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Ayana Mathis: 12 Leben

Selten hat mich ein Buch so berührt, gleichermaßen amüsiert und bestürzt wie dieses: 12 Leben von Ayana Mathis.

Mitte der zwanziger Jahre kommt die Farbige Hattie in den Norden, die Industriestädte versprechen Arbeit und Wohlstand. Hier müssen Schwarze nicht den Weißen ausweichen, hier herrscht Gleichheit.

Hatties Hoffnungen und Sehnsüchte überträgt sie auf ihre Kinder, sie wird im Laufe der Jahre insgesamt zehn Mädchen und Jungen das Leben schenken. Doch Schmerz, Gram und Versäumnisse werden ihrer aller Leben begleiten.

Da ist zum Beispiel Floyd, ein Meister an der Trompete und Frauenschwarm, der nicht zu seiner Bisexualität steht. Oder Six, der Viertgeborene, obwohl noch ein Kind, muss er die Stadt verlassen. Er hat einen Schulkameraden halbtot geprügelt. Six beginnt eine Ausbildung zum Prediger. Sein Geschick, die Menschen während der Andacht in Verzückung zu versetzen nutzt er, um sich als Sprachrohr Jesus zu verkaufen.

Man bekommt über die Kapitel, die die Autorin jedem Kind widmet, einen guten Überblick, wie Hattie Einfluss auf den Werdegang genommen hat. Und man lernt über Hattie selbst eine Menge.
Mir kommt es vor, als ob sie sich von dem Verlust ihrer beiden Erstgeborenen nicht nur nie erholt hat (wie auch?), sondern dass sie sich seitdem einen Panzer zugelegt hat. Dieser hat zwei Funktionen: Er hält ihre Empfindungen davon ab, nach außen zu gelangen, zugleich schützt er sie vor den Einflüssen von draußen. Hat sie als Mutter versagt, als Ehefrau?

Ayana Mathis gibt jedem der 12 Leben Raum. Trotz des Kummers den jeder der Figuren in sich trägt, ist dieses Buch wunderschön.

Deutsche Erstausgabe
DTV
19,90 [D]
368 Seiten
ISBN 978-3-423-28028-0

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