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Hypochonder haben es nicht leicht

Mit feinem Humor und viel Selbstironie beschreibt unsere Kolumnistin Edda, bei Feierabend als Niagara bekannt, ihren nicht immer ganz leichten Alltag.

Hypochonder haben es nicht leicht

Neulich, in der Apotheke, bot man mir die Apotheken-Rundschau zum Mitnehmen an. „Nein danke, sonst suche ich mir wieder neue Krankheiten aus“, wehrte ich ab. Dem Pillendreher sind hypochondrische Kunden wie ich wahrscheinlich sehr willkommen, hat er doch für jedes echte oder eingebildete Wehwehchen das entsprechende Gegenmittel. Auch gegen das Motaba-Virus? Ich bezweifle es, denn diese Krankheit gibt es gar nicht. Trotzdem war ich heftig daran erkrankt.

An einem Freitag Abend schalteten wir den Fernseher ein. „Den Film haben wir schon gesehen“, teilte ich meinem Mann, dem Goldstück, mit. Er konnte sich allerdings nicht mehr daran erinnern. Im weiteren Verlauf des Abends fühlte ich mich plötzlich hundelende, mich plagten sämtliche Symptome, der extra für diesen Film „Outbreak – Lautlose Killer“ erfundenen Motaba-Virus-Krankheit. Heftige Übelkeit befiel mich, ich hustete und kotzte (pardon) mit den Schauspielern um die Wette, nur war es bei mir echt und nicht gespielt. Nach dem vierten Wettrennen zur Toilette unter dem Motto: Wer ist schneller, mein rebellierender Magen beim Umstülpen oder meine Beine beim Laufen, stand die Diagnose fest: Motaba-Virus.

Nach dem achten Mal kehrte ich, schlapp auf den Beinen, nassgeschwitzt und trotzdem bibbernd vor Kälte, aus dem Badezimmer zurück. Inzwischen lief eine andere Sendung. „Wie ist der Film ausgegangen?“, wollte ich wissen. Und was antwortete mein Mann, diesmal kein Goldstück: „Du hast ihn doch schon gesehen. Er endete genau wie beim letzten Mal.“ Das gab mir den Rest. Schmollend und erschöpft ließ ich mich in den Sessel plumpsen.

Heute stelle ich fest: So schlimm kann es gar nicht gewesen sein. Am nächsten Tag war ich wieder putzmunter. Die erfundene Motaba-Virus-Erkrankung verlief im Film innerhalb kürzester Zeit zu hundert Prozent tödlich. Wahrscheinlich hatte mich eine harmlose Magen-Darm-Verstimmung erwischt, sonst könnte ich diese Zeilen nicht schreiben und dabei über mich selbst und meine eingebildete Krankheit lachen.

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