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Alles vergeben und vergessen? Wie verzeihen gelingen kann

Es gibt fast keine Beziehung, die nicht irgendwann an den Punkt kommt, an dem eine Person die andere verletzt – oder beide sich gegenseitig. Dabei ist es beinahe egal, ob es sich um eine Liebesbeziehung oder eine gute Freundschaft handelt. Mit einem einfachen „Entschuldigung“ ist es dann nicht mehr getan. Wie kann es also gelingen, zu verzeihen?

Paar, das sich die Hände zur Versöhnung gibt

Natürlich gibt es kein allgemeingültiges Rezept, nach dem Verzeihen funktioniert. Jede Beziehung ist unterschiedlich und auch die Auslöser für Konflikte können sehr verschieden sein. Dabei spielen die Eigenschaften beider Beziehungspartner eine große Rolle und auch die jeweilige Phase, in der sie sich befinden. So kann es sein, dass bestimmte Situationen zu verletzten Gefühlen oder Streit führen, die vielleicht zu Beginn der Beziehung noch kein Problem dargestellt haben. Doch es gibt auch größere Herausforderungen, die eine Beziehung stärker erschüttern können. Gerade dann ist es nicht leicht, an Verzeihen zu denken.

Was Vergeben bedeutet

Wenn wir uns über eine andere Person ärgern oder unsere Gefühle verletzt wurden, ist es oft sehr schwer, ehrlich zu sagen: „Ich verzeihe Dir“. Doch genau darauf kommt es beim Verzeihen an. Es geht darum, den Ärger nicht runterzuschlucken oder zu ignorieren, sondern einen Punkt zu erreichen, an dem man akzeptiert, was passiert ist und die Wut loslässt.
Dein Partner kann dabei spüren, ob Du ihm aufrichtig verziehen hast oder ob Dein Ärger noch da ist. Genauso, wie Du selbst spüren kannst, ob eine Entschuldigung wirklich von Herzen kommt. Je nachdem, um was für einen Konflikt es sich handelt, ist es normal, dass Du diesen Punkt nicht über Nacht erreichen kannst. Wir haben daher fünf Schritte für Dich gesammelt, die Dir dabei helfen können, Dich der anderen Person wieder anzunähern und ihr ehrlich zu verzeihen.

Ältere Frau, die nachdenkt

1. Die Gedanken sortieren

Menschen, die uns wichtig sind, können starke Emotionen in uns auslösen – positive, aber auch negative. Ist etwas vorgefallen, dass uns besonders getroffen hat, ist es daher ganz normal, dass wir erst einmal nicht klar denken können. Unsere Emotionen bestimmen unsere Gedanken, wodurch es zunächst unmöglich erscheint, an das Verzeihen zu denken. Daher besteht der erste Schritt darin, die eigenen Gedanken zu ordnen. Dabei kann es helfen, sich selbst die Frage zu stellen, was genau zu dem Ärger geführt hat. Hierbei ist es wichtig zu unterscheiden, welche Gefühle sich in Dir abspielen und was tatsächlich passiert ist, um den Grund für die Verletzung ausfindig zu machen.

2. Den Auslöser finden

Wenn Du dir selbst darüber im Klaren bist, wie Dich die andere Person verletzt hat, kannst Du den versuchen, den nächsten Schritt zu gehen: ein gemeinsames Gespräch. Suche das Gespräch mit der Person und versucht gemeinsam herauszufinden, wie es zu dieser Situation kommen konnte. Versuche hierbei, Dich in die Lage des anderen zu versetzen, auch wenn es vielleicht schwerfällt. Natürlich ist es wichtig, dass Dein Partner auch bereit dafür ist, sich in Deine Lage hineinzuversetzen.

3. Nach vorne schauen

Ist die erste Annäherung geschehen, wird Dir der nächste Schritt vielleicht schon leichter fallen. Nun geht es darum, gemeinsam mit dem Partner zu überlegen, wie die Zukunft aussehen soll. Findet gemeinsam heraus, wie ihr derartige Probleme vermeiden könnt.

4. Das Wertvolle erkennen

Im vierten Schritt solltest Du versuchen, Dir die schönen Seiten Deines Partners vor Augen zu führen. Mach Dir bewusst, wofür Du dankbar bist und wofür Du ihn wertschätzt.

5. Den Ärger loslassen

Nun ist der letzte Schritt erreicht. Akzeptiere, was passiert ist und lass den Ärger los. Versuche nach vorne zu blicken und vergib Deinem Partner.

Paar beim Sonnenuntergang

Den Dingen Zeit geben

Auch wenn die Schritte einfach klingen, ist es natürlich nicht immer leicht, in einer konkreten Situation „geordnet“ vorzugehen. Vor allem, wenn der Ärger noch frisch ist und Du Dir nicht vorstellen kannst, der anderen Person jemals zu verzeihen. Außerdem ist es normal, wenn es Dir zu Beginn schwerfällt, Deine Gedanken zu sortieren oder genau zu ergründen, was Dich verletzt hat. Vor allem wenn Du mit der Person zusammenlebst, kann es daher helfen, erst einmal ein wenig Abstand zu suchen. Egal, ob Du kurz spazieren gehst oder Dir eine längere Auszeit nimmst: Der Abstand kann Dir den Raum geben, Dir über Deine Gefühle klar zu werden. Auch die andere Person kann diese Zeit nutzen, um sich zu sortieren. Wenn ihr beide bereit seid, euch wieder anzunähern, ist meist der erste Schritt bereits geschafft und in der gemeinsamen Kommunikation miteinander, könnt ihr der Versöhnung näherkommen.

Erinnerst Du Dich daran, wann Du das letzte Mal jemandem verzeihen wolltest und wie Du Dich davor gefühlt hast? Kommentiere, wie Du es geschafft hast, der anderen Person zu verzeihen. Wir hoffen, dass Dir die fünf Schritte vielleicht ein wenig dabei helfen können, den Ärger beim nächsten Mal schneller loszulassen.

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