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Diagnose: gebrochenes Herz

Ein gebrochenes Herz bezeichnet nicht nur die Emotionen, die bei unerwiderter oder verloren gegangener Liebe entstehen. Denn dieses gebrochene Herz ist viel mehr ein metaphorisches.

Aber auch im konkreten medizinischen Bereich ist immer öfter die Rede davon, dass jemand an gebrochenem Herzen litte, sogar daran gestorben sei. Es stellen sich viele Fragen. Beispielsweise, ob das gebrochene Herz nicht eigentlich einen Herzinfarkt meint, oder vielleicht doch etwas anderes? Und was ist dran am Gebrochenen Herzen - wer kann darunter leiden und warum?

Traurige Frau

Frau mit einem gebrochenen Herzen

Das gebrochene Herz in der Medizin

Die englische Sprache kennt das "Broken-Heart-Syndrom". Medizinisch gesprochen handelt es sich dabei um eine Stress-Kardiomyopathie. Und genau der Begriff erklärt schon recht gut, worum es geht. Es handelt sich bei diesem Krankheitsbild um eine Funktionsstörung des Herzmuskels, welche im Zusammenhang mit Stresshormonen steht.

Die Symptomatik ist dem eines Herzinfarktes gleichend (weshalb davon auszugehen ist, dass nicht alle Fälle eines Broken-Heart-Syndroms bekannt werden). Es kommt zu Schmerzen, die ausstrahlen. Dieser akute Herzanfall tritt dabei in der Regel in Situationen auf, die emotional außerordentlich belastend sind. Wird schnell gehandelt, ist die Prognose gut: Die Mortalitätsrate liegt bei wenigen Prozent, die meisten Betroffenen erholen sich binnen Wochen von diesem Anfall.

Statue in Trauer

Was genau diese Herzmuskelstörung auslöst, ist unbekannt. Fest steht, dass der Herzmuskel verkrampft ist, teilweise sind es auch die Gefäße. Dies wiederum wird durch eine erhöhte Konzentration an Kalzium verursacht, welche sich wiederum indirekt auf die erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen zurückführen lässt. Stresshormone werden verstärkt ausgeschüttet, wenn das vegetative Nervensystem stark stimuliert wird. Dies ist in emotionalen und auch körperlich belastenden Situationen der Fall.

Die Komplikationsrate ist hoch, vor allem in der akuten Phase mit Luftnot und Brustschmerz. Es kommt zu Kammerflimmern oder Herzrhythmusstörungen. In der Notaufnahme wird alles vorerst als akutes Koronarsyndrom bezeichnet.

Frau in Trauer und eine andere Frau tröstet sie

Wer ist betroffen und warum?

Die Menschen, die am gebrochenen Herzen leiden, haben in mehr als 90 Prozent der Fälle gemeinsam, dass sie weiblich sind. Die meisten Betroffenen sind zudem älter als 62 Jahre alt. Es gibt keine verlässlichen Aussagen dazu, wie viele Menschen betroffen sind, da die Symptome eben einem Herzinfarkt gleichen. In Deutschland wird geschätzt, dass circa 2,5 Prozent aller Menschen, die aufgrund von Herzinfarksymptomen ins Krankenhaus kamen, an einer Stress-Kardiomyopathie litten.

Den beschriebenen Fällen ist fast allen gemeinsam, dass die Symptome unmittelbar nach oder während eines emotional einschneidenden Erlebnisses auftraten. Dies waren etwa der Tod des Partners, eine Trennung, ein heftiger Streit - aber eben auch ein Lottogewinn oder die Geburt eines Enkelkindes. Es scheint keine Rolle zu spielen, ob das Ereignis positiv oder negativ ist - es ist muss nur aufwühlend genug sein. Dennoch spielen negative Ereignisse häufiger eine Rolle.

Frau in Trauer hinter einem Fenster

Es trifft dabei auch Menschen mit gesundem Herzen. Denn bei dem Wirkmechanismus, der mutmaßlich hinter dem Auslösen der Symptome steckt, handelt es sich um einen sehr akuten Vorgang. Stress ist im Körper ein schneller Prozess: Sind einmal zu viele Stresshormone da, reagiert der Körper mit Schweiß, Zittern, Unwohlsein - oder eben einem gebrochenen Herzen. Am Broken-Heart-Syndrom lässt sich sehr gut nachvollziehen, welchen Einfluss die Psyche auf den Körper hat.


"Reg dich nicht so auf! Sonst bekommst du einen Herzinfarkt!"

An der Aussage ist etwas dran, wenn das Broken-Heart-Syndrom betrachtet wird. Jedoch: Streng genommen handelt es sich medizinisch eben nicht um einen Herzinfarkt, sondern eher um einen Krampfanfall im Herzen.

Dennoch ist es ratsam, in emotional schwierigen Situationen öfter einmal tief durchzuatmen. Denn die Stress-Kardiomyopathie kann jeden treffen - auch jüngere, kerngesunde Menschen. Außerdem ist davon auszugehen, dass Dauerstress das Risiko steigern kann, einen Herzanfall zu erleiden. Es gibt also allen Grund, Stress gezielt abzubauen und dem Leben generell gelassen entgegen zu treten.

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Themen > Gesundheit > Herz-Kreislauf-Gefäße > Diagnose: gebrochenes Herz