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Frühjahrshausputz – eine Frauenkrankheit

Frühjahrshausputz – eine Frauenkrankheit

Eine typische Frauenkrankheit, die die weibliche Bevölkerung im Frühjahr befällt, tritt allmählich wieder vermehrt auf – Hausputz ist angesagt. Es kribbelt in meinen Fingern. Ich schaue in alle Ecken: Wo muss geputzt, aufgeräumt werden?

Im Keller beginne ich voller Tatendrang. In einer riesigen Kiste stapeln sich Dinge aus dem Baumarkt, die mein Mann, das Goldstück, kurz nach seiner Pensionierung kaufte, weil er auf einmal meinte, handwerkliches Können in sich entdeckt zu haben. Nachdem ein Ikeaschrank zusammengebastelt war – die Werkzeuge waren erheblich teurer als das ganze Möbelstück, nun klemmen die Türen und lassen sich nur mit Gewalt öffnen, so dass ich befürchte, der Schrank stürzt einmal um und erschlägt einen von uns beiden – ließ seine Begeisterung nach. Bohrmaschine, Schleifgerät, Wasserwaage, elektrischer Schraubenzieher usw. verschwanden im Keller. Sie werden wohl nie wieder benutzt; selbst wenn sein Eifer noch mal erwachen sollte, ist mein Goldstück körperlich schwer angeschlagen und nicht mehr in der Lage, solche Meisterleistungen zu vollbringen. Vielleicht könnte man die Geräte bei eBay verkaufen? Mal sehen, das hat noch Zeit. Ich schiebe die riesige Werkzeugkiste in die Ecke zurück.

Das Dumme ist nur, im Keller werden Flaschen mit Alkohol aufbewahrt. Bei dem Hin- und Herrücken der Werkzeugkiste stoße ich eine Champagnerflasche um, sie zerbricht. Echter Champagner wohlgemerkt, den ein lieber Besucher meinem Mann nach seiner Operation zur Wiederbelebung ins Krankenhaus mitgebracht hatte. Unter Einsatz von Eimer, Schrubber und Putztuch wische ich den Fußboden mit Champagner. Welch ein Luxus!

Halb benebelt vom Alkoholgeruch stehe ich dann vor dem Kleiderschrank, krame Pullover, T-Shirts und Jeans, die zu eng geworden sind, hervor, lege alles aufs Bett. So, der Schrank ist fast leer, ich nutze die Gelegenheit, um ihn innen zu säubern. Eine Weile stehe ich ratlos herum. Dann kommt alles wieder zurück an seinen Platz. Es fällt mir schwer, mich von den Klamotten zu trennen. Nach meiner Diät, die ebenfalls zum Frühjahrshausputz gehört, schließlich will auch der Körper von Schlacken und überflüssigen Pfunden befreit werden, könnten sie wieder passen.

Jetzt ist mir ein wenig übel von dem Alkoholgeruch. Zudem scheine ich mich beim Schieben mit der Werkzeugkiste und dem anschließenden Putzen verdreht zu haben. Obwohl nur wenig von mir geleistet wurde, bin ich total erledigt, mein Rücken bricht fast über. „Wenn du mir keine von deinen Schmerztabletten gibst, setze ich mich in eine Ecke und weine“, klage ich bei meinem Mann, dem Goldstück. Und was antwortet er voller (geheucheltem) Mitgefühl: „Dann setze dich doch in eine Ecke und weine; das ist gesünder als Tabletten schlucken.“ Oh diese Männer.

Sobald es mir wieder gut geht, wird der Frühjahrshausputz fortgesetzt!

Autor: Niagara

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