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Fehler eingestehen: Die Kunst des Entschuldigens

Man kennt es: Man sitzt gemütlich zusammen, unterhält sich. Auf einmal wird die Diskussion hitziger und eines führt zum anderen – es fallen unbedachte Worte, die über das Ziel hinausschießen und verletzend sind. Am nächsten Tag fühlt man sich schuldig. Wie gelingt nun eine aufrichtige Entschuldigung? Ist sie ernst gemeint, kann sie viel bewirken – aber nur, wenn sie richtig angegangen wird.

Zwei Frauen im Streit

Entscheidungen sind auch Fehlentscheidungen

Im Leben und insbesondere in Krisenzeiten müssen oft schnelle Entscheidungen getroffen werden. Diese Entscheidungen sind nicht immer richtig und führen gelegentlich zu Missverständnissen und Fehlern. Das liegt in der Natur der Sache. Fehler zu machen ist menschlich und unvermeidlich, aber der Umgang mit diesen Fehlern zeigt den wahren Charakter einer Person.

Eine Frage der Souveränität

Ein weit verbreitetes Gefühl ist, dass das Eingestehen eines Fehlers ein Zeichen von Schwäche sei. Das Gegenteil ist der Fall: Es erfordert Mut und innere Stärke, zuzugeben, dass man falsch lag. Es zeigt, dass man sich seiner selbst bewusst ist und die Verantwortung für seine Handlungen übernimmt. Zudem signalisiert es dem Gegenüber, dass man seine oder ihre Gefühle sieht und ernst nimmt.

Warum sich Menschen nicht entschuldigen

Ein auf der Couch sitzendes und sich streitendes Paar

Wenn Menschen Entschuldigungen vermeiden, dann sind dafür laut der Psychologin Karina Schumann von der Universität Pittsburgh in der Regel drei Gründe ursächlich. Einer davon ist ein bedrohtes Selbstwertgefühl bei der Person, die den Fehler begangen hat. Diesen einzugestehen kann als ein Gesichtsverlust wahrgenommen werden, besonders wenn das Selbstwertgefühl ohnehin fragil ist. Eine zweite mögliche Ursache liegt im Zweifel am Erfolg begründet. Manchmal herrscht der Glaube, dass eine Entschuldigung nichts bewirken würde, entweder weil der Schaden als zu groß angesehen wird oder weil der Empfänger als unversöhnlich eingeschätzt wird. Die dritte Grund liegt laut der Expertin darin, dass schlichtweg nicht genug Interesse an der Beziehung oder der Person besteht, um sich zu entschuldigen.

Was eine Entschuldigung echt macht

Manchmal bleibt auch nach der Entschuldigung ein schales Gefühl zurück, so als wäre sie nicht ernst gemeint gewesen. Was aber macht eine erfolgreiche Entschuldigung tatsächlich aus? Sie besteht aus mehreren wichtigen Komponenten:
Aufrichtigkeit: Die Entschuldigung muss ehrlich sein und von Herzen kommen. Halbherzige Entschuldigungen werden schnell durchschaut und können mehr Schaden anrichten.
Verantwortungsübernahme: Es ist wichtig, die eigene Schuld anzuerkennen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, ohne Ausreden oder Schuldzuweisungen.
Konkretheit: Eine Entschuldigung sollte konkret und spezifisch sein. Es reicht nicht zu sagen "Es tut mir leid", sondern es sollte klar benannt werden, wofür man sich entschuldigt.
Ausdruck des Bedauerns: Der Ausdruck echten Bedauerns zeigt dem Gegenüber, dass man die Auswirkungen seines Handelns versteht und sich um das Wohlbefinden des anderen sorgt.
Wiedergutmachung anbieten: Wenn möglich, sollte eine Wiedergutmachung angeboten werden. Dies zeigt, dass man bereit ist, die Konsequenzen seiner Handlungen zu tragen und aktiv an einer Lösung zu arbeiten.
Verhaltensänderung: Eine Entschuldigung ist nur dann wirklich effektiv, wenn sie von einer ernsthaften Bemühung begleitet wird, das eigene Verhalten zu ändern, um ähnliche Fehler in Zukunft zu vermeiden.

Fazit

Zwei sich umarmende Personen

Eine Entschuldigung ist mehr als nur Worte – sie ist ein Ausdruck von Reue, Verantwortung und dem Wunsch, eine Beziehung zu heilen. Indem man die eigenen Fehler anerkennt und sich aufrichtig entschuldigt, zeigt man Stärke und Charakter. Das Vertrauen, das durch eine ehrliche Entschuldigung gewonnen wird, kann helfen, selbst die schwierigsten Konflikte zu überwinden und Beziehungen langfristig zu stärken.

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