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E- Mobilität heute!

Es zogen gleich zwei neue KI-Mitbewohner bei uns ein.
Es waren Geschenke unserer Erben, die dachten, das würde uns noch freundlicher stimmen. Die beiden neuen Haushaltsgenossen, die große Ähnlichkeiten mit Schildkröten aufwiesen, die aber anstelle von vier Beinen vier Räder untergeschnallt hatten, und auf die Namen Aphrodite und Herkules hörten.
Aphrodite war für meine Frau bestimmt und sollte in der ganzen Bude staubsaugen und mich entlasten. Herkules hingegen war mir zugedacht, um die 2 qm Grünfläche in einen englischen Rasen zu verwandeln, was meine Frau umtrieb.

Staubsaugerroboter

Aphi, wie meine Frau die Saugroboterin nannte, zeigte sich aber schon nach wenigen Wochen der Eingewöhnung als sehr störrisch.
Zuerst fraß Aphi die Fransen eines wertvollen Perserteppichs – ein Geschenk von Tante Emalia, Gott hab sie selig – komplett ab und rasierte einen weißhaarigen Flokati-Teppich, eine Erinnerung an einen tollen Griechenlandurlaub, total kahl.
Zudem legte sie ihren gesammelten Unrat an Brotkrumen und Wollmäusen nicht wie GPS-programmiert im Dreckeimer in der Küche ab, sondern hinterließ den Dreck in kleinen Häufchen verteilt in der ganzen Wohnung.

Herkules hatte genau so seine Mucken. Statt wie vorgesehen sich auf die 2 qm Grünfläche zu konzentrieren, häckselte er zwei Rosenbeete kurz und klein, bevor er einem Hortensienstrauch und ein Kamelienbusch (40 Jahre alt) aus dem Boden riss und ebenso in feinstes Häckselmaterial verwandelte.

Nach diesen Vorkommnissen brachten wir die beiden E- mobilisierten Haus- und Gartenhilfen in ein Heim für „schwererziehbare“ Roboter. Der Abschied war kurz, aber schmerzlos.

In einer dunklen Nacht müssen sich Aphrodite und Herkules getroffen haben, was auch bei Robotern nicht ohne Folgen bleibt, wie wir später erfuhren.
Wir hörten, ängstlich aufrecht im Bett sitzend. ein schreckliches Stöhnen und Seufzen, was uns an unsere Jugendzeit erinnerte. Dabei knarrte das Sofa im trauten Wohnzimmer beträchtlich in seinen Federn - auf und ab, auf und ab und das mindestens fast eine Stunde lang.

Roboter, das erfuhren wir später von Professor Düsentrieb von der Uni Straßburg, Inhaber des Lehrstuhles für „Sex unter Robotern mit Künstlicher Intelligenz“, sind sehr wohl in der Lage, sich ausgiebig langen Sexspielen hinzugeben und dabei Roboterkindlein zu zeugen. Allerdings braucht die Roboterin nach der Befruchtung keine neun Monate bis zur Geburt, sondern hinterlässt sofort nach dem vollzogenen Akt ein kleines Roboterbaby.

Tatsächlich haben uns Herkules und Aphrodite einen kleinen E- mobilen batteriebetriebenen Staubsäugerle zurückgelassen, mit dem ich jetzt glücklich durch die Wohnung sauge. Ein echter Glücksfall der Kleine, er verlangt nicht nach Muttermilch und stillt sich an Brotkrumen und Wollmäusen.
Die Gärtnerin ist ebenfalls wieder munter dabei, den Rasen mit einem Handrasenmäher kurz zu halten, was ja auch als eine gesunde Gymnastikübung anerkannt ist.
Die Rosen und Hortensien sind nachgewachsen, nur der Kamelienstrauch ist endgültig perdue.

Professor Düsentrieb aus Straßburg hat die Geschichte im Magazin für Roboter und Künstliche Intelligenzia veröffentlicht und sitzt jetzt auf 2 Stühlen.

Autor: Fiddigeigei

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