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Der allererste Zungenkuss

War es an einem Dienstag, oder Donnerstag, damals im September?
An dich erinnere ich mich jedenfalls noch genau, wie du lässig 16jährig an dem Zaun lehntest, in deinen Augen neugierige Hoffnung. Dein junges Gesicht, unverbraucht, dein Körper pure Energie.
Rings um uns gewöhnlicher Alltag, hastende Menschen, lärmende Kinder, hupende Autos.
Wir halten inne – wollen so viel von uns wissen – kennen uns erst seit drei Tagen. Worte, noch nicht abgenutzt, spielerisches Necken, dein Mund verheißungsvoll.

Und deine Haare – was hast du nur mit ihnen gemacht? Wieso ? Die sind total kurz, da über deiner Stirn. Ach so, verbrannt! Glaube ich nicht, doch mit n'em Feuerzeug –wirklich?
Junges Haar, straßenköterblond, genau wie meins, samt Elternwunschschnitt bis zum Ohrläppchen gekürzt –mega doof.
Ihn scheint es nicht zu stören, er ist genau mein Typ, seine Nase sooooo süß, und dieser verheißend, leuchtende, Paul-Newman-Blaublick. Unsere Augen umarmen sich, wenn er mich jetzt küssen würde, wehre ich mich – jedenfalls ein bisschen.

In mir tobt pubertäres Chaos, einerseits Angst vor väterlicher Strafe, andererseits will ich unbedingt von der Erwachsenenwelt probieren.
Ich spüre seine Nähe bedrohlich schön, versuche mich aus seinen Armen zu befreien, halbherzig, um den Anstand zu wahren, lass mich los, flehe ich sofort!

Gottlob erhört er mich nicht und sucht zielstrebig meine Lippen, welche ich fest zusammenpresse. Spüre seinen kühlen weichen Mund, die sich zärtlich vortastende Zunge, ein mir bis dahin fremdes fast überirdisches Gefühl dringt bis zu meinen Fußspitzen.
Ich bewege mich nicht meine Knie jetzt purer Wackelpudding.
Später, verharren wir Wange an Wange, lauschen unseren wild pochenden Herzen.

Dann zu Hause im Schutze meines Zimmers, gebe ich mich einer völlig unbekannten Sehnsucht hin, versuche immer und immer wieder nachzuspüren, wie er sich angefühlt hat, mein allererster Zungenkuss, ein 15jähriges Mädchen, welches zum ersten Mal mit aller Kraft seines jungen Herzens liebt.
Und trotz elterlicher Verbote treffen wir uns jeden Sonntagnachmittag Punkt 15:00 Uhr an einem geheimen Ort.
Wir schlendern selig Hand in Hand durch öde Straßen, doch am liebsten über Friedhöfe, denn dort gibt es genügend verschwiegene Winkel, welche uns ungestört innige Küsse ermöglichen, engumschlungen unseren Atem spürend, für ein paar glückliche Stunden sämtliche Sorgen sowie die gesamte Welt vergessend…

… Außerdem: Tote petzen ja bekanntlich nicht!


Autor: galen

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