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Rot oder blau?

Eine Bunte, so eine zum Angeben, welche Blicke erntet und Beachtung schenkt, rot vielleicht, oder azurblau gar dunkelgrün? Die gefällt mir, das wunderbar zu meiner Gesichtsform passende aparte nachtblaue Brillengestell peppt ungeheuer auf.

„Haben Sie schon mal geschaut was die kostet?“, fragt mich mit einem schwach süffisanten Lächeln die Optikfachangestellte. „Äh, nein… ich habe meiner Euphorie den Vortritt gewährt.“ Die Zahl auf dem Preisschildchen, welches völlig verhutzelt (befinde mich ja schließlich in einem „Sehhilfe“- Laden) im innersten Winkel des linken Brillenbügels klebt, bereitet meiner spontanen Begeisterung abrupt ein Ende.

Ernüchtert halte ich Ausschau nach preisgefälligerem. „Schau’n Sie, diese eventuell?“, geschwind schiebt die bald Mutterfreuden entgegensehende ein „hipsterstyle“ Modell auf meine Nase. Mein Antlitz nun halb bedeckt von einer Großraumbrille. Dieses Modell ist ein Sonderangebot, vernehme ich.

Das Markenzeichen des im letzten Jahr angesagten Typs verklebt frech meinem rechten Auge den ungehinderten Durchblick. Doch dann erspähe ich in der angrenzenden Vitrine einen signalroten, klar durchgestylten Brillentraum und sofort erhebe ich dies „Rot “ zu meiner Lieblingsfarbe.

Freudig erregt greife ich mir das Teil und stelle es meinen geduldigen Augen vor. Während die Fachfrau einem enorm wählerischen Kunden versucht diese Designerbrille aus der ansonsten verschlossen Vitrine schmackhaft zu machen, schließe ich innige Freundschaft mit der Signalroten.
„Die soll’s sein?“, fragt die Verkäuferin spitz, denn seit geraumer Zeit schreite ich rotbebrillt leichtfüßig von Spiegel zu Spiegel. „Genau DIE.“, erwidere ich selbstbewusst mit einem trotzig gefärbten Unterton.

„Diese phototropen Gläser, verbunden mit dem zugegeben etwas grellen Rotton verleiht Ihrer Erscheinung eine gewisse distanzierte Note.“, bemängelt die Fachfrau. Während sie flink der Kasse den Preis meiner Auserwählten verrät, erwidere ich schnippisch mit dem Anflug keineswegs gespielter Überheblichkeit: „Die Zeiten der rosaroten Brillen sind doch längst vorbei!“

Welches sich, oh Schreck auch gleich auf der Stelle bestätigt.

Autor: galen

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