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Bluthochdruck:

Symptome, Risiken, Behandlung

EKG

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit, viele Betroffene wissen oft gar nicht, dass sie unter einem zu hohen Blutdruck leiden. Typische Folgeerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie Schlaganfälle könnten vermieden werden, wenn rechtzeitig therapiert worden wäre. Bluthochdruck, Hypertonie, wird zurecht auch als stiller Killer bezeichnet, denn die Erkrankung bleibt oft jahrelang unerkannt. Nicht immer sind die Symptome wie Schwindel, Herzrasen oder Nasenbluten so massiv, als dass die Betroffenen sofort einen Arzt aufsuchen. Manchmal ist Hypertonie auch nur ein Zufallsbefund anlässlich eines Arztbesuches aus einem anderem medizinischen Grund. Obwohl die meisten Bluthochdruckdiagnosen erst in der zweiten Lebenshälfte gestellt werden, können auch schon Jugendliche und Kinder darunter leiden. Grundsätzlich muss zwischen zwei Formen der Hypertonie unterschieden werden, der primäre Typ und der sekundäre Typ eines zu hohen Blutdrucks.

Einzelne zu hohen Blutdruck Messwerte sind noch kein Grund zur Beunruhigung

Bei der primären Hypertonie können organische Ursachen gefunden werden, welche für die Entstehung des zu hohen Blutdrucks verantwortlich sind. Das können beispielsweise verengte Nierenarterien oder Tumoren der Nebenniere sein. Bevor die Diagnose einer sekundären Hypertonie, also ohne nachweisbare Ursache gestellt werden kann, sollten sämtliche organische Gründe ausgeschlossen werden. Beim weitaus größten Prozentsatz der Hypertoniker kann keine klare organische Ursache gefunden werden. Auch gesunde Menschen erleiden manchmal Blutdruckspitzen, wenn das Blut also mit besonders hoher Geschwindigkeit durch das Adernsystem gepresst wird. Das kann beispielsweise bei Stress oder bei körperlicher Belastung der Fall sein. Diese hohen, physiologischen Blutdruckschwankungen kann der Körper im Regelfall gut kompensieren. Von Hypertonie sprechen Ärzte erst dann, wenn die Blutdruckwerte dauerhaft zu sind. Einzelne Messwerte sind in der Regel nicht für die Diagnose zu verwerten, den genaueren Aufschluss bringen aber 24 Stunden Blutdruckmessungen.

Ausdauersport und Normalgewicht können einen zu hohen Blutdruck senken

Grafik Sportler und Herzfrequenz

Ebenfalls ist bekannt, dass viele Patienten in der Gegenwart des Arztes oder beim Aufsuchen einer Praxis zu hohe Blutdruckwerte aufweisen, auch bekannt unter dem Begriff Weißkittel Hypertonie. Hoher Blutdruck ist deshalb mit der Zeit so gefährlich, weil die Blutgefäße, das Herz, aber auch Organe wie Gehirn oder Nieren dauerhaft und irreversibel geschädigt werden können. Lebensbedrohliche Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt können die Folge sein. Bei vielen Menschen ohne erkennbare Ursache für den zu hohen Blutdruck werden genetische Veranlagungen mitverantwortlich gemacht. Denn es gibt eindeutig nachweisbare familiäre Häufungen, so gut wie alle Familienmitglieder der verschiedenen Generationen leiden dann unter einem zu hohen Blutdruck. Die Blutdruckregulation unterliegt im Organismus einer starken Komplexität, denn ständig stehen Nervensystem, Blutgefäße, Organe und Hormone in stetiger Kommunikation. An all diesen Stellschrauben müssen auch Medikamente gegen zu hohen Blutdruck ansetzen, wenn der hohe Blutdruck dauerhaft gesenkt werden soll. Leichtere Formen einer Hypertonie können oft schon durch die radikale Umstellung des Lebensstils wieder deutlich gebessert oder sogar ausgeheilt werden.

In der zweiten Lebenshälfte steigt der Blutdruck bei vielen Menschen deutlich an

ältere Frau beim Blutdruckmessen

Als Auslöser oder Mitverursacher für Hypertonie gelten Stress, Schlafmangel, Übergewicht, ungesunde Ernährung, Genussmittelmissbrauch und vor allem zu wenig Bewegung. Werte von über 140 systolisch und 90 diastolisch werden gemäß der Definition der Deutschen Hochdruckliga als Hypertonie bezeichnet. Bis zu Blutdruckwerten von 159 zu 99 liegt eine leichte oder milde Hypertonie, ab Werten von 160 zu 100 sprechen Ärzte von einer mittelschweren Hochdruckerkrankung. Als schwere Hypertonie werden alle Blutdruckwerte von über 180 zu 110 bezeichnet. Es handelt sich dann um einen internistischen Notfall, welche sofort behandelt werden muss, um akute Organschäden zu vermeiden. Die isolierte systolische Hypertonie kommt besonders bei älteren Menschen vor und bezeichnet eine Sonderform des hohen Blutdrucks mit Erhöhung nur des oberen Wertes. Sie ist Ausdruck einer nachlassenden Elastizität des Gefäßsystems und Pumpleistung des Herzmuskels. Wer unter zu hohem Blutdruck, gleich welcher Ursache, leidet, sollte auf Nikotin verzichten, nur mäßig Alkohol trinken, sein Gewicht reduzieren, sich regelmäßig körperlich betätigen, auf ausreichend Schlaf achten und Entspannungsphasen in den Tagesablauf mit einplanen. Ob Medikamente gehen zu hohen Blutdruck eingenommen werden müssen, kann nur der Arzt entscheiden. Blutdrucksenker wirken auf einer chemischen Ebene, indem sie beispielsweise die Gefäße weiter stellen oder die Wirkung von Stresshormonen minimieren.

Medikamente gegen Hypertonie müssen oft lebenslang eingenommen werden

Typische zur Blutdrucksenkung eingesetzte Wirkstoffe wie Kalziumantagonisten oder ACE-Hemmer wirken symptomatisch, sie können also die Ursachen des hohen Blutdrucks nicht beseitigen und müssen von den Betroffenen nicht selten ein Leben lang eingenommen werden. Medikamente gegen Hypertonie sollten nie eigenmächtig ohne ärztliche Rücksprache einfach abgesetzt werden, denn das könnte zu einem signifikanten, gefährlichen Blutdruckanstieg führen. Leider haben Blutdruck senkende Medikamente zum Teil starke Nebenwirkungen. Es kann deshalb einige Zeit dauern, bis ein zu hoher Blutdruck adäquat medikamentös eingestellt ist, und zwar so, dass individuell möglichst Wirkstoffe ohne erhebliche Nebenwirkungen verwendet werden. Viele Hypertoniker müssen Kombipräparate mit mehreren Wirkstoffen einnehmen, um den Blutdruck dauerhaft zu senken. Operative Verfahren, wie beispielsweise die renale Denervation, befinden sich derzeit noch in einem experimentellen Stadium.

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