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Abgesang einer Italienreise

Ich verabschiede mich gern von mancher Reise und sage danke, auf meine ganz spezielle Weise. Reite auch diesmal zum guten Schluss das Dichterross, den Pegasus.

Kornelia begegnete ich davor das Jahr, weil ich mit ihr auf einer Werbung war. Und nachdem wir diese genossen, haben wir uns spontan entschlossen und buchten dann auch „stante pede“ eine Reise an den Gardasee. Rechtzeitig hat die Freundin gehört, dass ein Bus aus unserer Gegend fährt. Die Sammelfahrt ging auch vonstatten, wobei wir Ehrenrunden hatten. Auf der Suche in Westerstede fuhren wir Haltestellen ab, fast jede und haben auch nach diversen Runden andere Mitreisende nicht gefunden.

Ich dachte schon, jetzt geht was schief. Der Mann am Steuer fuhr recht aggressiv. Die Namen der Fahrer wollten sie nicht sagen und wir trauten uns nicht zu fragen. Manches Mal blieben wir zum Zusteigen stehen und haben so noch manche Stadt gesehen.

Als die beiden zur Ruhe kamen, erfuhren wir auch deren Namen. Ingo, erkannten wir, nicht von der Küste war. Dafür Torsten ganz und gar. Wenn einer den anderen abgelöst, hat der andere sich frisch gedöst. So ging die Fahrt ganz munter fort. Herr Rösjen bat auch mal ums Wort. Ihr wollt wissen: Wer ist Herr Rösjen? Nun, der Herr mit seinen heißen Hösjen. Er stellte sich laufend so vor. Dann fielen „Sachen“ in unser Ohr, die haben wohl sonst wo ihre Quoten, aber hier gehörten sie fast schon verboten. Wie dem auch sei, vielen hat es Spaß gemacht und zu Rösjens Freude wurde auch gelacht.

Zur Begrüßung trafen wir in Arco ein; buchten Fahrten, groß oder klein. Das Frühstück war nicht im Preis enthalten. Dann landeten wir im Hotel, dem kalten. Das lag auch gar nicht am Gardasee. Dafür war auf den Bergen Schnee. Davon gab es dann auch noch mehr und das freute uns nicht sehr. Wer nicht mitfuhr, ging spazieren. Wer an Italiens Sonne dachte, musste frieren.

Schön war dafür zu späterer Stunde das Zusammenhocken in fröhlicher Runde. Doch hatte die Wirtin beim 1. Mal ein 'PE' gesetzt und uns zum Austrinken und ins Bett gehetzt. Das war schon seltsam, du meine Güte. Sowas kommt in Deutschland nicht in die Tüte. Sonntag machte sie die Wirtschaft dicht. Wo wir blieben, interessierte sie nicht. Bei der Kirche gegenüber waren wir der Wirtschaft lieber.

Wenn sich auch bei Fahrten die Gruppe geteilt, sind wir am Sonnabend alle gemeinsam geeilt, weil am fernen Gardaseegestade Werbung war. Um diese Zeit war's wirklich schade. Und zu allem Überfluss, gab's von oben kräftig Guss, sodass Ingo sich den Kopf zerbrach: Wie verbringt man den Tag danach? Denn abends war Heimatabend im Ankunftslokal. Die Werbung nervte, wurde zur Qual. So schafften wir noch gerade die Runde auch richtig pünktlich zur Abendbrotstunde. Es war zwar Folkloreabend angesetzt, den Programmpunkt suchten wir aber bis zuletzt. Den haben wir dann im Bus gemacht: Alte Schlager gesungen und herzhaft gelacht. Das hat uns gefallen, das fanden wir schön. Ingo musste 'ne Zusatzrunde dreh'n. Die Abfahrtszeiten saßen mir stets im Nacken. Ich trat mir selber in die Hacken. Die Angst, ich könnte den Anschluss versäumen, nehme ich an, ließ mich schlecht träumen.

Dann habe ich festgestellt: Der schönste Platz ist auf dieser Welt, zum Eis essen und Cappuccino trinken, lässt man sich auf Veronas Marktplatz sinken. Man denkt an Romeo und Julia und was auch noch sonst so war. Schließlich merkt man: In diesem Gemäuer ist das Leben ganz schön teuer!

Groß war dann das Rätselraten, weil wir so spät: Gibt's da noch Braten? Oder sagt die Wirtin: Njet und jagt uns unfreundlich ins Bett? Doch nein, sie nahm die Tickets an und satt wurden wohl Frau und Mann. Der letzte Abend klang dann aus und wir fuhren wieder nach Haus.

Dabei dachte ich mit großem Bedauern an den Schweizer Bus und muss betrauern, dass viele Menschen Reise und Leben für immer haben aufgegeben. Hoffentlich haben wir das Glück und kommen ohne Blessuren zurück!

Beim Fahren über Pass und Serpentinen machten Ingo und Torsten keine anderen Mienen. Ich habe sie bewundert: Aber meine Pumpe ging Eins zu Hundert!

Den Fahrern gönne ich noch ein paar Worte, ähnlich wie Sahnehäubchen auf der Torte: Ich sah verwundert mit einem Blick: Hoppla, sind die Jungens schick! Weil ich sie lange nicht gesehen hatte: Busfahrer mit Kragen und Krawatte und mit 'ner Nadel festgeklemmt der Schlips, ich dachte bloß: Nanu, das gibt's?

Das ist mal ein erfreulicher Anblick. Die Firma hat mit den beiden Glück. Ich würd' mich freuen, wenn im Laufe von Jahren wir noch einmal zusammen irgendwohin fahren. Ich wünsche hier Ingo, wie auch Torsten, dass sie mit viel Glück weiter durchforsten mit dem Bus den Rest der Welt. Und wer hier jetzt die Schnute hält und sich verkriecht in ihre Ecke, ist Elke, die Schnecke.

Autor: egalis

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