen aus dem 12. bis 14. Jh., die in die Tuffsteinfelsen eingehauen wurden. Sie dienten als Schutzräume vor den Angriffen der Sarazenen ab Beginn des 12. Jh.

Am Eingang zu der Höhlensiedlung befindet sich ein kleines Museum, mit einer Ausstellung vom Alltag der Menschen, alten Werkzeugen und Kleidung.

Die Höhlenwohnungen, die am Berghang liegen, sind nur über steile Felsstufen, die mit Seilen gesichert sind, zu erreichen. Nichts für Senioren mit Knie- oder Fußbeschwerden. Deshalb wagen sich nur Magdalena, Rosi ein kleines Stück und Dieter und Alberto noch weiter nach unten und fotografieren für uns.


Zum Abschluß haben wir in der Bottega il girasole eine umfangreiche Verkostung einheimischer Köstlichkeiten. Massimo und Giulia bewirten uns vor ihrer kleinen Bottega und wir kosten die kleinen Brotstücke mit süßen und scharfen Aufstrichen, gutem Olivenöl. Dazu gibt es Rotwein und Wasser.

Wer mag, kann sich hierzu ein YouTube-Video anschauen.
Klicke hier

Am Nachmittag haben wir Freizeit und nutzen sie zum Erholen oder zum Bummeln in Tropea.


7. Tag

Am vorletzten Tag unserer Reise fahren wir quer durch das Aspromonte-Gebirge nach Gerace, das hoch über dem Ionischen Meer liegt. Die Landschaft im Osten Kalabriens sieht anders aus, karger, trockener. Der Ort wurde um das 7./8. Jh. von den wegen der Sarazenen aus Lokroi geflüchteten Bewohnern gegründet. Die Stadt am Meer wurde 1934 auf den Namen Locri umbenannt.

Die Stadt Gerace besteht aus drei Teilen: „Borgo Maggiore“ (Vorort), der obere Ortsteil heißt „Borghetto“ (Vorstadt) und Città Alta (Oberstadt). Die mittelalterliche Stadt liegt 500 m hoch.

Wir sind froh, dass Alberto dafür gesorgt hat, dass wir nicht von unten nach oben laufen müssen, sondern mit einer kleinen Bahn fahren. Die Fahrerin unterhält uns mit Ansagen und italienischer Musik. Und wir sitzen im Trockenen; es ist Regen angekündigt, der später auch noch den Einsatz der Schirme nötig macht.

Ins Zentrum gehen wir allerdings zu Fuß, vorbei an der sehenswerten byzantinischen Kirche Santa Maria del Mastro mit einem alten Barockportal aus dem 17./18. Jh.

Durch den Bogen der Bischöfe gelangen wir zur Kathedrale. Das Tor wurde gegen Ende des 16. Jh. errichtet und diente dem Einzug der Bischöfe in die Stadt.

Von der Piazza gelangen wir in den unteren Teil der Kirche. Der Dom von Gerace ist der größte Kalabriens. Die Kirche im byzantinisch-römisch-normannischen Stil wurde zwischen 1085 und 1120 auf den Resten eines schon bestehenden Tempels gebaut. Sie wurde mehrfach durch Erdbeben beschädigt.
Die Krypta ist eine ehemalige, aus dem Felsen herausgehauene griechisch-byzantinische Höhlenkirche. In ihr befindet sich die Kapelle der Madonna dell’Itria, die mit einem schmiedeeisernen Gitter aus dem 17. Jh. geschlossen ist. Auf dem Altar steht die „Jungfrau mit dem Jesuskind“, die aus dem 14. Jh. stammt.

Über der Krypta befindet sich Chor und Querhaus. Wir gelangen über eine Treppe dorthin. Das normannische dreischiffige Langhaus wird von antiken Säulen und Kapitellen beherrscht. Beeindruckend.

Nachdem wir die Kathedrale verlassen haben, gehen wir zu einer Bergamotte-Verkostung.

In Kalabrien reifen 95 % der weltweit angebauten Bergamotten. Die Zitrusfrucht sieht Orangen ähnlich, hat aber eine gelbe Schale und eine Duftnote wie eine Zitrone. Bergamotte-Öl wird in vielen Parfum- und Kosmetikprodukten verwendet. Bei uns kennt man es hauptsächlich von „Kölnisch Wasser“. Aber es gibt auch verschiedene Produkte, in denen Bergamotte verwendet wird: Limonaden, Säfte, Tees, Marmeladen, Cremes und Seifen. Einen solchen Laden, der von einem Russen geführt wird, besuchen wir und kosten eine Bergamotte-Limonade.

Als wir aus dem kleinen Laden treten, regnet es. Schnell gehen wir in ein Bistro zum Mittagessen.

Gegen 14 Uhr holt uns die kleine Bahn wieder ab und bringt uns zurück zum Bus. Auf der Rückfahrt nach Tropea singt uns Maria Theresa mit ihrer melodischen Stimme ein traditionelles kalabresisches Folklorelied, das von Auswanderer aus ihrer Heimat handelt. Das gefällt uns und wir wollen noch mehr hören. Gemeinsam mit ihr stimmen wir bekannte italienische Hits an. Es wird eine lustige Rückfahrt.

Hier noch einige Aufnahmen vom heutigen Tag aus Gerace:

Kalabrien_alfredo6969
Byzanthinische Kirche Santa Maria del Mastro
Kalabrien_Melanchthon
Bogen der Bischöfe und Eingang zum Dom
Kalabrien_Melanchthon
Kapelle der Madonna dell'Itria


Wir genießen an diesem Abend sehr bewusst das vorzügliche Buffet, wissen wir doch, dass wir das zu Hause so schnell nicht wieder haben werden.

Mit dem von Alberto spendierten Abschiedssekt beginnen wir das Abendessen.

8. Tag

Mit dem Frühstück können wir uns heute Zeit lassen – es drängt uns niemand. Wir müssen unsere Zimmer erst um 12 Uhr verlassen. So bleibt genügend Spielraum, nach dem Frühstück den Koffer zu packen und noch eine Weile am Pool zu sitzen.

Um 14 Uhr holt uns der Bus ab und bringt uns zum Flughafen nach Lamezia Terme. Da am Vortag gestreikt wurde, ist es heute besonders voll in dem kleinen Flughafengebäude. Die Zeit bis zum Abflug vergeht etwas schleppend. Das Flugzeug ist bis auf den letzten Platz besetzt.

Pünktlich um 18.15 Uhr starten wir und gegen 20.30 Uhr sind wir wieder in Frankfurt. Unsere Taxis warten bereits auf uns und fahren uns bis vor die Haustür. Vor Mitternacht sind wir alle wieder zu Hause.

Mein Fazit:

Alberto hat für uns wieder eine erlebnisreiche Reise in einer schönen, vom Tourismus noch kaum entdeckten Region ausgearbeitet; ein sehr gutes Hotel mit leckerem Essen und schönen Zimmern ausgesucht; und interessante Ausflüge unter fachkundiger Reiseleitung mit der immer gut gelaunten und bestens informierten Maria Theresa und Matthias gebucht. Wir haben Fahrten mit atemberaubenden Aussichten auf die Küste erlebt; Landschaft, Natur und Fauna, die ich so in Süditalien nicht vermutet hätte; eine Region mit viel Kultur, kleinen zauberhaften Städten, tolle Strände und Buchten, ein Meer, das in allen Farben schillert – kurzum, ein Urlaub, an den sich alle, die dabei waren, noch gerne und lange erinnern werden und für den wir Alberto herzlich danken.

Obwohl ich zahlreiche Bilder im Bericht eingestellt habe, sind es natürlich noch viele, viele mehr geworden. Ich habe sie auch nicht von jedem der Fotografen bekommen. Aber es ist ein bunter Querschnitt geworden, der uns an die schönen Tage erinnert.

Die "gesammelten" Werke von Rose, Elke/Sunny322 und Rosi/Elsker habe ich in einem gemeinsamen Album zusammengefaßt.
Klicke hier

Die Bilder von Melanie/Melanchthon sind hier zu sehen

die Bilder von Alberto/alfredo6969:
Album I - klicke hier
Album II - klicke hier

die Bilder von Dieter/fidelis45
Album I - klicke hier
Album II - klicke hier


(eingestellt am 12.11.19)

Autor: Feierabend-Mitglied

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