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Ein Weihnachtsengel namens Hanna

Johanna Weber schmückte ihren kleinen, künstlichen Tannenbaum und verlor sich in Erinnerungen wie schön es früher war, als es noch einen echten Baum gab.
Der wurde von ihrem Mann geschmückt, das Kinderlachen ihrer Tochter erfüllte das Haus und es roch nach Lebkuchen und Äpfeln.
Ein verträumtes Lächeln stahl sich in ihr Gesicht bei den Gedanken.
Doch das war lange her und nun ist sie Weihnachten wieder mal allein. Allein mit ihren Erinnerungen.

Vor sieben Jahren lernte ihre Tochter Melanie einen Mann kennen, vor dem sie von den Eltern gewarnt wurde, weil er ein Tagedieb und Taugenichts war. Doch aller Warnungen zum Trotz ist sie eines Tages mit ihm durchgebrannt und seitdem hatten sie nie mehr etwas von ihr gehört.
Johanna tat das Herz weh, als sie daran dachte und eine kleine Träne rann ihr über das Gesicht. Wie es ihr wohl heute geht? Ob sie glücklich ist?
Vor drei Jahren starb dann plötzlich ihr Mann und seitdem fühlte sie sich noch einsamer – besonders an Weihnachten.

Dann erschien ihr das Haus wieder viel zu groß und leer. Damals hatten sie das Haus gebaut und gehofft, dass eines Tages die Tochter mit Familie oben einzieht. Aber es kam ja anders.
Die bisherigen Mieter kamen dann schon mal Weihnachten mit einem kleinen Christstollen oder Keksen vorbei, so war sie nicht ganz allein. Aber vor einem Monat sind sie ausgezogen und seitdem macht sich die Leere noch mehr breit. Im Haus und in der Seele.
Sie hatte auch schon in Erwägung gezogen, das große Haus zu verkaufen und sich eine kleine Wohnung zu nehmen. Die Entscheidung wollte sie dann im neuen Jahr treffen.
Aus alter Tradition hatte sie wie jedes Jahr wieder Plätzchen gebacken – nicht so viele – doch es duftete sehr verführerisch.

Johanna befestigte gerade die große rote Schleife an der Spitze des Baumes, als es klingelte. Wer konnte das wohl sein? Wieder eine Sammelaktion vor dem Fest? Oder einer der Nachbarn, der frohes Fest wünschen wollte?

Langsam schritt sie zur Tür und öffnete.
Da stand ein kleines Mädchen von ca. sechs Jahren mit langen, blonden Locken und großen, blauen Augen und lächelte sie an. Sie hatte die Kleine noch nie gesehen und trotzdem kam sie ihr so bekannt vor. War es ein neues Nachbarskind?
Bevor sie noch darüber nachdenken konnte, streckte die kleine Hand ihr einen Blumenstrauß entgegen und hinter dem Kind erschien – Melanie.....
Sekundenlang stand Johanna wie gelähmt da bis die Kleine sagte: „Ich bin Hanna. Bist Du meine Oma?“
Da schossen ihr die Freudentränen in die Augen und Mutter und Tochter fielen sich in die Arme.

Es wurde ein langer Abend, denn es gab viel zu erzählen. Wie zu erwarten war hatte der Vater von Hanna die beiden verlassen und Melanie schlug sich allein durch. Sie könne aber hier in ihrer Heimatstadt eine Stelle bekommen und bräuchte nur noch eine Wohnung. Johannas Herz machte einen Sprung und fast wagte sie es nicht ihr anzubieten die obere Etage zu beziehen.-
Doch Melanie war sofort Feuer und Flamme und auch Hanna war begeistert.
Sie schlang die Ärmchen um Johannas Hals und flüsterte: „Ich bin so froh, eine so liebe Omi zu haben“.
Dank dem „Weihnachtsengel Hanna“ wurde es seit Jahren wieder ein schönes, frohes und glückliches Weihnachtsfest für alle.

Autor: Ritterbraut

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