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Kommt mit dem Alter der Zorn?

Im Fernsehen sieht man sie oft: wütende Alte, die sich grummelnd ihren Weg bahnen. Doch was ist dran am Vorurteil? Werden wir im Alter tatsächlich zorniger?

Was ist dran am Vorurteil?

Der biestige ältere Herr, der sich mit seinem Gehstock den Weg durch die Fußgängerzone bahnt. Oder die grummelige Großmutter, der niemand mehr etwas recht machen kann. Viele haben solche Bilder im Kopf, wenn sie ans Alter denken. Studien zeigen aber ein anderes Bild.

Es stimmt nicht - man wird im Alter milder

Da ist ein Klischee, sagt Jule Specht, die als Psychologin an der Berliner Humboldt-Universität die Entwicklung der Persönlichkeit im Laufe des Lebens untersucht.
«Wir sehen eher, dass die Menschen - zumindest im Durchschnitt - altersmilde werden.»

Unter den fünf Persönlichkeitsdimensionen Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus nimmt bei vielen Menschen ab 60 die Verträglichkeit zu. Sie werden wohlwollender, hilfsbereiter, gutmütiger.

«Das hat auch seinen Grund», erklärt Specht.
Verträglich zu sein, hat viele Vorteile, wenn man älter wird und etwa auf Hilfe angewiesen ist. Hinzu kommt mehr emotionale Stabilität: Wer viele Erfahrungen gesammelt hat, lässt sich nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen.

Berlin (dpa/tmn)

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