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Das liebe Geld

Kolumnistin MaraB setzt sich über Barrieren hinweg: Egal ob es um Generationen oder die Sammelleidenschaft ihrer Familie geht. Lies hier die witzigen Anekdoten. Vielleicht erkennst Du Dich und die Deinen ja wieder…

Das liebe Geld

Ich wage mich heute an ein Thema, von dem ich glaube, nicht zur Expertengruppe zu gehören, aber es gibt Menschen, denen geht es genauso und für die schreibe ich heute.
Natürlich, als Frau weiß man immer und überall Geld auszugeben. Gerade wenn ich nach langer Winterpause wieder in den Kleiderschrank sehe, kann ich mit Sicherheit sagen, wo es unbedingt zu Investitionen kommen muss. Aber, darum geht es mir heute nicht.

Ich hätte niemals gedacht, dass es einmal im Leben einer immer in Lohn und Brot stehenden und ständig Rechnungen bezahlenden Frau wie mir den Punkt gibt, wo Geld übrig bleibt und man nicht weiß, wohin damit.

Nicht, dass ihr denkt, ich würde zur finanziellen Oberschicht der deutschen Gesellschaft gehören. Nein, da hätte es anderer Lebensweise oder Herkunft bedurft. Und ich bin auch keine der Lottomillionärinnen, denn die Wahrscheinlichkeit eines richtig großen Gewinnes steht bei 1 zu 140 Millionen und ich habe mehr Glück in der Liebe als im Spiel und so spiele ich nicht.

Aber bei solch kleinen, nein, besser mittelmäßig betuchten Bürgern wie mir und meinem Lebensbegleiter sind die Kinder endlich (endlich!) mit eigenem Einkommen und aller Wohnraum ist so aufbereitet, dass er die nächsten 25 Jahre durchaus vorzeigbar ist und dem technischem Fortschritt genügt.

Irgendwann stellte sich die Frage, wohin mit dem lieben Geld. Wir, die Generation der Nachkriegsgesellschaft, zu der ich mich gerade noch so zähle, wurden zum Sparen erzogen. Es soll ja mündige Bürger geben, die glauben mit 0,1% Zinsen auf Sparkassenbüchern über die Jahre noch einen Reibach zu machen, was bei über einer Million Euro Guthaben rechnerisch vielleicht noch ganz gut klingen mag.

Wir haben zwar alle von der Inflationsrate gehört, begreifen es aber erst dann, wenn das Stück Diätmargarine statt 1,39 Euro nun 1,59 Euro kostet und uns bei genauerem Hinsehen noch mehrere Preissteigerungen in den Sinn kommen und wir alles mit 52 Wochen multiplizieren.

Das große Problem ist doch, dass selbst Sparbriefe, Festgeldkonten und andere profane Geldentlockungsmittel der Banken immer nur noch Mogelpackungen darstellen. Glück hat doch schon jener, der das begreift. Und leider sind nicht alle Menschen immer glücklich.

Mein Freund Klaus schickte mir heute eine Mail über ein Video mit Herrn K.. Klaus ist nicht nur mein Schulfreund. Er ist mehr, wir kennen uns, seitdem unsere Mütter, mit uns im Kinderwagen liegend, nebeneinander her spazieren gefahren sind.

Herr K. schreibt Kolumnen über das Geld, über die Börse, über den Dax und über Möglichkeiten mehr als nur 1,2% Zinsen mit hart verdientem Geld zu investieren. Und wenn Herr K. spricht, dann kann es eigentlich jeder verstehen, der es auch verstehen will.

Herr K. ist ehrlich. Denke ich zumindest. Er hat auch gesagt, dass er seine Meinung revidieren muss, zur Zeit der nach oben verlaufenden Kurse mit Investitionen zu warten. Wir sollen sogar alle unsere Bekannten und Verwandten ermuntern, in Aktien oder in Fonds zu investieren. Jawohl. Jetzt. Die Zahl der fetten Jahre seit 1955 betrug 68%. Also die 2/3 Mehrheit steht auf Sieg.

Herr K. aber wird vor allem von den verunsicherten Bürgern der deutschen Gesellschaft nicht verstanden. Und überhaupt, in Aktien oder Fonds zu investieren bedarf einiger Kenntnisse über Wirtschaft und Finanzen. Und schon sind wir wieder an einem Punkt, wo es in der deutschen Bevölkerung krankt. Jedoch, es krankt mehr bei den Geburtsjahrgängen jünger als 1990 wegen Einzug den neuen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten. Wir, die noch gelernt haben, wie es sich mit den Prozenten und Quoten so verhält, könnten schon mit etwas Mut mehr aus unseren Ersparnissen machen.
Freilich ist es leichter verständlich in der Apothekenumschau über Mittel zu lesen, mit denen man in vier Wochen seine gesundheitliche Fitness verbessern kann. Aber ein Normalo muss das nicht erst lesen, er weiß es. Natürlich ist es leichter Kreuzworträtsel zu machen, vor allem, wenn man das schon über Jahre eintrainiert hat.

Ich glaube einfach, dass die meisten Menschen mehr mit Unsicherheiten bezüglich Aktien oder Fonds belastet sind und der Gedanke an Finanzkrise und Verluste jene eher dazu anregt, einen großen Strumpf zu stricken, wo alles an Ersparnissen hinein passt.

Stricken mit der Nadel "handmade" soll zwar auch wieder ganz aktuell sein, aber vielleicht gibt es im ultimativen Strickkurs Geldanlegerinnen, die ihre Wolle von Aktiengewinnen kaufen. Und schon kann das Gespräch beim nächsten Treffen ganz anders verlaufen und ihr müsst nicht mehr über Enkel und Krankheiten diskutieren.

Ich wünsche allen, die es wollen gute Gespräche in ihren Banken oder solch einen Freund Klaus, wie ich ihn habe, der mir seine Finanz-Erfahrungen gerne weiter gibt... natürlich ohne Sicherheiten.

Aber wer hat im Leben schon Sicherheiten zu verschenken.

Eure Mara

Autor: MaraB

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