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Traumwelt

Viele freundliche Gesichter fragen wortlos: Was kann ich für Sie tun, Madame? Der Herr? Philippinische Gesichter – ausnahmslos. Die Gesichter der Gäste: etwas ernster.

Wir sind auf einem Schiff, einem Traumschiff. Der Alltag ist verschwunden, mitgekommen sind nur die kleinen oder weniger kleinen Wehwehchen, die man von zu Hause mitgebracht hat. Ansonsten gilt der Stundenplan des Traumschiffes: Frühstück, etwas später ein kleiner Frühschoppen mit Laugenbrezel, Mittagessen, Kaffee und Kuchen, Abendbrot und gegen Mitternacht noch eine kleine Mahlzeit. Verhungern kann man hier nicht. Die Köche sind Zauberer, auf den Tellern kleine Meisterwerke.

Und dann die Ausflüge: Mit dem Bus bequem ins Zentrum der Neugier – zum Beispiel nach Island, wo die Kontinentalplatten auseinanderdriften. Man kann in den Spalt zwischen der eurasischen und der amerikanischen Kontinentalplatte schauen und sich vorstellen, wie tief der ist. An manchen Stellen kann man tauchen. Dazu schroffe Felsen und eine Wasserlandschaft. Geysire mit ihrem blauen Licht bevor sie explodieren – gewaltige Wasserfälle und nicht zuletzt Riesengletscher. Island ist sehr beeindruckend in seiner Schroffheit.

Es darf keine Pause entstehen, niemand soll sich langweilen: Vorträge, Filme, Veranstaltungen mit Musik, Shows, Konzerte, Sonderangebote in den Bars, Besichtigung der Brücke. Und natürlich ein Captain-Dinner oder ein Nostalgie-Gala-Abend.

So langsam kennt man schon den einen oder anderen Gast mit dem man an einem Tisch gesessen hat. Die etwas ernsteren Gesichter werden freundlicher. Langsam entwickelt sich ein „Wir-Gefühl“. Wenn acht Busse die Menschen bei einer Sehenswürdigkeit entlassen und man sieht einige mit einem türkisen Rucksack, denkt man unwillkürlich: Der gehört zu uns. Auf den Fluren lächeln sich Menschen an, die sich noch nie wirklich wahrgenommen haben. Mit den jungen Menschen des Reinigungspersonals und der Bedienung in den Restaurants wird gescherzt – die gute Laune hat auf diesem Schiff überall gewonnen.

Das Ende ist heftig: früh aufstehen, warten, bis man vom Schiff gehen darf, das Auto von der Aufbewahrung abholen, nach Hause fahren. Zu Hause dauert es eine Weile den Alltag wiederzufinden: Post und Zeitungen angucken, Koffer auspacken, Termine planen.

Und im Innern schwingt noch eine fröhliche Saite, die diesen Alltag verzaubert.

Autor: kindermut

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