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Gedanken zum Tag der offenen Moschee

Gedanken zum Tag der offenen Moschee

Alljährlich im Oktober lädt das islamische Zentrum Aachen zum Tag der offenen Moschee alle Mitbürger in seine Räumlichkeiten ein.

Vor einigen Jahren besuchte ich aus diesem Anlass die Aachener Moschee, irrtümlich einen Tag zu früh, an einem Freitag, genau zur Stunde des Gebetes. Ich zog meine Schuhe aus, legte das vorsorglich mitgebrachte Kopftuch um und ging in den Frauensaal.
„Schwester, willst Du mit uns beten?“, fragte man mich.
Beten kann man überall, waren meine Gedanken, warum nicht auch einmal in einer Moschee. Die Frauen machten mir bereitwillig auf dem Teppich Platz, eine von ihnen setzte mir Kopfhörer auf, über die ich in Simultanübersetzung die in Arabisch gesprochenen Worte des Imam verfolgen konnte. Er rief zu Liebe und Werken der Barmherzigkeit auf, was mich an die Bergpredigt in unserer christlichen Bibel erinnerte. Im Namen des Propheten ermahnte er zur Gewaltablehnung. Wohlgemerkt, diese Sätze wurden nicht extra für andersgläubige Besucher gesprochen, denn die kamen erst am folgenden Tag zum Tag der offenen Moschee.

Diese Menschen, die mich in ihrer Mitte willkommen hießen, zeigten mir wieder einmal, wegen der Gewaltbereitschaft einiger weniger Fanatiker darf man nicht einer ganzen Religionsgemeinschaft mit Misstrauen begegnen. „Es gibt 3,5 Millionen friedliche Muslime in Deutschland.“ Diese Feststellung machte der Terrorismus-Experte Kai Hirschmann, und die türkisch-islamische Organisation Ditib betonte ausdrücklich, der Islam lehne Gewalt und Extremismus ab. In einer Sure (25.64) heißt es: „Die Diener des Gnadenreichen sind diejenigen, die in würdiger Weise auf Erden wandeln und wenn die Unwissenden sie anreden, sprechen sie ‚Frieden’.“

Die Muslime leiden unter unseren Vorurteilen und Verdächtigungen, wenn wir sie grundsätzlich unter Generalverdacht stellen, sie für Terroristen halten. Gehen wir auf sie zu, lernen wir sie kennen und respektieren, dann werden wir feststellen, die meisten von ihnen haben, genau wie wir, Sehnsucht nach einem friedlichen Zusammenleben. Bauen wir „Brücken der Freundschaft“ wie Papst Benedikt dies vor Jahren bei einem Treffen mit Vertretern islamischer Staaten sagte. Nutzen wir also die Möglichkeit zum Besuch der Moschee.

Autor: Niagara

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