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Expertensprechstunde Infektabwehr

Unser Experte Dr. Dr. Erwin Häringer hat sich eure Fragen rund um allerlei Infekte angesehen und die passenden Antworten dazu gefunden. In Kürze werden die letzten Antworten per E-Mail an alle verschickt, die mitgemacht haben. Vielen Dank für Eure Beiträge!

Ab wann endet Naturheilkunde und wo fangen chemische Pharmazeutika an? Woran erkenne ich, ob ein Präparat wirklich noch natürlich ist? Vieles ist ja ohnehin aus der Natur kopiert!

Antwort von Dr. Häringer:

Die Naturheilkunde ist die „Mutter“ der klassischen sog. Schulmedizin. Sie verwendet die Ernährungstherapie („der Mensch ist, was er isst!“), die Wassertherapie (Hydrotherapie [Kneipp]), die Bewegungstherapie und - ganz wichtig - die Pflanzenheilkunde (Phytotherapie).

Bei pflanzlichen Arzneimitteln handelt es sich häufig um in der Natur vorkommende Vielstoffgemische. Pflanzliche Arzneimittel sollten generell nur in der Apotheke gekauft werden – in Discountern oder Drogerien erhält man in der Regel nur sogenannte „Nahrungsergänzungsmittel“, diese dienen der Ergänzung der allgemeinen Ernährung, sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu heilen oder zu verhüten.

Die Qualität und Wirksamkeit der in Apotheken erhältlichen Präparate sind überprüft und dienen der Heilung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten oder krankhaften Beschwerden.

Mein Alter ist 72. Meine Frage ist: Ich muss nachts aufstehen um Wasser zu lassen, das nervt mich schon. Was kann man dagegen tun?

Antwort von Dr. Häringer:

Empfehlenswert ist es, am frühen Abend (ca. 2-3h vor dem Zubettgehen) eine Tasse Tee langsam zu trinken (aus der Apotheke, z.B. Orthosiphon [„Katzenbart“], vorzugsweise Blattdroge). Instanttees sollten wegen des hohen Gehalts an Zucker und Füllstoffen vermieden werden. Sie sollten tagsüber ausreichend trinken und gegen Abend Ihre Trinkmenge reduzieren, Kaffee und Tee sowie in Salat und fester Nahrung (z.B. in Salat) gebundene Flüssigkeit werden mitgerechnet.

Was kann man tun bei Blasenentleerungsstörungen und wenn die Nerven, die den Blasendruck melden, nicht mehr funktionieren, ich also nur auf Verdacht auf die Toilette gehe?

Antwort von Dr. Häringer:

Neben der fachärztlichen Beratung durch einen Neurologen und/oder Urologen sollte abgeklärt werden, ob unter Umständen ein Diabetes o. ä. die Ursache für Ihre Beschwerden (sog. ‚autonome Polyneuropathie‘) sein könnte.

In Abstimmung mit Ihrem behandelnden Arzt (!) könnte auch z.B. die Einnahme eines Therapeutikums mit Johanniskraut sowie ein hochdosiertes Vit B Präparat (beides frei verkäuflich in der Apotheke) förderlich sein.

Wegen einer HarnwegsInfektion wurde mir Antibiotika verordnet! Gibt es auch Alternativen in der Naturmedizin?

Antwort von Dr. Häringer:

In den sogenannten Ärzte-Leitlinien – das sind Empfehlungen für den Arzt, die ihn bei der Behandlung seiner Patienten unterstützen – wird bei häufig wiederkehrenden Blasenentzündungen zunächst der Einsatz von Arzneipflanzen wie Bärentraube und Kapuzinerkresse empfohlen.

Ich habe das Problem, dass sich meine Blase nicht ganz entleert. Mein Arzt meinte, ich sollte einen Katheter gelegt bekommen (hatte ich auch, aber habe es nicht mehr gewollt), was ich sehr befürchte und wovor ich Angst habe. Oder gibt es noch eine andere Möglichkeit, oder eine andere Therapie? Ich bin 69 J. Jahre alt. Komme ich um eine Operation nicht herum?

Antwort von Dr. Häringer:

Bei Prostatavergrößerungen gibt es eine Reihe von gut erprobten Medikamenten, auch pflanzlichen Medikamenten – bitte sprechen Sie Ihren Arzt hierauf an. Ich würden Ihnen in jedem Fall empfehlen, eine sog. Zweitmeinung eines anderen Arztes einzuholen. Sollte immer noch die Notwendigkeit für eine Operation bestehen, dann sollte möglichst schnell gehandelt werden. Denn ab einer gewissen Prostatagröße ist eine minimalinvasive Operation nicht mehr möglich.

Meine Tochter hat mehrmals im Jahr eine Blasenentzündung. Ist das noch normal?

Antwort von Dr. Häringer:

Harnwegsinfektionen sind zwar die häufigste bakterielle Erkrankung des Menschen, aber sie sind keineswegs als „normal“ zu bezeichnen. Da immer wieder Komplikationen auftreten können, sollten Sie behandelt werden.

Wichtig dabei sind die richtige, nicht-seifende Intimhygiene, wenn möglich die Reinigung nach dem Stuhlgang mit Wasser, keine Intim-Feuchttüchlein verwenden.
Bei häufig wiederkehrenden Blasenentzündungen ist das Trinken von Arzneitees sinnvoll, ebenfalls die Einnahme arzneilich wirksamer Phytotherapeutika (z.B. senfölhaltige Mittel). Stellt sich keine Besserung ein, sollte Ihre Tochter beim Urologen eine gründliche Untersuchung veranlassen.


Ich habe häufig Harnwegsinfekte und muss immer wieder Antibiotika nehmen, die ich nicht gut vertrage (Durchfälle, Scheidenpilz). Was kann ich tun?

Antwort von Dr. Häringer:

Wichtig ist die richtige Intimhygiene: Es sollten keine Seifen und Waschlotionen (auch kein „Feuchttüchlein“ oder ähnliches) verwendet werden. Die anale Reinigung sollte stattdessen mit lauwarmem Wasser erfolgen.

Durch die Einnahme von Probiotika lässt sich die körpereigene Darmflora positiv beeinflussen, auch Cranberry-Präparate und Arzneitees aus der Apotheke sind empfehlenswert. Beim akuten Infekt leisten pflanzliche Arzneimittel aus der Apotheke gute Dienste. Nach Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt und/oder Hausarzt könnte eine naturheilkundliche Regenerierung der Scheidenschleimhaut mit Ovula hilfreich sein.

Kann die Verwendung von Slip-Einlagen Blasenentzündungen begünstigen?

Antwort von Dr. Häringer:

Slipeinlagen schützen die Wäsche und geben Sicherheit; aber sie stellen
(meist) eine „feuchte Kammer“ dar, die für eine gesunde Bakterienbesiedlung im Intimbereich nicht förderlich ist. Deshalb sollten diese nur in Ausnahmefall verwendet werden.

Seit ich in den Wechseljahren bin, habe ich ständig Blasenentzündungen. Was kann ich dagegen tun?

Antwort von Dr. Häringer:

Ein Gespräch mit und die Beurteilung der Schleimhautverhältnisse durch
den Frauenarzt bilden die Grundlage der Therapie, empfehlenswert sind u.a.: lokale Gabe von Hormonen, Verbesserung der Scheidenflora und Beeinflussung des Mikrobioms durch Probiotika, richtige Intimhygiene (ohne Seife!). Wenn Sie unter häufigen Blasenentzündungen leiden, ist die Einnahme von Arzneimitteln mit Senfölen (z.B. aus Kapuzinerkresse, als Medikament in der Apotheke) sinnvoll.

Kann ich die Blasenentzündung selbst behandeln oder sollte ich besser zum Arzt?

Antwort von Dr. Häringer:

Eine unkomplizierte Infektion der Harnwege („Blasenentzündung“) erfordert in der Regel keinen Arztbesuch zu behandeln. Bessern sich die Beschwerden allerdings nicht innerhalb von wenigen Tagen, treten Fieber oder stärkere Schmerzen auf, sollte sofort ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Neben Medizinaltees (keine Instant-Tees) sind pflanzliche Arzneimittel, lokale Wärmeanwendung und die Einnahme von Zink empfehlenswert. Daneben sind naturheilkundlichen Maßnahmen wie z.B. eine „Darmsanierung“, Heilfasten förderlich. Selbstverständlich sollte auch auf eine richtige Intimhygiene geachtet werden.

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